Handball
Horzogenbuchsee hat ein Problem mit der Chancenauswertung

Herzogenbuchsee verliert das erste Aufstiegsspiel zur Swiss Prime League. Das Resultat 21:27 deutet auf einen Einbahn-Spiel hin, doch dies war nicht der Fall. Es war für beide Teams ein harter Kampf.

Hans Peter Schlaefli
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Vera Bernard von Herzogenbuchsee
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Daria Kaiser in Action (Herzogenbuchsee)
Isabel Prinzing musste gegen die Baslerin Daniella Nyffenegger untern durch.
Eliane Estermann
Vera Bernhard wird von den Baslerinnen Sarina Hochstrasser und Stephanie Mathys in die Zange genommen.
„Das Problem mit der Chancenauswertung“
Isabel Prinzing musste gegen die Baslerin Daniella Nyffenegger untern durch.

Vera Bernard von Herzogenbuchsee

Hans Peter Schlaefli

In der Swiss Premier League 2 lief es den Frauen von Herzogenbuchsee gut, ja fast etwas zu gut. «Endlich», war man deshalb geneigt zu sagen, als es am Samstag mit der Aufstiegsrunde losging. Und da weht ein anderer, ein bedeutend rauerer Wind. Von der ersten Minute an schenkten sich Herzogenbuchsee und die Spielgemeinschaft Basel Regio nichts. Da wurde unzimperlich attackiert, gehalten und gestossen. Das Schiedsrichterduo liess recht viel laufen, was zu einem emotionsgeladenen Match führte.

Rezept «Brechstange»

In den ersten Minuten hatte Buchsi den Gegner sehr gut im Griff. Im defensiven Zentrum wurden die Räume zugemacht. Basel fand keine Lücken und versuchte es zunächst vergeblich mit der Brechstange - mit Stephanie Mathys, Eliane Estermann und Tatjana Weltner haben sie auch die entsprechend wuchtigen Spielerinnen dazu. Mit Angriffen über die Flügel, mit cleveren und nicht mit kraftvollen Würfen glänzte vor allem Daria Acha-Orbéa. Buchsi ging mit 8:5 in Führung.

Der Start war begeisternd - doch dann riss der Faden etwas. Vor einem Jahr, als sich die beiden Rivalen bereits in der Aufstiegsrunde gegenüberstanden, gewann Buchsi alle drei Heimspiele. Trotzdem stiegen am Ende die Baslerinnen auf. Und dass sie eine Liga höher viel gelernt hatten, zahlte sich nun aus. Mit der Einwechslung der Baslerin Marie-Rose Bütikofer änderte sich alles. Die flinke Rückraumspielerin schaffte es Mal für Mal, die Buchser Defensive auszutanzen.

«Wäre heute mehr dringelegen»

«Wir stellten im Zentrum etwas um, und das klappte leider nicht optimal», analysierte Vera Bernhard die entscheidende Phase. Die Baslerinnen wendeten innert kürzester Zeit das Resultat auf 9:11. Nach einem Timeout und mit den neuen Anweisungen von Coach Jürg Lüthi fand das Team wieder besser Tritt.

Aber auch nach der Pause gingen zu viele Schüsse der Bernerinnen knapp daneben. Selbst zwei Penaltys wurden verschossen. Mit einer derart schlechten Chancenauswertung war keine Aufholjagd möglich. Obwohl Goalie Melanie Lacher eine Glanzparade nach der anderen zeigte, ging das Spiel schliesslich 21:27 verloren.

Positiver Blick in die Zukunft
Trotzdem war Vera Bernhard am Ende nicht ganz unzufrieden. «Phasenweise hatten wir den Gegner im Rückraum gut im Griff, darauf lässt sich aufbauen», meinte der rechte Flügel mit der Nummer 14. «Ich denke, es wäre heute mehr dringelegen. Ein Sieg hätte uns sicher noch einen besonderen Kick gegeben. Aber es gibt keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen, wir haben noch 11 Spiele in dieser Aufstiegsrunde.»