Unihockey
Im Kreis der Unihockey-Grossmächte angekommen

Manuel Mucha, Dominic Mucha und Joel Gysin von Olten-Zofingen erreichten an der Unihockey-WM mit dem deutschen Nationalteam den erstaunlichen vierten Rang. Jetzt wartet wieder der Alltag in der beschaulicheren Nationalliga A.

Philipp Indermühle
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Stark gespielt: Manuel Mucha, Joel Gysin und Dominic Mucha (v.l., hier mit Teamguide Jürg Merian).

Stark gespielt: Manuel Mucha, Joel Gysin und Dominic Mucha (v.l., hier mit Teamguide Jürg Merian).

Ein 0:13 im Halbfinale gegen Schweden, ein 0:8 gegen die Schweiz im Spiel um Rang 3 zum Abschluss. Brutale Resultate im Zürcher Hallenstadion für das Team Deutschland, das die WM mit drei Spielern aus dem SML-Team von Unihockey Mittelland bestritten hat.

Und trotzdem erschienen die Deutschen nach dem letzten Spiel gefasst und gelöst in der Medienzone. «Ich hätte mir natürlich einen schöneren Abgang von dieser grossen Bühne gewünscht», musste Joel Gysin gestehen, «aber die positiven Emotionen überwiegen.

In dieser Halle spielen zu können, war ein schönes Erlebnis.» Dem pflichten Dominic und Manuel Mucha bei. «10000 Zuschauer, das ist eine Riesenzahl und das hat Spass gemacht», sagt Manuel Mucha. Und sein Zwillingsbruder Dominic betont: «Nur vier Teams durften das erleben. Wir gehören dazu.»

In bester Erinnerung bleiben dürfte ihnen vor allem das Viertelfinalspiel gegen Lettland. Als Aussenseiter – die Letten hatten zuvor immerhin Tschechien besiegt – stiegen die Deutschen in diese Partie und holten das Maximum heraus. Zum 4:2-Sieg steuerten die Mucha-Zwillinge je zwei Skorerpunkte bei. Dominic Mucha war es gar vorbehalten, mit dem letzten Treffer ins leere Tor für die Entscheidung zu sorgen.

Die Freude bei den Deutschen nach dem grössten Erfolg in der Geschichte ihres Verbandes war grenzenlos. Obwohl es bereits die letzten deutschen Tore an diesem Turnier waren, brachte es Dominic Mucha auf sieben Treffer. Er ist somit Topskorer seiner Mannschaft. «Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich sieben Tore gemacht habe und keinen Assist», meint dieser. «Es ist immer schön Tore zu schiessen, aber den Halbfinal haben wir dank einem grossartigen Team erreicht.»

Eine Equipe, die sich aus mehreren Fraktionen zusammensetzt. In der deutschen, schwedischen und in der Schweizer Liga sind die Spieler engagiert. Diese Einzelteile haben sich an der WM gefunden, wurden durch die positiven Resultate eine richtige Einheit.

Torriecher trotz Nasenblessur

Eine starke Leistung zeigte auch Manuel Mucha, mit zwei Toren und vier Assists. Dies obwohl seine Nase im ersten Spiel durch eine Stockschlag lädiert wurde. «Der Nase geht es wieder besser», lacht er, «nur den Torriecher habe ich dadurch vielleicht etwas verloren.»

Der eine oder andere Treffer mehr wäre drin gelegen. In der Verteidigung machte Joel Gysin einen hervorragenden Job, was nach dem Halbfinalspiel mit der Wahl zum besten Spieler belohnt wurde. Nach dem 0:13 gegen Schweden fiel es ihm zunächst schwer, sich über die Auszeichnung zu freuen. «Insgesamt bin ich mit meiner Leistung schon zufrieden», sagt er aber. «Ich sehe es als eine Art Gesamtbeurteilung, denn in diesem Spiel habe ich mich meiner Meinung nach nicht von der besten Seite gezeigt.»

Eines war die WM für alle drei: Intensiv und anstrengend. Schwere Beine waren beim gesamten Team der Normalfall. «Ich bin froh, gibt es morgen eine Pause», so Dominic Mucha. «Aber dann geht es für uns ja schon am Freitag weiter mit dem Spiel gegen Waldkirch-St. Gallen.»

In der SML kämpft Unihockey Mittelland dann um wichtige Punkte gegen den Tabellennachbarn. Ob der UM-Trainer seine Nationalspieler etwas länger ausruhen lässt? «Mal schauen, ob uns Renato Wyss frei gibt», lacht Joel Gysin. «Es wäre auf jeden Fall schön, jetzt mal eine Weile zu pausieren, um richtig runterzufahren und sich danach wieder voll auf den Verein konzentrieren zu können.»

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