Tennis
Im zweiten Anlauf klappts für Marcinkevica am Schützenmatt Cup

Laurent Rochette und Diana Marcinkevica heissen die Sieger des 59. Schützenmatt Cups in Solothurn, bei dem auch ein Junioren-Trio überzeugen konnte.

Fabio Baranzini
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Diana Marcinkevica gewinnt das Frauen-Tableau am 59. Schützenmatt Cup in Solothurn.

Diana Marcinkevica gewinnt das Frauen-Tableau am 59. Schützenmatt Cup in Solothurn.

Fabio Baranzini

Der TC Schützenmatt Solothurn hat in diesem Jahr Grund zur Freude. Und zwar gleich mehrfach. Der Club wird 90 Jahre alt, die Anlage des Vereins steht seit 40 Jahren am Ritterquai, der Vorstand ist seit zehn Jahren im Amt und die erste Interclub-Mannschaft des Vereins hat in diesem Jahr zum allerersten Mal in der NLA gespielt.

Dies verleitete Vereinspräsident Milek Kowalski von einem «goldenen Jahr des TC Schützenmatt» zu sprechen. Dies insbesondere auch deshalb, weil in der Nachwuchsförderung in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt werden konnten.

Ein Teil davon ist, dass das Traditionsturnier Schützenmatt Cup – am Wochenende ging die 59. Ausgabe über die Bühne – seit einigen Jahren auch als Juniorenturnier durchgeführt wird. «Der Schützenmatt Cup soll eine Plattform sein für die Junioren auf allen Stufen», sagt Milek Kowalski. Das hat in diesem Jahr bestens funktioniert. Neben den verschiedenen Junioren-Konkurrenzen haben sich 28 Juniorinnen und Junioren in der Qualifikation für das Haupttableau versucht und zehn weitere fanden direkt in der Hauptkonkurrenz Unterschlupf.
Junges Trio überzeugt

Graziani stärkster Nachwuchsspieler

Drei Nachwuchscracks haben die Gunst der Stunde genutzt und in der Hauptkonkurrenz für Furore gesorgt. Bei den Juniorinnen erreichten Tina Nadine Smith (N4, 70) und Joanne Züger (N4, 61) die Halbfinals. Vor allem Züger landete mit ihrem Sieg im Viertelfinal gegen Vorjahressiegerin Nina Alibalic (N2, 14) einen veritablen Exploit.

Bei den Männern war Edoardo Graziani (N3, 59) der stärkste Nachwuchsspieler. Er bezwang unter anderem die Turniernummer eins Ignasi Villacampa-Rosés (N1, 8) in zwei Durchgängen. Und auch im Halbfinal brachte er mit Alejo Prado (N2, 20) den nächsten Favoriten an den Rand einer Niederlage. Der Argentinier setzte sich dann aber im Champions Tie Break doch noch durch.

Im Endspiel duellierte sich der klein gewachsene, aber wieselflinke Prado mit dem Franzosen Laurent Rochette (N1, 9), der aktuell die Nummer 720 der Welt ist, jedoch bereits einmal als Nummer 252 geführt wurde. Zwischen den beiden entwickelte sich ein hochklassiges Duell, das Rochette in zwei Sätzen für sich entscheiden konnte.

Beim zweiten Mal klappts

«Es war ein tolles Turnier für mich. Ich komme von einer langen Verletzungspause zurück und konnte hier viele Matches auf gutem Niveau spielen. Es hat Spass gemacht – herzlichen Dank an die Organisatoren», gab Rochette nach seinem Sieg zu Protokoll.

Bei den Frauen setzte sich Diana Marcinkevica (N1, 5) aus Lettland durch. Die amtierende Weltnummer 316 war nach der verletzungsbedingten Absage der Turniernummer eins Amra Sadikovic die grosse Favoritin. Dieser Rolle wurde die 25-jährige Lettin souverän gerecht. Sie qualifizierte sich ohne Satzverlust fürs Endspiel und war dort auch gegen die Rumänin Arina Gabriela Vasilescu (N2, 20) die bessere Spielerin.

Marcinkevica spielte variantenreicher und beging weniger Fehler. So konnte sie sich nach der Finalniederlage im Vorjahr diesmal den Turniersieg sichern. «Ich bin froh, dass es diesmal geklappt hat», so die glückliche Siegerin. Gefragt nach dem Erfolgsrezept meinte sie: «In erster Linie ist es harte Arbeit und natürlich braucht es auch ein wenig Köpfchen.»

Nachbarschaftshilfe bewährt sich

Turnierleiter Peter Zumstein zog ein positives Fazit des 59. Schützenmatt Cups. «Es war toll, dass wir so viele Teilnehmer hatten. Zum Glück ist am ersten Wochenende spontan der TC Solothurn eingesprungen, sodass wir rund 30 Matches auf ihrer Anlage spielen konnten. Das war tolle Nachbarschaftshilfe, ohne die wir das Turnier nicht in diesem Rahmen hätten durchführen können.»

Auch Klubpräsident Milek Kowalski zeigte sich zufrieden. «Wir hatten Wetterglück, sahen tollen Tennissport und hatten eine tolle Atmosphäre auf der Anlage. Was mich besonders gefreut hat, ist, dass einige Junioren die Gunst der Stunde genutzt und ihr Talent unter Beweis gestellt haben.»