Bereits Minuten bevor die Schiedsrichter beim Meisterschaftsspiel der Nationalliga B zwischen Gerlafingen-Zielebach B und Aufsteiger Arch-Oberwil A das definitive Resultat über Funk gemeldet hatten, war rund um den Bockstand beim Zielebacher Hornusserhüttli alles klar. Man hat zwar das Spiel gegen den Aufsteiger aus dem Seeland mit einem winzigen Punkt mit 1040:1041 verloren, weil aber der Aufsteiger drei, die Platzherren dagegen nur einen Nouss im Ries nicht abtun konnten, gab es für die solothurn-bernische Mannschaft dennoch zwei Rangpunkte zu verbuchen.

«Ein spannender Hornussernachmittag wie man ihn noch selten erlebt hat», dies das Fazit von Spielführer Thomas Friedli von der HG Arch-Oberwil. «Von der Schlagleistung her können wir mit den vorderen Mannschaften in der Gruppe eins der NLB sehr gut mithalten. Unser Schwachpunkt liegt eindeutig im Abtun. Nur hier können wir im Team etwas ändern. Daher wollen wir in der kommenden Woche zusammensitzen und schauen, was wir ändern können», so der Spielführer.

Nicht zufrieden trotz des knappen Punktsieges zeigte sich auch Arch-Präsident Jörg Hugi. «Ein Ruck muss durch die Mannschaft», forderte er ultimativ. Der Grund liegt darin, dass die Seeländer seit dem Aufstieg auf diese Saison hin nicht mehr nur bis zum 18er, sondern bis zum 20er Abtun müssen. Dass mehrere Spieler bereits in die Jahre gekommen sind und ganz junge Leute mit einem sehr guten Auge im Moment noch fehlen, ist sicher teilweise ein Grund dafür, warum die Mannschaft nach vier Meisterschaftsrunden mit acht Nummern lediglich auf dem vorletzten Platz der Tabelle klassiert ist.

Mit Eigenfabrikat zum Erfolg

Die Bedingungen mit dem wechselhaften Wind und diffusem Licht waren am Sonntag sicher nicht einfach. Auf eigenem Platz kam die Mannschaft von Gerlafingen-Zielebach sicher besser zurecht als die Gäste. Der Match auf des Messers Schneide wurde erst mit dem allerletzten Streich entschieden. Schon nach dem ersten Umgang lagen die Einheimischen mit 520 Punkten lediglich vier Zähler vor dem Gegner.

Am Schluss lagen in der Einzelwertung zwei Spieler gleichauf. Der Sportartikelhändler und Steckenfabrikant Peter Christen von der HG Gerlafingen-Zielebach und Thomas Janz von der HG Arch-Oberwil erzielten mit ihren vier Streichen je 70 Punkte.

Peter Christen, mit Jahrgang 1959 bereits ein Urgestein in seiner Mannschaft, hat die ganze Entwicklung vom Glasfaser- bis zum Kohlefaserstecken mitgestaltet. «Das hat mich manche schlaflose Nacht gekostet», erinnert er sich an die knapp 25 Jahre zurück. «Schliesslich wollte ja auch ich als aktiver Hornusser stets das beste Material haben.»

Gerlafingen-Zielebach B bestreitet die zweite Saison nach der Fusion in der NLB, vorher agierte man drei Jahre als Spielvereinigung.