2. Liga Inter
Hügli schiesst Oberdorf im Alleingang ab

Langenthal schickt Oberdorf in der 2. Liga inter mit einer 6:0-Packung nach Hause. Der FCL muss aber auch im nächsten Spiel punkten, soll der Sieg etwas Wert sein.

Michael Herzig
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Solothurner Zeitung

Nach acht Gegentoren in den letzten drei Partien galt es für Langenthal in erster Linie, wieder zu einem disziplinierten Defensivverhalten zurückzufinden. Zudem wollte man auf dem nassen Terrain mit Mut und Risiko den Gegner vermehrt in Verlegenheit bringen. Beide Zielsetzungen wurden restlos erfüllt. Die Platzherren waren ihrem Widersacher in jeder Phase überlegen, verzeichneten ein deutliches Chancenplus und gewannen einen Grossteil der Zweikämpfe. Von Beginn weg wirkten die Platzherren präsent und lenkten die Partie mit einem frühen Tor in die richtige Spur. Von den jüngsten Unzulänglichkeiten in der Abwehr und der uninspirierten Spielweise im Offensivbereich war auf einmal nichts mehr zu sehen.

Fünf Tore in 69 Minuten

Zum Spieler des Tages avancierte Marcel Hügli. Der Stürmer war gestern nicht zu stoppen und konnte sich als fünffacher Torschütze auszeichnen lassen. Mit zwei Kopfballtoren (3. und 66.), einem abgefälschten Freistoss aus 20 Meter (37.), einem kaltblütigen Schlenzer (45.) und einem souverän verwandelten Handspenalty (69.) legte er die Basis zum schliesslich ungefährdeten Sieg.

Erst als er in der 70. Minute anlässlich eines Wechsels in der Innenverteidigung beordert wurde, konnte die gegnerische Hintermannschaft ein wenig aufatmen. Nach dem Spiel sprach der 28-Jährige von einem gelungenen Charaktertest: «Nach den zuletzt mässigen Resultaten hat die Mannschaft einem enormen Druck standgehalten.»

Es folgen wegweisende Spiele

Selbst als die Langenthaler den Sieg bereits im Trockenen hatten, drückten sie weiter auf das Gaspedal. Das Ergebnis hätte sogar noch deutlich höher ausfallen können, wenn der gegnerische Torhüter nicht mit zahlreichen Paraden geglänzt hätte. Schliesslich war es dem fleissigen Gregory Gemperle vorbehalten, in der Nachspielzeit den 6:0-Endstand zu erzielen. Die Freude über den Befreiungsschlag war im Lager der Oberaargauer nach zuletzt nur einem Punkt aus zwei Spielen spürbar. Dennoch war der Fokus nach dem Abpfiff bereits auf die anstehenden Begegnungen gerichtet. «Die drei Punkte nützen uns nur etwas, wenn wir im nächsten Spiel nachlegen können», meinte Marcel Hügli. Tatsächlich stehen wegweisende Partien für Langenthal an. Gegen die Spitzenteams aus Moutier und Serrières müssen mindestens vier Zähler resultieren, um im Aufstiegskampf zu verbleiben.