Aufstiegsspiele

Iliria und Wangen: Plötzlich rannten alle nur noch nach vorne

Der Wangener Marco Günter kommt gegen Ilirias Captain Avni Xhema (rechts) zum Flanken. Foto: HPS

Der Wangener Marco Günter kommt gegen Ilirias Captain Avni Xhema (rechts) zum Flanken. Foto: HPS

Für ein paar trügerische Augenblicke hing der Himmel im Solothurner Stadion voller albanischer Fahnen: In der Nachspielzeit schoss Iliria zwei Tore zum 3:1-Sieg und der Jubel war grenzenlos - bis das Resultat aus Mümliswil bekannt wurde.

In der 12. Minute drückte Wangens Mittelfeldstratege Fabian Pfister dem Aufstiegsspiel seine Marke auf, indem er einen schnellen Konter zur Führung für die Berner verwertete. Damit wurde die Aufgabe für Iliria Solothurn doppelt, ja dreifach schwer.

Für 30 Minuten gefühlt in der 2. Liga

Wangen stand also während mehr als einer halben Stunde mit einem Bein in der Solothurner 2. Liga. Zwar griff Iliria mit dem Mute der Verzweiflung an und produzierte auch immer wieder heisse Situationen. In der 25. Minute traf zum Beispiel Spielertrainer Perparim Redzepi den Pfosten. Aber rein wollte der Ball nicht.

Beinahe 0:2-Rückstand für Iliria

In der 30. Minute hätte Fabian Pfister den Albanern bei einem weiteren Konter sogar fast den Todesstoss versetzt, aber sein Heber ging nicht nur über Goalie Nadircan Dilsiz, sondern auch über das Tor.

Zu früher Jubel

In der 40. Minute jubelte das Stadion erstmals. Doch es war zu früh, das Tor zählte wegen Abseits nicht. Und Wangen durfte zur Pause attestiert werden, den schön herausgespielten Vorsprung abgeklärt verwaltet zu haben.

Ausgleich in der 50. Minute

Nach einem Lattenschuss von Bekim Dermaku in der 50. Minute war es dann so weit: Besim Racipi traf zum verdienten 1:1. Auch Wangen hatte sein Pulver noch nicht verschossen, aber ein Kopfball von Michel Bühler ging in der 64. Minute knapp daneben.

Chaos in der Endphase

Und plötzlich brach die helle Panik aus im Stadion Solothurn. Beide Seiten rannten nur noch nach vorne, vier bis fünf Stürmer hatten es auf beiden Seiten im Strafraum nur noch mit zwei Verteidigern zu tun. «Wir haben erfahren, dass Mümliswil 3:1 gewonnen hat und dass wir das Siegestor brauchen», erklärte Wangens Trainer Reto Ingold das unglaubliche Chaos.

Starker Gästetorhüter

In der 85. brauchte es eine Glanzparade von Goalie Mike Hiller, um Ilirias Führungstor zu verhindern. In der 89. Minute hatten die Wangener gleich mehrfach alleine vor dem Tor die Chance, den Match zu entscheiden. Auf der anderen Seite machte es Iliria besser und schoss in der Nachspielzeit noch zwei Tore und gewann 3:1. Doch der zunächst euphorische Jubel der Albaner brach nach kurzer Zeit ab und es wurde allen klar: Mit diesem Resultat steigt keine der beiden Mannschaften auf.

Grossartiges Fussballfest

Dabei hatten der FC Iliria Solothurn den bisher wichtigsten Tag der Vereinsgeschichte perfekt wie ein Länderspiel vorbereitet. Im Stadion fanden sich mehr Zuschauer ein, als wenn der FC Solothurn in der 1. Liga spielt. Die Mannschaften liefen mit Kindern an der Hand ein und die Stimmung war geprägt von einer riesigen Erwartung. Am Ende blieb immerhin der Trost, ein tolles, faires und spektakuläres Fussballfest organisiert zu haben.

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