Faustball

Herzens- und Familienangelegenheit: Die Pflugers und ihre Beziehung zu Faustball Neuendorf

Faustball-Neuendorf-Trainer Daniel Pfluger mit seinem Vater Stefan Pfluger, der in den 70er-Jahren beim ersten NLA-Aufstieg des Vereins aktiv dabei war.

Die Familie Pfluger hat den Klub FB Neuendorf nachhaltig geprägt. Nicht zuletzt dank ihrem Engagement geniesst der Faustballverein in der Solothurner Gemeinde einen sehr hohen Stellenwert. Nach der Rückkehr von Daniel Pfluger soll der Verein nun nach einer langen Durststrecke wieder um die Medaillen mitspielen.

Wenn die Haustür hinter Stefan Pfluger ins Schloss fällt und er die Treppenstufen vor dem Hauseingang heruntersteigt, dann fällt sein Blick automatisch auf die grosse Wiese hinter dem Schulhaus in Neuendorf.

Nur ein Steinwurf entfernt von Stefan Pflugers Haus liegt die Heimspielwiese des Vereins Faustball Neuendorf, dem er seit seiner Kindheit angehört. Auf dieser Wiese hatte bereits sein Vater mit seinen Kollegen Faustball gespielt und hier begann im Alter von 17 Jahren auch die Faustballkarriere von Stefan Pfluger.

Zu seiner Aktivzeit stiegen die Faustballer aus Neuendorf Ende der 70er-Jahre erstmals in die höchste Spielklasse der Schweiz auf. Stefan spielte damals gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Christian in der ersten Mannschaft.

Karriere geprägt

Die Brüder blieben dem Verein auch nach ihrer Zeit in der ersten Mannschaft treu. Christian wurde Vereinspräsident, Stefan übernahm das Amt als Vereinstrainer. Fast zwanzig Jahre stand er als Coach an der Seitenlinie und prägte so auch die Faustballkarriere seines Sohns Daniel.

Dieser spielte bis zu seiner Lehre parallel Fussball im Nachbardorf Härkingen und Faustball in Neuendorf. Dann entschied er sich für den Faustball-Sport. Der richtige Entscheid, denn 2003 gewannen die Neuendörfer die Bronzemedaille in der NLA.

Ein grosser Erfolg für Daniel Pfluger und seine Teamkollegen, die damals von Stefan Pfluger trainiert wurden. «Das war die letzte Medaille, die wir bei der Elite geholt haben», blickt Stefan Pfluger zurück, der seither als Spieler der Neuendörfer Senioren-Equipe noch fünf Schweizer-Meister-Titel gewonnen hat.

Die Treue gehalten

Nach dem Erfolg 2003 trat Stefan Pfluger als Trainer zurück. «Es war an der Zeit, Platz zu machen für die Jungen», sagt er. Auch Daniel Pfluger trat kürzer. Während zehn Jahren spielte er wieder Fussball in Härkingen.

Auf dem Faustballplatz war er bloss noch als Zuschauer anzutreffen. Nur noch im Notfall kam er als Spieler zum Einsatz. Dem Verein Faustball Neuendorf hielten die Pflugers jedoch stets die Treue.

Für sie ist er eine Herzensangelegenheit. Nicht zuletzt deshalb, weil Christian Pfluger, der 2010 im Alter von 53 Jahren überraschend verstorben ist, den Verein als langjähriger Präsident geprägt hat.

Traditionsverein mit gutem Ruf

Auch dank dem Engagement der Familie Pfluger hat sich FB Neuendorf zu einem Traditionsverein entwickelt, welcher im Dorf einen guten Ruf geniesst. «Wir sind der wohl bekannteste und sportlich erfolgreichste Verein in Neuendorf und erhalten daher auch eine sehr grosse Unterstützung vonseiten der Gemeinde», freut sich Stefan Pfluger.

Insgesamt stellen die Neuendörfer elf Teams, davon je eines in der NLA der Männer und Frauen. Erfreulich ist auch die grosse Anzahl von vier Juniorenteams. «Seit den 90er-Jahren setzen wir intensiv auf den Nachwuchs.

Das macht sich nun bezahlt, denn wir haben so viele Junioren wie noch nie», so Daniel Pfluger, der 2016 zum Faustball zurückgekehrt ist und das Traineramt der ersten Mannschaft übernommen hat.

Eine Medaille im Visier

Unter seiner Führung sind die Neuendörfer wieder in die höchste Spielklasse zurückgekehrt. «Wir wollten uns wieder auf den Leistungssport konzentrieren mit guten Trainings und klaren Strukturen», sagt Daniel Pfluger, der für Swiss Faustball auch als Co-Nationaltrainer der U18-Männer im Einsatz steht.

«Das hat bis jetzt ganz gut funktioniert, aber wir wollen noch mehr. Wir wollen in den nächsten Jahren um die Medaillen mitspielen. Es ist an der Zeit, dass wir nach 2003 endlich wieder einmal eine Medaille nach Neuendorf holen.»

Und sollte das gelingen, wäre es keine Überraschung, wenn beim nächsten Neuendörfer Faustballerfolg wieder ein Mitglied der Familie Pfluger seine Hände im Spiel hätte.

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