Grenchen
Im Velodrome macht man sich Gedanken über neue Formate

An einer Medienkonferenz schaute der Velodrome-Geschäftsführer Peter Wirz auf die letzte Saison zurück und wagte einen Ausblick. Auch in diesem Jahr sollen wieder nationale Meisterschaften in Grenchen durchgeführt werden.

André Weyermann
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Peter Wirz, Andy Rihs und Tissot-Chef François Thiébaud.

Peter Wirz, Andy Rihs und Tissot-Chef François Thiébaud.

hanspeter baertschi

Mit einem sportlichen Knaller ist die Serie der Donnerstagabend-Rennen im Tissot Velodrome zu Ende gegangen. «Dank Heinz Frei und seinem Stundenrekord wurde wieder Geschichte geschrieben. Das ist sehr erfreulich», meint denn auch Geschäftsführer Peter Wirz im Rückblick.

Zudem konnte seit 2012 zum ersten Mal wieder eine Schweizer Meisterschaft im Omnium bei den Damen durchgeführt werden, die gezeigt hat, dass auch der Bahnradsport bei den Frauen lebt. 15 Fahrerinnen nahmen die Vielseitigkeitsprüfung unter die Räder, so viele wie wohl noch nie in einem Schweizer Stadion.

Am Anlass gab es auch einen Kids Cup.
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Staempfli Mathieu
Hofstetter Nicola
Am gleichen Abend fand die Schweizer Meisterschaft der Frauen in Omnium statt
Omnium der Frauen
Omnium der Frauen
Mazzari Noe
Markwalder Zahra
Omnium der Frauen
Omnium der Frauen
v.l.: Wullschleger Marcel, Plasa Sascha, Ruckstuhl Beat Kategorie Ue 40

Am Anlass gab es auch einen Kids Cup.

Thomas Ulrich

Nach wie vor eine Randsportart

Und auch der Nachwuchs präsentierte sich. «Der Kids-Cup ist eine Supersache. Jeden Mittwoch trainieren bei uns 70 jugendliche Fahrerinnen und Fahrer, die sich dann an solch einem Anlass einem grösseren Publikum präsentieren können», führt Peter Wirz aus. 1100 Zuschauende verfolgten die Rennen von letzter Woche. Eine Kulisse, die er gerne vermehrt im Schweizer Nationalstadion sehen würde: «Wir sind vor allem vom sportlichen Standpunkt her mit der Saison sehr zufrieden. Es müsste uns aber gelingen, noch mehr Leute an den einzelnen Renntagen ins Stadion zu locken.»

In der internationalen Radsport-Szene hat sich das Tissot Velodrome zu einer festen Grösse etabliert und geniesst einen guten Namen. Im Schatten mächtiger Sportarten wie Fussball, Eishockey oder Tennis ist der Bahnradsport in der Schweiz leider noch eine Randsportart und spielt in den Medien nur eine untergeordnete Rolle. Die mediale Präsenz ist jedoch ein entscheidender Faktor für die Generierung von nachhaltigen Zuschauerzahlen und Partnerschaften.

Gedanken über neue Formate

«Kommt dazu, dass unser Einzugsgebiet relativ klein ist. Umso wichtiger wird es sein, auch in Zukunft sportliche Qualität zu bieten», ergänzt Peter Wirz. So sollen auch in der kommenden Saison wieder nationale Meisterschaften in Grenchen durchgeführt werden. Und auch die Track Cycling Challenge, eine zweitägige internationale Prüfung der höchsten Klasse des Weltsportverbandes, steht auf dem Wunschzettel. «Dafür sind wir jedoch auf finanzielle Partnerschaften angewiesen. Diese in genügender Zahl zu generieren, ist nicht ganz einfach, aber wir arbeiten jeden Tag hart daran», blickt der Geschäftsführer in die Zukunft.

Man mache sich überdies Gedanken über neue Formate. So sei die Durchführung eines Mehrtage-Rennens durchaus eine Option. Es werde aber auch in naher Zukunft noch so sein, dass die Rennanlässe durch andere Aktivitäten und Veranstaltungen quersubventioniert werden müssen. Naturgemäss sind es «grosse Namen», die die Massen ins Velodrome locken, wie der beeindruckende Auftritt von Heinz Frei eindrücklich gezeigt hat. Oder natürlich die «Battle of the Legends» (Toni Rominger gegen Miguel Indurain zum Beispiel).

«Battle of the Legends» im Velodrome Suisse zwischen Toni Rominger und Miguel Indurian Alt Bundesrat Samuel Schmid amtet als Starter
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Start zum Sprint-Rennen, das Rominger knapp für sich entschied.
Die beiden Legenden
Indurain und Rominger vor ihrem Sprintrennen
Man gratuliert sich gegenseitig
Toni Rominger Franco Marvulli und Miguel Indurain
Rominger und Indurain werden beschenkt

«Battle of the Legends» im Velodrome Suisse zwischen Toni Rominger und Miguel Indurian Alt Bundesrat Samuel Schmid amtet als Starter

Oliver Menge

Bekannte Namen engagieren

«Auch hier arbeiten wir daran. Es ist durchaus möglich, dass auch bekannte Athleten aus anderen Sportarten auf dem Rad gegeneinander antreten werden», lässt Peter Wirz durchblicken.

Man darf also gespannt sein, was sich das engagierte Velodrome-Team so alles einfallen lässt. Die Antwort gibt es spätestens im Herbst, wenn wieder die Faszination Bahnradsport hautnah erlebt werden kann.