Regionalfussball
Iliria ist das Top-Team, Mümliswil das Flop-Team

Wintermeister FC Iliria hat ein Abwehrbollwerk, der SC Fulenbach stellt mit Dzenis Poljak den Topskorer der Liga und der FC Härkingen ist eine Heimmacht – das Fazit zur Vorrunde in der Solothurner 2. Liga.

Raphael Wermelinger
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Fulenbachs Dzenis Poljak (Nr. 17) war in der Vorrunde mit seinen 15 Toren die prägende Figur der Solothurner 2. Liga.

Fulenbachs Dzenis Poljak (Nr. 17) war in der Vorrunde mit seinen 15 Toren die prägende Figur der Solothurner 2. Liga.

Remo Fröhlicher

Daumen hoch für die Top-4-Klubs der Solothurner 2. Liga. Allen voran für den Wintermeister FC Iliria, dem in der Vorrunde der grösste Satz nach vorne gelang. Der Double-Gewinner der Saison 2015/16 war in der letzten Spielzeit nur Achter. Jetzt liegen die Stadt-Solothurner zur Halbzeit an der Tabellenspitze. Getragen von einer überragenden Defensive, die in elf Spielen nur fünf Gegentore zuliess, gab der FC Iliria insgesamt nur fünf Punkte ab – bei der 0:1-Niederlage gegen Biberist und beim 0:0-Remis gegen den FC Grenchen 15.

Der erste Verfolger Fulenbach hat die vergangenen vier Saisons auf dem zweiten Platz beendet und dieses Abonnement unter dem neuen Trainer Alain Roussel verlängert. Nach fünf makellosen Siegen lag die beste Offensivabteilung der Liga um Topskorer Dzenis Poljak anfangs September noch auf dem ersten Platz. Ein Zwischentief mit den Unentschieden gegen Bellach und Trimbach sowie der 0:2-Niederlage im Spitzenkampf gegen Iliria spülte Fulenbach auf Platz zwei zurück.

Steigerungslauf des FC Grenchen 15

Weitere zwei Punkte dahinter lauert der FC Grenchen 15. «Wir hatten einen schwierigen Start», blickt Trainer Mirko Recchiuti auf die 0:2-Auftaktniederlage gegen Fulenbach zurück. Das Team habe etwas länger gebraucht, um sich zu finden: «Ein neuer Trainer, viele neue Spieler und generell eine sehr junge Mannschaft – das hätten sich viele Leute im Klub wohl einfacher vorgestellt.»

Grenchen ist seit dem ersten Spieltag ungeschlagen. Sieben Siege sowie drei Unentschieden sammelte der Stadtklub seither. «Mit unserer Punktzahl bin ich zufrieden», lautet Recchiutis Fazit. «Wir haben die zweitbeste Defensive und erzielten fast drei Tore pro Spiel. Das ist gut. Die Konkurrenten haben es halt noch ein bisschen besser gemacht, das müssen wir anerkennen.»

Vier Teams im Liga-Mittelfeld

Auch dem FC Härkingen winden wir ein Kränzchen. 24 Punkte brachten den Gäuern in der Vorsaison nur Platz zehn ein. Jetzt haben die Härkinger bereits 21 Punkte auf dem Konto. Weil Härkingen heuer eine Heimmacht ist. Aus den fünf Heimspielen resultierte das Punktemaximum. Nicht als Flop, aber doch als Enttäuschung muss die Platzierung des FC Biberist bezeichnet werden. Der Absteiger aus der 2. Liga inter startete gut, bezwang am zweiten Spieltag den FC Iliria, zog in der Folge aber gegen Fulenbach, Grenchen und Härkingen den Kürzeren.

Weder Fisch noch Fleisch – so lässt sich die Vorrunde der Leberberger Vereine FC Lommiswil (6.) und FC Bellach (7.) rekapitulieren. Lommiswil wird immerhin auch in seiner zweiten Saison nach dem Aufstieg nicht um den Verbleib in der 2. Liga zittern müssen. Vom FC Bellach durfte man deutlich mehr erwarten. Noch bitterer als der Mittelfeld-Platz in der Liga war das frühe Ausscheiden im Cup, nachdem die Bellacher die letzten zwei Austragungen für sich entschieden hatte. Bellach hat wie die Wundertüte FC Trimbach auf Platz acht noch ein Spiel in der Hinterhand. Die Trimbacher punkteten mal gegen Top-Teams wie Fulenbach und Biberist, unterlagen auf der anderen Seite dem FC Olten II mit 1:9.

«Nicht dort, wo wir hinwollten»

Die Liste der Flop-Teams führt der FC Mümliswil an. Nach dem herausragenden vierten Platz im Vorjahr wurden die Guldentaler von den Konkurrenten wie auch von dieser Zeitung als Geheimfavorit gehandelt. Diesen Vorschusslorbeeren wurden die Mümliswiler nicht gerecht. Aus den letzten sieben Spielen resultierten gar nur zwei Zähler. Den Tiefpunkt bildete die 0:1-Heimniederlage gegen das Schlusslicht Croatia am zehnten Spieltag. «Ich würde uns nicht als Flop bezeichnen», relativiert Trainer Remo Bürgi, «aber wir stehen sicher nicht dort, wo wir hinwollten.»

Nach der besten Saison in der Klubgeschichte waren die Top 5 das Ziel. Und zwanzig Punkte am Ende der Vorrunde. Beides wurde deutlich verpasst. Als Knackpunkt sieht Bürgi die Niederlage gegen Bellach am fünften Spieltag: «Wir kassierten in der Nachspielzeit das 0:1. Da sind wir in eine Negativspirale geraten.» Die Leistungen waren zwar teilweise auf dem Niveau der letzten Saison, so Bürgi, es fehlten aber die Tore. Bezeichnend dafür die 0:1-Niederlage gegen HNK Croatia: «Wir hatten drei Lattenschüsse, sie treffen aus dem Nichts aus etwa 35 Metern.» Bürgi will das Team in der Winterpause mit zwei Zuzügen verstärken, ansonsten aber nicht alles umkrempeln: «Wir haben unseren Stil und mit dem waren wir in der letzten Saison ja auch erfolgreich.»

Es wird eng für Blustavia

Der SC Blustavia findet sich wie in der letzten Saison im Abstiegskampf wieder. Weil die Stadt-Solothurner wiederum den Start vergeigten. Nach fünf Runden wartete «Blusti» immer noch auf den ersten Punkt. Die beiden Siege gegen Härkingen und Olten II waren überlebenswichtig. Sollten aber mehr als zwei Klubs aus der 2. Liga absteigen müssen, wird es ganz eng für den SC Blustavia.

Die grossen Enttäuschungen in der Vorrunde waren ganz klar die beiden Aufsteiger Olten II und Croatia. Die Oltner gewannen am zweiten Spieltag das Direktduell, der zweite Sieg schaute gegen ein an diesem Tag desaströses Trimbach heraus. Ansonsten war die Reserven des FC Olten nicht konkurrenzfähig. Die Resultate, 0:11 gegen Iliria, 0:6 gegen Fulenbach oder auch das 1:8 gegen Biberist, verdeutlichen dies.

Gar noch schlechter präsentierte sich der HNK Croatia. Rund fünf Gegentore kassierte das Team pro Spiel im Schnitt und erzielte auf der anderen Seite exakt eines pro Partie. Mehr als ein 1:0-Sieg in Mümliswil und ein 2:2 gegen Blustavia lag nicht drin. Man darf gespannt sein, ob die Kroaten für die zweite Saisonhälfte aufrüsten werden.

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