Volleyball
Im neuen Anzug zum Auftaktsieg in die NLA-Finalrunde

Der TV Schönenwerd gewinnt seine erste Playoff-Partie gegen Chênois locker mit 3:0. Einen Dämpfer mussten die Aargauer hingegen neben dem Spielfeld einstecken: Dass nur etwas mehr als 100 Zuschauer kamen, bedeutete Saisonminusrekord.

Raphael Wermelinger
Merken
Drucken
Teilen
Marcin Malicki (l., Nummer 10) und Leandro Gerber (M., 20) blocken gegen Chênois’ Angriff.

Marcin Malicki (l., Nummer 10) und Leandro Gerber (M., 20) blocken gegen Chênois’ Angriff.

HR.Aeschbacher

Dass der TV Schönenwerd mit einem Sieg in die Playoffs starten würde, durfte man erwarten. Schliesslich hatten die Niederämter den gestrigen Gegner Chênois in dieser Saison bereits dreimal bezwungen. Die Westschweizer blieben auch gestern chancenlos und gingen gleich mit 0:3 unter.

Unerwartetes gab es lediglich vor dem Spiel: Nur etwas mehr als hundert Zuschauer fanden den Weg in die Däniker Erlimatthalle – dies bedeutet Saisonminusrekord. Dabei hatten sich die Schönenwerder extra in Schale geworfen. Allen voran das Trainerduo Bujar Dervisaj und Marco Fölmli, die erstmals im schicken Anzug an der Seitenlinie standen.

Was gestern an der Seitenlinie dagegen fehlte, waren die Linienrichter. Es waren schlicht keine aufgeboten worden – ein Novum in dieser Saison, Auswirkungen hatte dies jedoch nicht. Und noch etwas war neu: Leandro Gerber, lange Zeit verletzt und dann zum Aufbau im NLB-Team eingesetzt, gab sein Comeback im Schönenwerder Fanionteam. Die neue Nummer 20 spielte durch und war neben Captain Jan Schnider der erfolgreichste Scorer des Heimteams.

Problemloser Auftakt ins Spiel

Den ersten Satz sicherte sich der TV Schönenwerd mit drei starken Aufschlag-Serien. Zwei Service-Winner von Schnider und eine Finte von Passeur Giger brachten den TVS schnell mit 9:3 in Führung. Wenig später erhöhten die Gastgeber mit Giger am Service und vier Punkten in Folge auf 15:7. Schliesslich brillierte auch noch Malicki am Aufschlag, was seine Mitspieler mit drei Punkten in Folge zum 23:14 ausnutzten.

Der Rest war nur noch Formsache, und nach etwas mehr als zwanzig Minuten hatten die Schönenwerder Satz eins in der Tasche.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs leistete sich der TVS die einzige kurze Schwächephase der gesamten Partie. Die Annahme wackelte, und Chênois’ Topscorer Dos Santos, der im ersten Satz keinen einzigen Punkt verbuchen konnte, nutzte dies mit seinen Services aus. Die Gäste gingen mit einer 8:3-Führung ins erste Technische Timeout.

Diesen Vorsprung verteidigten die Genfer bis zur zweiten Auszeit (16:11), doch danach verkürzten Schnider mit einem Service-Winner und Malicki mit einem Block den Spielstand. Die absehbare Wende kam schliesslich mit Peterlin am Service. Ein spektakulärer Aussenangriff von Gerber, zwei ebenso schöne Blocks von Giger und zwei leichtsinnige Fehler von Chênois brachten den TVS mit 20:17 in Front.

Doch weil der TVS nun auch im Angriff kurze Zeit schwächelte, konnten die Genfer den Spielstand noch einmal egalisieren (23:23). Schönenwerd drehte aber im richtigen Moment wieder auf und holte sich dank eines Aussenangriffs von Gerber den ersten Satzball. Diesen verwertete Gerber gleich selber mit einem Ass.

Auch zum Schluss ohne Probleme

Davon erholten sich die Westschweizer nicht mehr. Bis zum 5:5-Zwischenstand vermochten sie das Geschehen im dritten Satz noch einigermassen ausgeglichen zu gestalten, dann zog Schönenwerd mit neun Punkten in Serie davon. Vor allem die beiden Ausländer Malicki und Peterlin glänzten in dieser Phase beim Heimteam, Chênois baute aber auch merklich ab und schenkte dem Gegner immer wieder einfache Punkte. 25:15 lautete das klare Verdikt im letzten Satz.

Eine dicke Überraschung gab es in den anderen beiden Partien. Lausanne gewann in Näfels gleich mit 3:0. Lugano liess Amriswil dagegen erwartungsgemäss keine Chance. Dadurch eroberten die Schönenwerder den 3. Tabellenrang. Auf das Dervisaj-Team warten nun aber zwei schwierige Partien in Amriswil und Lugano.