Nach den ersten, sieglosen Runden machte man sich in Solothurn bereits Sorgen um die Zukunft des FCS in
der 1.Liga. Dann gelangen aber Siege, und die Situation hat sich entspannt. «Das ist besser so als ein guter Start, auf den viele Niederlagen folgen», sagt Paulo Vogt (33), Solothurns brasilianischer Goalgetter, und fügt an: «Wir haben eine neue Mannschaft zusammengestellt und wir mussten uns zuerst finden. Wir wachsen zusammen und werden immer stärker.» Heute will die Hasler-Elf den Aufwärtstrend im Heimspiel gegen Muttenz (17.30) bestätigen. Vogt fühlt sich in Solothurn bereits heimisch. «Ich habe Angebote aus der Challenge League erhalten, aber die waren absolut uninteressant. Ich bleibe viel lieber beim FCSolothurn. Ich verstehe mich mit dem Trainer sehr gut.»

Paulo Vogt träumt davon, mit Solothurn die Aufstiegsspiele zu erreichen. «Das Schönste am Fussball ist, wenn man Schwierigkeiten überwinden kann. Hätte Solothurn 30 starke Spieler, wäre es leicht. Aber mit den vorhandenen Möglichkeiten erfolgreich zu sein, das ist eine tolle Herausforderung. Die Meisterschaft hat gerade erst begonnen, unsere Mannschaft wird noch viele überraschen.»

In der 1.Division der Schweiz sollte er spielen, erinnert sich Paulo Vogt an seine Ankunft in der Schweiz. Dies hatte ihm sein Manager so versprochen. Dass unsere 1. Liga aber nur die höchste Amateurliga ist, das merkte er erst, als er 1999 in Kreuzlingen eintraf. «Ich machte das Beste daraus und dachte, dass ich nach einem halben Jahr wieder nach Brasilien zurückkehren werde», erzählt der heute 33-jährige Stürmer von seinen Abenteuern als junger Fussballer. Dann wurde der FCSchaffhausen auf ihn aufmerksam und er erhielt doch noch einen Profivertrag.

Millionentransfer in die Ukraine

So begann der Aufstieg des 1,90 Meter grossen Angreifers aus Paraná, dem Süden Brasiliens. Für Baden, Winterthur, Vaduz und Luzern schoss er regelmässig viele Tore, und dann wurde Paulo Vogt von Sion aus mit einem Millionentransfer in die Ukraine geschickt. Dort spielte er für Metalurg Donetzk und Stal Alchevsk. «In der Ukraine hat es mir sehr gut gefallen, dort hat es sehr schöne Stadien mit exzellenter Infrastruktur», sagt der typische Mittelstürmer.

Mit einem Zwischenstopp in Zypern kam Paulo Vogt zurück in die Schweiz, doch in Chiasso gefiel es ihm nicht besonders. «Solothurn war für mich eine grosse Überraschung, ich kannte diese Region der Schweiz gar noch nicht. Als ich mit Chiasso in Münsingen spielte, sah mich Trainer Roland Hasler. Er lud mich zu einem Gespräch ein und wir waren uns sofort sympathisch. Ich bin sehr glücklich, nun hier zu sein.»

Die Zeiten der Wanderschaft sollen endlich ein Ende haben, Vogt ist häuslich geworden, hat eine Familie gegründet und kann sich gut vorstellen, sich in Solothurn eine Zukunft aufzubauen. Im Dezember wird er das C-Diplom machen und seine Trainerkarriere starten. Paulo Vogt: «Ich würde gerne hier in Solothurn eine U-Mannschaft trainieren.»