FC Solothurn

«Ich spiele dort, wo es mich braucht» - Hannes Hunziker startet durch

Hannes Hunziker (Mitte) lässt sich von seinen Mitspielern Massimo Veronica (links) und Leo Schrittwieser feiern.

Hannes Hunziker (Mitte) lässt sich von seinen Mitspielern Massimo Veronica (links) und Leo Schrittwieser feiern.

Der FC Solothurn ist Tabellenführer in der 1. Liga. Auch dank dem 22-jährigen Mittelfeldspieler Hannes Hunziker, der in drei Partien ebenso viele Tore erzielte.

Der Start in die neue Saison ist dem FC Solothurn mit seinem neuen Trainer Dariusz «Darek» Skrzypczak mit den drei Siegen gegen Zug 94 (2:0), Buochs (3:1) und Aufsteiger Kickers Luzern (4:0) optimal gelungen. Dank des Torverhältnisses von 9:1 grüssen die Ambassadoren als Leader vor der ebenfalls verlustpunktlosen U21-Equipe des FC Luzern (12:6).

Morgen Samstag kommt der zweite Aufsteiger Langenthal zum Nachbarschaftsduell ins Stadion des FC Solothurn (16.00). Die Oberaargauer warten wie ihre Mitaufsteiger aus der Leuchtenstadt auf den ersten Saisonpunkt. Gegen Luzern II und GC II verloren sie je 1:5 und gegen Münsingen 2:4. Dies macht den Zweitletzten unter Cheftrainer Fabrizio Romano aber umso gefährlicher.

Hofft auf frühe Führung

«Dieser Match wird nicht einfach für uns. Wir sind der Favorit, und die Ausgangslage ist ähnlich wie gegen die Kickers», sagt Solothurns Topskorer Hannes Hunziker mit seinen drei Treffern. Er will gegen Langenthal seine gute Serie ausbauen: «Wir hoffen auf eine frühe Führung, damit wir den Sieg verwalten können. Denn der Druck ist da, weil du gegen diese Mannschaften nicht verlieren darfst.» Der 22-Jährige weist noch auf eine weitere Gefahr hin: «Man passt sich dem Gegner an.» Dagegen werde Taktikfuchs Dariusz Skrzypczak die geeigneten Massnahmen zu treffen wissen, so Hunziker.

Topskorer beim FC Solothurn: Hannes Hunziker (links). Bieri/Archiv

Topskorer beim FC Solothurn: Hannes Hunziker (links). Bieri/Archiv

Obwohl sieben der neun Saisontore bisher von Mittelfeldspielern erzielt wurden – nebst den drei Treffern von Hunziker deren zwei von Massimo Veronica und je eines von Leo Schrittwieser und Sacha Stauffer –, habe dies nichts mit einer neuen Taktik zu tun, betont der Student an der Pädagogischen Hochschule FHNW in Solothurn. «Vielmehr spricht es für die Stürmer, denn wie Loïc Chatton den Ball gegen die Kickers Veronica zum 0:4 vorlegte, spricht für die Uneigennützigkeit der Stürmer im Dienste der Mannschaft», hält Hunziker fest. Für den gegenwärtigen Praktikanten an einer 6. Klasse in Luterbach kommt dazu: «Wir gönnen einander die Tore und machen keinen internen Wettkampf.»

Taktik-Fuchs Skrzypczak

Hannes Hunziker stellt weiter fest: «Wir Offensivleute haben alle einen guten Schuss, das üben wir in den Trainings.» In den Trainings mit dem neuen Übungsleiter Dariusz Skrzypczak komme aber vor allem auch der Taktik eine grosse Bedeutung zu. «Unser super Start ist eine Konsequenz von seiner hohen Professionalität in diesem Bereich», sagt Hunziker über seinen Trainer. Skrzypczak stelle seiner Mannschaft den Gegner jeweils genau vor und erkläre seinen Spielern, wie sie reagieren müssen und wie sie spielen sollten, ergänzt der in Kappel bei seinen Eltern wohnende Stammspieler.

Seine fünfte Saison beim Erstligisten begann Hunziker in Zug als linker Flügel. «Im Zentrum ist eigentlich der von Breitenrain gekommene Shpetim Arifi vorgesehen. Weil er sich jedoch einer Blinddarmoperation unterziehen musste, bin ich für ihn an seiner Stelle eingesetzt worden, denn ich kann verschiedene Positionen auflaufen. Ich spiele dort, wo es mich braucht», bemerkt Hunziker. Am Mittwoch konnte Arifi erstmals wieder am Mannschaftstraining teilnehmen. Seinen Ernstkampf-Einstand kann er voraussichtlich in zwei Wochen gegen Sursee geben.

Seit 2013 im Fanionteam

Hunziker, der als Zwölfjähriger den Schritt vom FC Kappel (2000–2007 Junioren F bis D) zum Hauptstadtklub wagte (2007–2012 U12 bis U16; 2012– 2013 CCJ-League A), wurde in der U13-Kantonalauswahl unter Rolf Feuz entdeckt. Auf die Saison 2013/14 holte ihn Roland Hasler ins Kader des Solothurner Fanionteams. Für den Kappeler ist das Ganze ein Puzzle, zu dem das gemeinsame Pasta- und Salat-Essen vor den Auswärtsspielen im Stadion, die kleinen Aufmerksamkeiten der Dresswäscherin Manuela Lüthi – nach einem Sieg steckt sie jeweils ein «Kärtli» und ein «Schöggeli» ans Dress, den Torschützen eine Lindor-Kugel – sowie die Fan-Unterstützung. «Es ist nicht selbstverständlich für einen Erstliga-Verein, solch leidenschaftliche Fans zu haben», unterstreicht Hannes Hunziker diese wichtigen Motivationshilfen.

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