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«Ich akzeptiere die Situation»: EHCO-Verteidiger Philipp Rytz über seine Rolle und sein verlorenes Captainamt

EHCO-Verteidiger Philipp Rytz.

EHCO-Verteidiger Philipp Rytz.

Das «C», für Captain auf der Brust, verloren und deutlich weniger Eiszeit: Verteidiger Philipp Rytz hat persönlich ein holpriges erstes Qualifikationsviertel hinter sich und befindet sich auf Formsuche. Was der 35-Jährige dazu sagt.

Philipp Rytz lehnt sich nach einer Übung, auf dem Eis stehend, bei der Spielerbank über die Bande und fragt witzig in die Runde, ob wer noch zwei andere Beine zur Verfügung hätte. Ein Traubenzucker zur Stärkung – und weiter gehts! Der 35-Jährige wird im Montagstraining gefordert. Oder sind das noch die letzten Corona-Nachwehen, die er spürt?

Klar ist: Philipp Rytz hatte wegen anhaltender Symptome eine längere Quarantäne absolvieren müssen. Erst klagte auch er über die üblichen Beschwerden – Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Fieber, was zwar zügig wieder verschwand. Doch danach kam der Husten auf, der sich hartnäckig weit über die zehn Tage Isolation hinwegzog. Nach über zwei Wochen bekam Philipp Rytz vom kantonsärztlichen Dienst grünes Licht für die Wiederaufnahme des Trainings. Und dieses empfand Rytz in den ersten Tagen als «happig», bekundete insbesondere in der Erholungsphase grosse Mühe, bis er wieder im Alltag angekommen war.

Doch für Philipp Rytz dürfte die ausgedehnte Quarantänezeit vielleicht eine gute Gelegenheit gewesen sein, um etwas Distanz zu finden und den Kopf durchzulüften. Denn mit drei Disziplinarstrafen in den ersten sieben Meisterschaftsspielen heimste der impulsive Verteidiger im Umfeld des EHC Olten keine Pluspunkte ein.

Ganz im Gegenteil: Es gipfelte darin, dass der an Erfahrung kaum zu übertrumpfende Verteidiger sein Captainamt an Dion Knelsen abgeben musste. Ob der Kanadier nun das Amt bis Ende Saison ausführen wird, ist noch unklar.

Dieses erste Qualifikationsviertel dieser in allen Belangen aussergewöhnlichen Saison erlebte Philipp Rytz als ein grosses «Auf und Ab», wie er sagt. «Wenn wir verlieren, bin ich frustriert. Manchmal ist es wichtig, dies zu zeigen und in gewissen Situationen ist es sicher nicht ok. Es war dem Team gegenüber nicht fair, ich habe mich entschuldigt und habe mich auch mit den Coaches ausgesprochen. Für mich ist es abgehakt und ich hoffe für alle anderen auch», sagt Rytz darauf angesprochen.

Das «C» für Captain auf der Brust verloren und deutlich weniger Eiszeit: Philipp Rytz befindet sich nach überstandenen Coronawochen auf Formsuche

Das «C» für Captain auf der Brust verloren und deutlich weniger Eiszeit: Philipp Rytz befindet sich nach überstandenen Coronawochen auf Formsuche

Der Teamspirit steht an erster Stelle

Über die derzeitige Entmachtung als Captain will er nicht zu viele Worte verlieren. «Ich glaube, es ist wichtig, dass ich wieder das mache, was mich ausmacht. Ich ändere mich nicht, nur weil ich das C auf der Brust habe oder eben nicht. Ich akzeptiere die Situation und alles andere ist nicht meine Entscheidung.»

Doch in punkto Leistung auf dem Eis will es eben auch nicht so recht funktionieren, Rytz sucht seine Form. Und so rutschte er in der Verteidiger-Hierarchie ab, verschwand aus dem Powerplay und musste sich mit deutlich weniger Eiszeit begnügen.

«Natürlich hat jeder seine persönlichen Ziele und Vorstellungen, aber das steht nicht im Vordergrund», sagt Rytz ganz professionell und ergänzt: «Klar, ich könnte mich nun darüber beklagen und nach mehr Eiszeit fragen.»

Aber darum gehe es im Teamsport nicht. «Es geht nicht um meine Bedürfnisse.» Es sei ihm viel wichtiger, dass es harmoniere, das Team an einem Strick ziehe und erfolgreich sei.

Nur drei Gegentore in drei Spielen: Defensive Leistungssteigerung

Und das tat der EHC Olten zumindest in den vergangenen drei Spielen mit guten Ansätzen wie zuletzt beim 5:0-Sieg in Sierre. Die Statistik unterstreicht, dass der EHC Olten defensiv an Stabilität zugelegt hat: Nur drei Gegentreffer in drei Partien. «Da wollen wir anknüpfen», sagt Philipp Rytz.

Zu Beginn der Saison seien sie defensiv noch «wie wild umhergeirrt». Doch dann begannen sie darauf Wert zu legen, die Scheibe kontrolliert in den eigenen Reihen zu behalten und nicht einfach bloss aus der Zone zu schlagen. «Das hat zuletzt schon viel besser funktioniert. Und wenn dies funktioniert, gibt das Selbstvertrauen, um auch mal offensiv Akzente zu setzen», merkt Rytz an.

Doch zufrieden dürften sie noch lange nicht sein. Selbst beim Zu-Null-Spiel in Sierre war die Defensive nicht sattelfest. «Wir haben nicht viel zugelassen, aber eben immer noch zu viel. Wir haben noch viel Potenzial, aber die Richtung stimmt.»

Gute Möglichkeiten, an der Sierre-Leistung anzuknüpfen, erhält der EHC Olten heute Abend in Winterthur (20 Uhr). Und wer weiss: Vielleicht auch mal wieder mit einem Erfolgserlebnis für Philipp Rytz an vorderster Front.

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