Im viertletzten Durchgang der laufenden Meisterschaft kam es zur Direktbegegnung Drittletzter gegen Zweitletzter, dies mit einer Differenz von drei Punkten.

Die Ausgangslage war für die Direktbeteiligten klar. Wollten die Wangner ihre zuletzt gezeigte Formsteigerung bestätigen, mussten sie gegen den unmittelbar vor ihnen liegenden FC Sursee unbedingt gewinnen. Die Gäste ihrerseits hätten mit einem Punktgewinn den Vorsprung zumindest halten oder gar ausbauen können.

Es stand also sehr viel auf dem Spiel und so war es nicht verwunderlich, dass die besseren Nerven oder auch die Abgeklärtheit eine entscheidende Rolle spielen würde. In dieser Beziehung hatte das Team von Dariusz Skrzypczak die Nase eine Länge voraus und gewann das Schickalspiel schlussendlich nicht unverdient.

Sursee startete wie die Feuerwehr

Im Wissen, die letzten drei Spiele gegen den FC Wangen allesamt gewonnen zu haben, starteten die Gäste aus Sursee wie die Feuerwehr und kamen schon nach 19 Sekunden zu einer guten Möglichkeit, rekordverdächtig früh das Führungstor zu erzielen.

Die erneut umgestellt Wangner Abwehr wurde scheinbar überrascht und musste den Besuchern nach vier Minuten eine weitere gute Chance zugestehen, die aber auch ungenutzt blieb.

Doch im Gegenzug hiess es 1:0 für die Platzherren. Ein schnell ausgelöster Angriff brachte nach einer Passfolge Moser - Gyorgiev Sturmspitze Sant Anna in Abschlussposition, der sich die Chance nicht entgehen liess um zum vielumjubelten Führungstor einschob.

Die Freude bei den Einheimischen dauerte allerdings nicht lange. Ein nahe aufs Wangner Tor getretener Eckball streifte vorerst die Querstange, gelangte von dort zum aufgerückten Aussenverteidiger Liloia, der den Ball über die Torlinie drückte.

Die Probleme in der Wangner Abwehr hätten beinahe in er 11. Minute zu einem weiteren Gegentor geführt. Mit einigem Glück oder aber Unvermögen beim Gegner konnte diese verhindert werden.

In der Folge plätscherte die von Nervosität geprägte Partie, welche bei besten äusseren Bedingungen ausgetragen werden konnte, dahin, ohne grosse Höhepunkte oder erfolgversprechenden Torraumszenen. Beiden Teams gelang wenig Konstruktives und so endete die erste Spielhälfte schon fast logischerweise unentschieden.

Drei späte Wangner Tore

Auch nach Wiederbeginn waren es die Besucher, welche den besseren Start erwischten. Noch war keine Minute gespielt, als Torhüter Marco Häfliger sein ganzes Können aufbieten musste, um einen aus nächster Nähe abgegebenen Ball über sein Tor in Corner abzulenken.

Die Gästespieler schienen für einen Moment den grösseren Kampfgeist aufgeboten zu haben, verbrauchten dabei aber sehr viel Energie, welche ihnen dann in der Schlussphase eindeutig fehlte. Das Spiel stand weiterhin auf Messers Schneide und es schien, Heiri Eggerschwilers Spieler wären mit einem Unentschieden gar nicht unzufrieden.

Doch dann zündeten die Gastgeber den Turbo. Eine erste gute Möglichkeit konnte in der 71. Minute Torhüter Peterhans noch abwenden. Der daraus resultierte Eckball brachte dann aber doch das 2:1. Aus einem Getümmel heraus reagierte Tsvetan Churlinov am schnellsten und wurde von seinen Mitspielern überschwänglich als Torschütze gefeiert.

Nun brachen alle Dämme. Noch versuchten die Besucher zu reagieren, entblössten dabei ihre Abwehr und kassierte prompt in der 80. Minute durch Dragan Gyorgiev das vorentscheidende 3:1. Die Wangner steigerten sich in einen Spielrausch und kamen in der Nachspielzeit gar noch zum 4:1.

Damit gelang gegen Sursee nicht nur die klare Revanche, sondern auch die Verbannung auf den zuvor selber eingenommene Abstiegsplatz. Trainer Dariusz Skrzypczak lobte seine Spieler, die Charakter, Nervenstärke und nicht zuletzt auch ein grosser Kämpferherz gezeigt hätten. Der Sieg sei schlussendlich mehr als verdient.

Wangen – Sursee 4:1 (1:1)

Chrüzmatt,  305 Zuschauer, - SR: Nico Gianforte. - Tore: 5.Sant Anna 1:0. 8. Liloia 1:1. 72. Churlinov 2:1. 80. Gyorgiev 3:1. 91. Gyorgiev 4:1.

Wangen : Häfliger ; Moser, Kokanovic, Bekteshi, Milushev ; Nabarro, Zimmerli (64. Tahiri), Husi, Gyorgiev; Churlinov (78. Gustavo); Sant Anna (92. Jukic).

Sursee: Peterhans; Trost, Huber, Bieri, Liloia; Bernet, Semir Dzombic (85. Kostuniak), Kronenberg, Souto (75. Vogel); Graf, Matic (60. Bolliger).

Bemerkungen: Wangen ohne Guzimovic und Halimi (beide verletzt), Heuscher (RS), Xhema (gesperrt). Sursee ohne Pinto und Gemperle (beide verletzt), Damir Dzombic, Wyder, Türkal und Ehrler (alle abwesend). Verwarnungen: 13. Nabarro (Foul), 33. Liloia (Foul), 43. Milushev (Foul), 70. Trot (Foul). Gedenkminute für den verstorbenen Gönner und Donator Heinz Scherrer). Cornerverhältnis 8:3.