Unihockey
Herzschlag-Finale endet glücklos im Penaltyschiessen

Bittere Niederlage für Unihockey Mittelland im Auf-/Abstiegsduell zur NLA: Acht Sekunden vor dem vermeintlichen Spielschluss müssen sie den 5:5-Ausgleich hinnehmen, im Penaltyschiessen unterliegen sie Waldkirch-St. Gallen nach je sechs Schützen.

Leroy Ryser
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Wie auch sein Gegenüber bot UM-Torwart Jan Binder ein starke Vorstellung und wurde folgerichtig zum Best Player gewählt.

Wie auch sein Gegenüber bot UM-Torwart Jan Binder ein starke Vorstellung und wurde folgerichtig zum Best Player gewählt.

Leroy Ryser

125 Zuschauer haben eine für das Herz ungemütliche Partie gesehen. Im dritten Spiel der Auf-/Abstiegsrunde zwischen Unihockey Mittelland und Waldkirch-St. Gallen gab es zwei Treffer in der letzten Minute, mehrere Ausgleichstore, haarsträubend verpasste Torchancen und sogar noch ein Penaltyschiessen zu sehen.

Es war ein Spiel, das ständig auf der Kippe stand. Eine Begegnung die hart geführt, schnell und attraktiv war. Chancen, um einen entscheidenden Vorteil zu ergattern, waren beidseitig zuhauf vorhanden. Dass das Penaltyschiessen entscheiden sollte, war zwei starken Torhütern zu verdanken, welche die Stürmer mehrmals zum Verzweifeln brachten.

Strafen bringen UM zurück

Bis das Adrenalin der Zuschauer auf ein hohes Level stieg, brauchte es Zeit. Der erste Abschnitt endete ohne Tore, gleich zweimal trafen die Ostschweizer Gäste jedoch Aluminium. Der NLA-Vertreter war es dann auch, der entsprechend der Stärkeverhältnisse im zweiten Abschnitt vorlegen konnte.

Die Mittelland-Crew war einen Augenblick unachtsam und Mutter (27.), sowie Göldi (29.) trafen zur 2:0-Führung. Der Anschlusstreffer, erzielt von Severin Merian nur eine Minute später, wurde vom starken Finnen Riku Laaksonen mit dem 3:1 beantwortet. WaSa hatte die Partie im Griff.

Eigentlich. Wegen schlechter Disziplin resultierten aber mehrere Strafen gegen die Favoriten. Während dieser Zeit konnte UM in doppelter Überzahl immerhin auf 2:3 verkürzen, Miika Nieminen nutzte gleich nach Ablauf einer Fünfminutenstrafe die anhaltenden Vorteile zum 3:3.

8 Sekunden vor Schluss

Nach je einem Treffer der beiden Teams drohte die Verlängerung. Ein Luckypunch der ersten Linie schien die Partie aber für Mittelland zu entscheiden. Rafael Wolf traf 58 Sekunden vor Schluss aus dem Slot heraus zur 5:4-Führung.

Mittelland war dann bestrebt, die Führung in der Offensive zu verteidigen, scheiterte aber mit diesem Vorhaben und musste acht Sekunden vor dem Abpfiff den abermaligen Ausgleich hinnehmen.

Bitter, fand auch Torschütze Wolf, denn der Sieg war greifbar. «Wir haben uns nicht zu früh zurückgelehnt. Wir hatten ganz einfach Pech.» Von Kopf hängen lassen war dann aber nichts zu sehen. Mittelland hatte in der Verlängerung sogar die besseren Chancen als Waldkirch-St. Gallen, die während 62 Sekunden in doppelter Überzahl agierten und keinen Treffer erzielten. «Wir hätten die Chancen gehabt», sagte Miika Nieminen etwas frustriert.

Ausgerechnet der Finne, der zum wichtigen 3:3 traf, wurde dann zur tragischen Figur. Bei je fünf geschossenen Penaltys stand es 3:3. Sein Treffer wurde wegen Zurückziehens nicht gegeben, sodass der 4:3-Sieg vertan war. Die Penaltyverlängerung sollten die WaSa-Spieler für sich entscheiden.

Mittelholzer, der schon den 5:5-Ausgleich erzielt hatte, traf im Gegensatz zu Mittelland-Captain Manuel Mucha zum Sieg. «Es ist noch nichts verloren», betonten nach der Partie Nieminen und Wolf. Mittelland steht in der Best-of-Seven-Serie aber dennoch mit 1:2 im Hintertreffen und hat damit den Heimvorteil verloren.