Fussball
Höhenflug ohne Zwischenlandung: Die SCD-Frauen stehen an der Tabellenspitze

Nach dem Aufstieg in die Nationalliga B finden sich die Frauen des SC Derendingen an der Tabellenspitzte wieder. Nun gilt es, den Schwung mitzunehmen und die guten Leistungen zu bestätigen.

Hans Peter Schläfli
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Urs Bachmann, Trainer der NLB-Frauen des SC Derendingen

Urs Bachmann, Trainer der NLB-Frauen des SC Derendingen

Jan Arnet

Es ist kaum zu glauben: Die Frauen des SC Derendingen führen schon wieder die Tabelle an. Da sind sie doch als Aufsteigerinnen in der Nationalliga B fantastisch mit drei Siegen und einem Unentschieden gestartet. «Nicht absteigen» oder «ein Platz im Mittelfeld» gaben die Spielerinnen laut Urs Bachmann vor der Saison als persönliche Ziele an.

Keine falsche Bescheidenheit

«Jetzt brauchts keine falsche Bescheidenheit mehr», sagt ihr neuer Trainer heute. «Ich habe das Team mental darauf eingestellt, dass der Aufstiegselan vorbei ist und dass uns niemand mehr unterschätzen wird.» Der Erfolg komme nicht zufällig. Die Vorbereitung sei sehr gut gelaufen und zum Start waren wir in bester Form.

«Jetzt liegt es an uns, den Leistungswillen und die Konzentration auf hohem Niveau zu halten», sagt Bachmann, der vor rund 25 Jahren schon einmal die SCD-Männer in der 2. Liga und später Thun in der 1. Liga trainiert hatte. Dann wurde er Vater und zog sich aus der Szene zurück. «Zwanzig Jahre später bin ich wieder vom Virus infiziert», gibt er zu - und mit ihm auch Tochter Anja Bachmann, die für Derendingen spielt.

Interessante Mischung

Das Team hat eine interessante Mischung. Neben routinierten Frauen wie Andrea Vögeli und Denise Marti, die einst mit dem FFC Zuchwil Schweizer Meister wurden, stehen junge, die aus der U18 des SOFV hervorgegangen sind. Und mitten drin Miriam Stampfli: «Als ich die Verstärkungen gesehen habe, war ich schon optimistisch, aber so etwas kommt doch auch für uns unerwartet, sagt die 24-jährige Verteidigerin aus Halten, die bisher im Detailhandel arbeitete und bald eine zweite Lehre als Malerin beginnen will, zum Höhenflug, den die Derendingerinnen ohne Zwischenlandung fortgesetzt haben.

Neuer Trainer, neue Impulse

Der Hauptverdienst für den Aufstieg gehöre sicher dem damaligen Trainer Maurizio Sturzo. Dass die Siegesserie aber so weitergehe, sei aber auch eine Folge des Trainerwechsels, sagt Stampfli. «Urs Bachmann hat neue Impulse gesetzt und unter einem neuen Trainer kann man auch immer neue Sachen lernen.»

So brauchten die Derendingerinnen kein Glück; ihre guten Resultate waren verdient und sie haben erlebt, dass auch die Gegnerinnen in der Nationalliga B durchaus schlagbar sind. Wäre also ein weiterer Aufstieg in die Nationalliga A reizvoll? Stampfli kontert mit einer Gegenfrage: «Warum nicht? Wenn alle zusammen bleiben und den grösseren Aufwand betreiben wollen, bin ich dabei.»

Nebeneinander statt miteinander

Während es den Frauen ausgezeichnet läuft, liegen die SCD-Männer in der 3. Liga ohne Punkt auf dem letzten Platz. «Wenn ich ehrlich bin, ist es ist mehr ein Nebeneinander als ein Miteinander», sagt Miriam Stampfli. «Es ist wie überall. Der Frauenfussball wird zwar akzeptiert, aber nicht so wichtig genommen. Das ist vielleicht gar nicht schlecht, so versucht uns keiner gross dreinzureden und wir können in Ruhe unser Ding durchziehen.»