Eishockey
Im gewohnten Farmteam-Blues - und doch holt sich Olten mit einem Sieg gegen GCK den Leaderthron

Kurz nach dem Cup-Knaller gegen den EV Zug finden die Powermäuse ohne Probleme in den NLB-Alltag zurück. Vor heimischem Publikum können die Oltner überzeugen und gewinnen gegen die Gäste aus Zürich mit 5:2.

Yann Schlegel
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 Philipp Wüst (Nr. 32) hat das 2:1 für Olten erzielt.
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 Cédric Schneuwly in aussichtsreicher Position. Er wird aber noch am Torschuss gehindert.
Olten - GCK Lions

Philipp Wüst (Nr. 32) hat das 2:1 für Olten erzielt.

André Grossenbacher

Obwohl die Dreitannenstädter im Duell mit Kleinen der NLB üblicherweise für packende Dramaturgien besorgt sind, zog das Duell mit den Babylöwen wenig überraschend «nur» 2956 Zuschauer an. Auch dieser Freitagabend und das 13. Meisterschaftsspiel brachten den Oltnern nicht das richtige Rezept, um den Farmteam-Blues zu überwinden.

Bezeichnend für diesen Genre an Spielen ist, dass Olten meist dann, wenn sich Entspannung am Horizont ankündigt, wieder einen Rückschlag erleidet. So zog Maurizio Mansi nicht zum ersten Mal früh die Handbremse. Oltens Headcoach bezog sein Timeout bereits deutlich vor Spielmitte. Die Wirkung kam gelinde gesagt mit Verzögerung. Denn zunächst verzeichneten die Gäste mit schnellem Umschaltspiel ihre beste Phase. Nur ein unerwarteter Doppelschlag der Oltner lenkte das Spiel dennoch in die Bahnen der Platzherren.

Keine Kür ohne Sorgen

Schnell war klar, dass auch der vierte Farmteam-Akt – nach 6:4- respektive 4:3-Auswärtssiegen in Küsnacht beziehungsweise Zug und einem ebenso wenig schmeichelhaften 4:3-Heimsieg gegen Biasca – nicht zur sorgenfreien Kür werden würde. Denn keine zehn Minuten waren gespielt, da hatten die Gastgeber bereits drei kleine Strafen gefasst. Somit machte sich der EHCO die überzeugenden Startminuten gleich selbst wieder zunichte.
Das Erdulden des ersten Treffers dauerte bis in die 21. Minute, als Neuzuzug Anthony Rouiller endlich auch im Oltner Dress die Lücke fand.

Der amtierende NLB-Meister mit Ajoie hatte dreizehn Spiele lang mit hochkarätigen Chancen gehadert: «Ich bin erleichtert», war beim Offensivverteidiger die Befreiung zu spüren. Beflügelt vom ersten Treffer verspürte Rouiller wenig später gleich wieder den Drang in Richtung GCK-Tor. Die Junglöwen konterten und kamen durch Tim Ulmann prompt zum Ausgleichstreffer. Zurück auf Feld eins.

Nur kurzweilige Entspannung brachte der bereits zitierte Doppelschlag: Wüst und Gedig erhöhten je mit ihrem fünften Saisontor. Doch noch vor der zweiten Sirene brachte Michael Liniger die Spannung mit dem Anschlusstreffer ins Kleinholz zurück.

Nur: Diesmal gelang der Mannschaft von Mansi zumindest im Schlussdrittel so etwas wie ein Bruch mit dem Farmteam-Fluch. Denn GCK war vom druckvollen Forechecking überfordert und als Folge weitgehend wirkungslos. Selbst das Geschenk in Form einer neuerlichen Oltner Strafe konnten die Zürcher nicht annehmen. Ueli Huber beseitigte die letzten Zweifel mit dem Treffer ins leere Tor.

«Es steckt so viel Qualität in diesem Team, niemand will die Drecksarbeit erledigen», eruierte Rouiller den Grund für den abermals mühselig erspielten Sieg. Immerhin: Mit den Kleinen tut sich nicht nur Olten schwer. La Chaux-de-Fonds gewann im Tessin erst nach Verlängerung. Der EHC Olten reist heute als Leader nach Rapperswil.

Telegramm:

EHC Olten - GCK Lions 5:2 (0:0, 3:2, 2:0)

Kleinholz. – 2956 Zuschauer. – SR: Erard (Huguet/Kehrli). – Tore: 21. Rouiller (Schwarzenbach, Hirt/Ausschluss Sidler) 1:0. 24. Ulmann (Karrer, Allevi) 1:1. 34. (33:53) Wüst (Feser, Ast) 2:1. 35. (34.39) Gedig (Ulmer, Diem) 3:1. 37. Liniger (Hinterkircher, Högger) 3:2. 48. Feser (Truttmann) 4:2. 59. Huber (Hirt/ins leere Tor) 5:2. – Strafen: je 5-mal 2 Minuten.

Olten: Mischler; Bagnoud, Rouiller; Kobach, Gedig; Pargätzi, Meister; Schnyder, Ast; Schwarzenbach, Ramon Diem, Ulmer; Wüst, Feser, Truttmann; Huber, Schneuwly, Hirt; Sahli, Mäder, Aeschlimann.

GCK: Zürrer; Peter, Sidler; Braun, Geiger; Büsser, Karrer; Breiter, Phil Baltisberger; Hinterkircher, Liniger, Högger; Bachofner, Dominik Diem, Zumbühl; Lazarevs, Ulmann, Allevi; Miranda, Prassl, Puntus.

Bemerkungen: Olten ohne Grieder, Hürlimann und Morini. GCK ohne Hächler und Luchsinger (alle verletzt). – 24. Timeout Olten. 35. Timeout GCK. GCK ab 57:51 bis 58:41 ohne Torhüter. Anthony Rouiller (Olten) und Tim Ulmann (GCK) als beste Spieler ausgezeichnet.

Das Spiel im Liveticker zum Nachlesen: