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Hilft dem TV Solothurn das Heimrecht bei der Wende?

Der TV Solothurn will im heimischen Stadion gegen Möhlin die Serie der Niederlagen beenden.

Der TV Solothurn will im heimischen Stadion gegen Möhlin die Serie der Niederlagen beenden.

Mit der Niederlage auswärts gegen den Aufsteiger Emmen erreichte die Negativserie des TV Solothurn am vergangenen Wochenende ihren vorläufigen Höhepunkt. Und mit dem drittplatzierten TV Möhlin folgt nun wieder ein grösserer Brocken. Immerhin kann der TVS gegen die Fricktaler zuhause antreten.

Die Schweizer sind ein Volk von «Hüüslibauern». Ein Eigenheim, ein eigenes Zuhause, ein Ort, der einem selber gehört und wo man machen kann, was man will, das ist nach wie vor der Traum der meisten Leute in unserem Land. Sicherlich gründet dieser Wunsch bei uns sicherheitsbedachten Schweizern häufig auf praktischen und monetären Fakten. Ein Eigenheim ist eine solide Geldanlage, es ist sicher vor Inflation, ist Sicherheit für Kredite und der finanzielle Aufwand ist mit der Zeit eher gering.

Doch der tatsächliche Entscheid, ob jemand sich ein Eigenheim leistet, fällt nicht aus finanziellen, sondern aus emotionalen Gründen. Ein eigenes Zuhause zu haben bedeutet, unabhängig zu sein. Man ist frei in dem, was man tut, wie man es einrichtet, man gewöhnt sich an sein Zuhause und je länger man darin wohnt, desto mehr verleiht es einem ein Gefühl der Sicherheit.

Niederlage gegen vermeintlich schwächeren Gegner

Aus den oben genannten, praktischen Gründen fühlt sich der TV Solothurn ob des aktuellen Zustands des CIS in seiner Heimhalle wohl eher nicht «zuhause». Also muss es konsequenterweise an den emotionalen Gründen liegen. Seit mehreren Dekaden trainiert und spielt der TV Solothurn im CIS. Auch wenn sich die Spieler bisweilen über die vielen Macken der Halle aufregen, so bleibt das CIS doch das handballerische «Zuhause», in dem die Mannschaft Woche für Woche trainiert. Das CIS ist ein Stück «Zuhause», das einem Sicherheit verleiht.

Dreimal in Folge ging der TV Solothurn in den letzten drei Spielen als Verlierer vom Platz. Die erhoffte Rückkehr auf die Siegerstrasse gegen den Aufsteiger Emmen letzte Woche blieb aus. Das Team von Trainer Marco Kurth blieb in der ersten Halbzeit weit hinter seinen Möglichkeiten zurück und musste gegen einen auf dem Papier schwächeren Gegner eine Niederlage hinnehmen.

Mentales Problem überwinden

Mit dem TV Möhlin wartet nun – gemessen an der Tabelle – ein ungleich schwierigerer Antipode auf die Solothurner. Aber vielleicht hilft es dem TVS, dass diese Partie im eigenen «Zuhause» stattfindet. Denn das grosse Manko, das die Aarestädter seit einigen Partien zurückbindet, ist aktuell das Angriffsspiel. Dass die Spieler das Potenzial haben, ein offensives Feuerwerk zu zünden, haben die meisten diese Saison im ein oder anderen Spiel bereits bewiesen. Doch Solothurn beklagt momentan in der Offensive zu viele Fehlwürfe und in heiklen Phasen versagen oft die Nerven. Das Problem scheint demzufolge also eher ein Mentales zu sein und nicht ein Mangel an Fähigkeit.

Das letzte Heimspiel hatte der TVS gegen die Lakers Stäfa. Zwar ging es knapp mit einem Tor verloren, die Leistung der Solothurner war aber bärenstark. Mit einem solchen Auftritt dürfte es für alle anderen Mannschaften, ausser den zwei ungeschlagenen Leadern Endingen und Stäfa, schwierig werden gegen den TV Solothurn.

Die Spieler von Marco Kurth müssen lediglich ihr Selbstvertrauen wiederfinden, ihre Sicherheit im Abschluss. Gerade in einer psychologisch solch heiklen Phase kann die Tatsache Wunder wirken, dass man in der eigenen «Stube», in seinem «Zuhause», antreten darf.

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