Reiten
«Ich mache mir keine Sorgen über zu grossen Druck»

Die 20-jährige Emilie Stampfli gehört zu den grossen Hoffnungsträgerinnen der Schweiz. Die Solothurnerin hat die Junioren- Schweizer-Meisterschaft 2011 gewonnen und holte letztes Jahr Gold an der Team-Europameisterschaft in Spanien.

Jan Arnet
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Emilie Stampfli will auch in Zukunft hoch hinaus

Emilie Stampfli will auch in Zukunft hoch hinaus

Marco Muller CH

Mit weiteren Topresultaten wie ihrem Sieg am CSI Zürich, dem 3. Rang am CSIO St. Gallen oder dem 2. Rang am Top-10-Final in Ascona hat die Urenkelin des ehemaligen Bundesrats Walther Stampfli bewiesen, dass sie mit der Weltelite mithalten kann. Von grossem Erwartungsdruck will Stampfli aber nichts wissen.

Emilie Stampfli, Sie haben bereits gezeigt, dass Sie die besten Reiter schlagen können. Was erwartet die Schweiz von Ihnen?

Emilie Stampfli: Bis ich zu den besten Reitern der Welt gehöre, ist es noch ein weiter Weg. Ich hatte sicherlich einen guten Anfang und bin auf dem richtigen Weg. Aber von grossen Erwartungen habe ich noch nicht viel gespürt. Ich setze mich nicht unter Druck. Vielmehr konzentriere ich mich auf meine Leistungen und versuche, mich weiter zu steigern.

Was braucht man, wenn man zur Weltspitze gehören will?

Wichtig ist, dass das Team stimmt. Ich habe ein tolles Umfeld und einen guten Trainer. Das macht schon sehr viel aus. Mit Nikita du Luot besitze ich ausserdem ein schnelles Pferd, das ich extrem gut kenne. Ich reite bereits seit sieben Jahren auf Nikita. Trotz allem bin ich mit meinen 20 Jahren ein Küken im Reitsport. Was mir noch fehlt, ist die Erfahrung.

Ist die EM in Italien Ende Juli Ihr nächstes Ziel?

Ja, an der Europameisterschaft in Arezzo wird ein Podestplatz das Ziel sein. Es wäre zudem schön, wenn wir mit dem Team die Goldmedaille verteidigen könnten.

Wie bereitet man sich auf eine Europameisterschaft vor?

Eigentlich gleich wie bei jedem anderen Wettkampf, nur ist man vielleicht ein wenig nervöser und angespannter. Ich trainiere jeden Tag. Vor allem ist aber wichtig, dass die Pferde fit bleiben.

Sie können mit Ihrem Alter noch bei den Jungreitern antreten. Wird der Fokus in Zukunft auf die Elite gelegt?

Ich starte zwar noch bei den Jungreitern, will mich aber in Zukunft noch mehr an den Profis orientieren. Schliesslich kann ich, wenn ich mehr gefordert bin, auch mehr aus mir herausholen.

Gibt es nach Ihrem Matura-Abschluss noch andere berufliche Pläne, die nichts mit Reitsport zu tun haben?

Nach den fünf Jahren in der Sportklasse der Kantonsschule Solothurn würde ich gerne Architektur studieren, mit dem Sport ist das aber schwer zu vereinbaren. Momentan konzentriere ich mich nur aufs Reiten. Mir ist es aber wichtig, dass ich neben dem Reiten noch eine Alternative habe. Man weiss schliesslich nie, was kommt. Demnach ist das Thema Studium noch nicht ganz vom Tisch.