Eishockey NLB
Hinten einigermassen fix, vorne weiter nix

Der EHC Olten kehrt auch in Basel nicht zum Siegen zurück. Das Team taucht mit 1:3 und verliert zum sechsten Mal in Serie. Dem EHC Olten fehlt ein Leader, der genaue Pässe aus der Defensive spielt und vor dem gegnerischen Tor für Unruhe sorgt.

Michael Forster
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Basels Justin Mapletoft (links) im Duell mit Olten-Torhüter Thomas Kropf

Basels Justin Mapletoft (links) im Duell mit Olten-Torhüter Thomas Kropf

Giuse Esposito

Zwei Drittel lang sahen die Oltner in der St. Jakobsarena wie der sichere Verlierer aus, obwohl sie nur mit einem Tor hinten lagen. Der Grund war die Offensivabteilung der Gäste, die einfach nicht auf Touren kommen wollte. Harmlos, absolut ohne Überzeugung agierten die Oltner im gegnerischen Drittel und waren, trotz einer Handvoll gar nicht so schlechter Möglichkeiten, weit weg von einem Torerfolg. Es waren vierzig Minuten Eishockey, in welchen sich die Torimpotenz der vergangenen Wochen glasklar widerspiegelte: In den letzten zehn Partien - das Torfestival gegen Thurgau ausgenommen - hat der EHCO ganze 15 Mal getroffen. Und doch fehlte am Ende nicht viel, und die Basler hätten die Partie gar noch aus den Händen gegeben.

Dass die erste Chance des Spiels den Gästen gehörte - Cyrill Aeschlimann, wie schon in der Ajoie als Center eingesetzt, konnte im letzten Moment vor Croce gestoppt werden -, war ein früher «Höhepunkt» im ersten Abschnitt aus Sicht der Oltner. Ihr ehemaliger langjähriger Captain Tassilo Schwarz verpasste zwar im Gegenzug das 1:0, und insgesamt hatten die Basler gegen die EHCO-Defensive nicht unbedingt leichtes Spiel. Doch der erste Sharks-Treffer der Partie kam dann doch noch innerhalb der ersten zwanzig Minuten, womit die Oltner seit nunmehr zwölf Spielen auf eine Führung nach dem ersten Drittel warten. Im Grunde genommen hätten die Basler zu diesem Zeitpunkt mit zwei Treffern in Führung liegen müssen, doch Gartmann und Mapletoft (beide in der 13. Minute) vergaben sogenannt hundertprozentige Möglichkeiten.

Gut getimte Basler Pässe

Die Basler brachten die Vorteile einerseits mit zügig vorgetragenen Angriffen auf ihre Seite, andererseits mit gut getimten Pässen in die Tiefe, mit welchen ihre Gegenüber so ihre Mühe bekundeten. Das Problem lag am gestrigen Abend aber, wie erwähnt, nicht in der EHCO-Defensive. Aeschlimann war noch der auffälligste unter den Oltner Offensivkräften, schnell im Abschluss, aber auch er ohne Erfolg. Es war irgendwie bezeichnend, dass ausgerechnet Yves-Luca Lorenz die aussichtsreichste Aktion des mittleren Abschnitts gelang. Dem jüngsten und mit Abstand unerfahrensten NLB-Akteur wäre in der 40. Minute beinahe der Ausgleich zum 1:1 geglückt. Noch leicht auf die Backhandseite abgedrängt, kam er aber nicht mehr wunschgemäss zum Abschluss. Es war die letzte Aktion in einem Drittel, in welchem die Gastgeber sich dem sehr dürftigen Auftritt der Gäste angepasst und der Partie - mit Verlaub - einen Hauch von «Not gegen Elend» verliehen.

Auch gegen die Basler Sharks wurde eines sichtbar: dem EHC Olten fehlt ein Leader, einer, der den genauen ersten Pass aus der Defensive zu spielen imstande ist und das Spiel vor dem gegnerischen Tor zu dirigieren vermag. Die beiden Ausländer konnten diese Rolle gegen Basel absolut nicht einnehmen. Pecker kam an der Seite von Lorenz und Marcon überhaupt nicht zur Geltung, und auch DaSilva agierte 40 Minuten lang mit viel zu wenig Durchschlagskraft. Immerhin korrigierte er seine Bilanz 39 Sekunden nach der 2. Pause, indem er einen Annen-Abschluss im Nachschuss zum 1:1 verwertete. Der Kanadier steigerte sich in der Folge - wie die ganze Mannschaft, die im dritten Abschnitt plötzlich mithalten konnte und ein paar gefällige Situationen vor Basel-Keeper Croce kreierte.

Thomas Kropf in Topform

Der Treffer hatte den Gästen also Auftrieb gegeben. Pecker traf in der 48. Minute nur den Pfosten, und Remo Hirt, anstelle des abwesenden Della Rossa als Captain aufgestellt, schloss den vielleicht schönsten EHCO-Angriff des Abends (55.) ohne Fortüne ab. Anders die Einheimischen, die einen der gegen Spielende wieder häufiger gewordenen Fehler der Gäste dreieinhalb Minuten vor Schluss zum 2:1 nutzten. Unverdient war die erneute Führung für die Basler bestimmt nicht, vergaben sie doch zuvor zweimal aus allerbester Position. Oder anders formuliert: Goalie Thomas Kropf rettete sowohl gegen Vögele als auch Mapletoft mirakulös und holte sich die Auszeichnung zum besten Spieler seiner Mannschaft mit grossem Abstand. Der letzte Treffer durch Roy ins leere Gehäuse war der eine zu viel, ändert aber nichts an der Tatsache, dass in der Oltner Offensivabteilung allergrösster Handlungsbedarf besteht.