Kunstturnen

Im Sog von Nils Haller an die Titelkämpfe

Thomas Stüdeli, Cheftrainer des Regionalen Leistungszentrums Solothurn, setzt auf eine nachhaltige Förderung der jungen Kunstturner.Bieri

Thomas Stüdeli, Cheftrainer des Regionalen Leistungszentrums Solothurn, setzt auf eine nachhaltige Förderung der jungen Kunstturner.Bieri

Die Solothurner Kunstturner wollen sich an den Juniorenmeisterschaften beweisen. Die grosse Hoffnung ist derzeit Nils Haller, der sich erst letzte Woche an den Europameisterschaften für zwei Geräte-Finals qualifizierte.

Der Weg ist das Ziel. Die oft zitierte Weisheit des Konfuzius trifft auf Thomas Stüdeli im doppelten Sinn zu. Der 37-Jährige ist neben seiner Aufgabe als Cheftrainer des Regionalen Leistungszentrums Solothurn (RLZ) für den Unterhalt der Wanderwege im Kanton zuständig. In der Raiffeisenhalle auf dem CIS-Areal hat Stüdeli schon manchem Turner den Weg zu einer erfolgreichen Kunstturnkarriere geebnet.

Für die jüngste Furore sorgte Nils Haller an den Europameisterschaften vor einer Woche in Montpellier. Der 22-Jährige von der Kunstturner Vereinigung Solothurn qualifizierte sich für zwei Geräte-Finals und belegte an den Ringen wie am Barren den siebten Rang. «Solche Erfolge motivieren uns zusätzlich und geben uns auf unserem Weg Kraft, weiterzumachen», sagt Stüdeli.

44 Schweizer-Meister-Titel

Seit der Gründung des RLZ holte die Vereinigung an Schweizer Meisterschaften der Junioren, Elite oder Mannschaftswettkämpfen insgesamt 44 Schweizer-Meister-Titel. In Romont kämpfen an diesem Wochenende die aussichtsreichsten Talente des Landes um Titelehren. Für den Nachwuchs bis 18 Jahre bilden die nationalen Meisterschaften jeweils einen der wettkampfmässigen Höhepunkte des Jahres. Da Titelverteidiger Oliver Hegi (STV Lenzburg) dem Juniorenalter entwachsen ist, wird auf alle Fälle ein neuer Schweizer Juniorenmeister gekürt werden. Die grössten Chancen werden Eddy Yusof eingeräumt. Der Athlet vom TV Bülach avancierte zuletzt zum Schweizer Star an den Junioren-Europameisterschaften. Yusof reiste mit insgesamt fünf Medaillen im Gepäck nach Hause.

Einen Nils-Haller-Effekt im kleineren Rahmen erhoffen sich Stüdeli und seine Trainercrew wiederum von ihren Turnern. «Ich bin überzeugt, dass einige unserer Athleten dieselben Voraussetzungen wie Haller mitbringen. Entscheidend ist, dass jeder beharrlich an sich arbeitet.» Einer, der die nötigen Grundlagen mitbringt ist Tobias Stöckli. Der 14-Jährige aus dem Nachwuchskader besitzt im Kanton Freiburg intakte Medaillenchancen in seiner Leistungsstufe, im Programm 5. Gleiches gilt für Ivan Eberhard oder Benjamin Gischard im P6.

Zahlreich in den Kadern vertreten

Thomas Stüdeli vermeidet es tunlichst, die Leistung nur an den absoluten Zahlen zu messen. «Für den Verband oder die Athleten ist ein Wettkampf dann erfolgreich, wenn eine Medaille herausschaut. Für uns als Trainer ist es wichtig, das die Turner als Ganzes ein gutes Resultat erzielen, damit sie nachhaltig die entsprechende Förderung erhalten.» Stüdeli weiss, wovon er spricht. Beim KV Solothurn befinden sich über ein Dutzend seiner Sportler in nationalen Auswahlen. Sei es in der Jugend, im Nachwuchs, bei den Junioren oder im Nationalkader.

Seit zehn Jahren widmet sich der Cheftrainer des RLZ Solothurn der Pflege und der Förderung des Kunstturnens im Verbandsgebiet. In dieser Zeit haben er und sein Team, das derzeit acht Trainer umfasst, viel in den Aufbau investiert und neue Angebote geschaffen. So entstand beispielsweise das Krabbel-Gym: Zweimal in der Woche toben sich 70 bis 80 Kleinkinder zwischen ein und fünf Jahren in der Halle aus und werden spielerisch ans Kunstturnen herangeführt. Der Weg ist auch hier das Ziel.

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