Jan Lochbihler
Holderbank feiert seinen Schiess-Europameister

Dem Europameister in der Königsdisziplin der Sportschützen wurde in seinem Wohnort Holderbank ein feierlicher Empfang bereitet. Am vergangenen Sonntag gewann der 20-jährige Jan Lochbihler an der Junioren-Europameisterschaft in Bologna (It) seine zweite Goldmedaille in der Einzelkonkurrenz.

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Walter Füeg, Vize-Präsident der Freischützen Balsthal-Klus, gratuliert Jan Lochbihler zum EM-Titel.

Walter Füeg, Vize-Präsident der Freischützen Balsthal-Klus, gratuliert Jan Lochbihler zum EM-Titel.

Hansruedi Aeschbacher

Den ersten Titel hatte er sich an der EM 2008 im Liegendmatch gesichert. In dieser Disziplin wurde Lochbihler in diesem Jahr wegen eines Defekts an seinem Gewehr seinen Erwartungen zwar nicht gerecht, zwei Tage später sicherte sich der Bodenleger dann aber den obersten Platz auf dem Podest im Kleinkaliber-Dreistellungsmatch über 50 Meter. In einem dramatischen Finale setzte er sich gegen seinen russischen Hauptkonkurrenten Kirill Grigorjan am Ende mit einem hauchdünnen Vorsprung von 0,3 Punkten durch. «Dieser Titel ist der goldene Abschluss meiner Junioren-Zeit», äusserte sich Jan Lochbihler nach seinem Triumph.

Gestern Donnerstag fehlten ihm aufgrund des herzlichen Empfangs fast die Worte. Lochbihler zeigte sich gerührt ob der Begeisterung in Holderbank und dankte in seiner Ansprache den Leuten, die ihm diesen Erfolg ermöglicht hatten, für ihre Unterstützung: seiner Familie, seinen Freunden, den Schützen-Kollegen und der Gemeinde Holderbank. Jung und Alt, diverse Dorfvereine, die Musikgesellschaft Eintracht und natürlich auch die Mitglieder seines Stamm-Vereins, die Freischützen Balsthal-Thal, waren gekommen, um den Europameister zu bejubeln und mit Gratulationen zu überhäufen.

Karabiner und Schokolade

Sowohl die Präsidentin des Schweizer Schiesssportverbandes, die Bernerin Dora Andres, als auch der Vorstehende des Solothurner Schiesssportverbandes, Heinz Hammer, lobten Lochbihler in ihren Ansprachen für die erbrachten Leistungen in den letzten Jahren. Bevor er den Apéro eröffnete, bekam Lochbihler spontan Geschenke überreicht: Einen uralten Karabiner, der eventuell zuverlässiger sei als das defekte Gewehr aus dem Liegendmatch, allerdings auch weniger präzise. Für den Hunger, der bei Lochbihler zwischen den einzelnen Wettkämpfen besonders gross gewesen sei, gab es Toblerone. Ob dies die richtige Stärkung ist, wird sich im Verlauf seiner sicherlich noch lange andauernden Karriere zeigen.