Hornussen
Hornusser Studer schlägt den Nouss durch die Sommernacht

Das erste Red-Bull-Nachthornussen in Zuchwil bietet ein spezielles Schläger-Spektakel.

Hans Peter Schläfli
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Red-Bull-Nachthornussen in Zuchwil
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Der beste Nachthornusser: Sieger Stefan Studer jubelt.
Stefan Studer nimmt Mass am leuchtenden Nouss und haut ihn auf 303 Meter.
Es sah ein wenig wie auf einem Flugplatz aus, wenn der Nouss mit seinem grünen Licht durch den Zuchwiler Nachthimmel schoss.
Die drei besten des Nachthornussens: Sieger Stefan Studer, links der zweitplatzierte Simon Erni, rechts der dritte Peter Berchtold.

Red-Bull-Nachthornussen in Zuchwil

Hans Peter Schläfli

Was für eine Beleuchtung ist den das? Wer hat da beim Zuchwiler Schachenweg von einem Tag auf den anderen einen Flugplatz eingerichtet? Und plötzlich schiesst auch noch ein unbekanntes Flugobjekt mit einer giftgelbgrünen Leuchtspur durch den Nachthimmel.

Es waren nicht etwa Marsmenschen, die auf dem Hornusserplatz vom Publikum frenetisch begrüsst wurden, es waren die besten 32 Abschläger der Schweiz, die sich erstmals in der Dunkelheit massen.

Für das erste Red-Bull-Hornussen vom Samstag wurde extra ein fluoreszierend leuchtender Nouss entwickelt. Abgeleitet wurde dieser von den Bällen, die beim Moonlight-Golf verwendet werden.

Aber damit der Nouss überhaupt leuchtet, muss er zuerst in einer speziellen Kiste erwärmt und mit grellem Licht «geladen» werden. Erst dann kann er gesetzt werden.

Es war ein reiner Schlägermatch, denn das Abtun in der Nacht wäre zu gefährlich gewesen. Wenn das Träf aufschlägt, hinterlässt es auf dem neuartigen Nouss eine tiefe Delle. Das ist – neben der Dunkelheit – eine zusätzliche Schwierigkeit für die Hornusser. Der leuchtende Nouss ist weicher als der schwarze und deshalb schwieriger zu schlagen.

Einen beeindruckte das wenig: Stefan Studer. Mit «er hat Arme wie ein Schweinebauch» wurde der 28-jährige Utzenstorfer Langschläger vom Speaker angekündigt.

Auf 303 Meter jagte er im Final den leuchtenden Nouss, was im «normalen» Hornussen gute, aber noch normale 21 Punkte gegeben hätte. Im erstmaligen Nachthornussen wurde der Streich aber vom Speaker als «Weltrekord» verkauft.

«Ich bin gottenfroh», beschrieb der Champion seine Gefühle bei der Siegerehrung. «Ich bin einer, der normalerweise beim Schlag aufs Träf schaut, und das hat man in der Nacht eigentlich gar nicht gesehen. So musste ich mich ganz aufs Gefühl verlassen, und das ist mir gelungen.»

Den Erfolg beim ersten Red-Bull-Hornussen stuft Stefan Studer als sehr hoch ein: «Es sind die 32 besten Abschläger angetreten und heute gewinnen zu dürfen, das ist das Grösste.»

«Es war ein phänomenaler Abend», zeigte sich gegen Mitternacht – bei weiterhin tropischen 25 Grad – der Zuchwiler Obmann Jürg Eggimann begeistert. Er möchte mit Anlässen wie dem Nachthornussen seinen Sport und die organisierende HG Zuchwil populärer machen.

Mehr als 1500 Zuschauer waren gekommen, um sich das ungewöhnliche Spektakel anzuschauen. «Es ist einfacher, den leuchtenden Nouss zu sehen, was unseren Sport für neue Leute interessant macht. Jetzt hoffe ich, dass der eine oder andere auch an unsere normalen Spiele kommt.»