„Beide wollten unbedingt gewinnen und beide hatten Torchancen; wenn Solothurn 4:2 oder Wangen 3:2 gewinnt, könnte niemand etwas dagegen haben“, fasste Gästetrainer Dariusz Skrzypczak zusammen. „Für das letzte Spiel ist es ok, bei beiden ging es um nichts  mehr, aber probierten zu gewinnen“, resümierte sein Antipode Hans-Peter Zaugg.

Fehlende Konsequenz vor dem 0:1

Veronica mit seinem Lattenknaller in der fünften Minute sowie Otomo in der 90. Minute, dessen Schuss Jeffrey Grosjean reflexartig abwehrte, dadurch zur Vorlage für Jukic wurde und von Waylon Grosjean von der Torlinie weg spediert werden konnte, zeigten, dass sich die beiden höchst klassierten Solothurner Fussballklubs nichts schenkten. Sie spielten vom ersten bis zum letzten Moment voll auf Sieg.

Solothurn wollte an seine Serie mit drei Siegen anknüpfen und setzte auf technisch fundierten Kombinationsfussball. Die Hauptstädter erarbeiteten sich optisches ein Übergewicht. „Tendenziell hatten wir mehr Spielanteile, konnten aber aus unserer Überlegenheit zu wenig herausholen, denn wir waren zu wenig gefährlich und zu wenig präsent im gegnerischen Strafraum“, stellte Zaugg fest. In der 54. Minute rächte sich deshalb ein zu ängstliches Verhalten mit zu wenig konsequentem Eingreifen auf der linken Abwehrseite – 0:1 durch Husi.

Direktabnahme zum Ausgleich

Zwingend fiel die Reaktion der Platzherren aus. Sie zwangen die Oltner Vorörtler zum Rückzug in ihre Hälfte. In der 67. Minute erwischte Fleury mit einer in der Mitte gekonnt übernommenen Direktabnahme aus 30 Metern Wangens Geburtstagskind Häfliger – der Standardgoalie feierte seinen 24. Geburtstag – unhaltbar flach ins rechte tiefe Eck.

Dies war der Auftakt zu einer noch intensiveren Fortsetzung. Wangen setzte auf seine Konterstärke. Die Gäste agierten körperbetonter, am Ball aggressiver und versuchten mit weiten Bällen hinter die gegnerische Abwehr zu gelangen. Bis auf die Stadtsolothurner Ausnahme beim 0:1 standen beide Defensivabteilungen kompakt mit konsequenten Interventionen.

„Wir sahen eine hohe Spielkultur, beide blieben in der Vorwärtsbewegung, und wir waren mit Grygoriev brandgefährlich, obwohl Solothurn gut zugemacht hat“, beurteilte Skrzypczak. „Sie hatten ihre Konterchancen und man sah, dass beide nicht verlieren wollten“, befand Zaugg das 1:1 als gerecht. Damit blieb Wangen einen Punkt oberhalb des zweiten Abstiegsranges und tat das Seinige, um nicht von den beiden anderen Plätzen trotz Bonus dank des besseren Torverhältnisses abhängig zu sein.

Solothurns Bemühungen, den gegen Schluss aufstrebenden Trend zu bestätigen, gelang mit einer erneut engagierten Leistung und somit elf Punkten aus den letzten fünf Spielen.

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