Eisiges Hockey – kein Eishockey – gab es in Grenchen zu sehen. Rund 60 Zuschauer hielten bei einer gräulichen Kälte von minus sieben Grad und unangenehmer Bise bis zum Schluss durch – fast drei Stunden: Das Derby gegen den SHC Aegerten-Biel war von der ersten bis zur letzten Minute spannend. Denn man schenkte sich nichts, ab und zu gab es auch ein paar Rangeleien, viele heisse Szenen, einige Diskussionen und längere Unterbrüche.

Abwechselndes Führerteam

Das Heimteam bestimmte in den ersten zehn Minuten die Gangart und ging verdient in Führung. Doch dann hatten auch die Berner den Tritt gefunden und die Wende zum 1:2 folgte. Die Grenchner brachte dies etwas aus dem Ruder, denn im Mitteldrittel spielten sie schlecht. Die Gäste zeigten die besseren Angriffe und gingen 5:3 in Führung. Einzig das starke Überzahlspiel, aus welchem die drei ersten Treffer resultierten, hielt den Favoriten im Spiel. Zum Start ins Schlussdrittel zündete dann aber Grenchen ein Feuerwerk und glich rasch auf 5:5 aus.

In der 50. Minute traf Patrick Kohler zunächst nur den Pfosten, aber im nächsten Angriff schoss er die Platzherren mit 6:5 in Führung. Aegerten reagierte heftig, doch ein Konter brachte mit dem 7:5 die Entscheidung. Dann musste Goalie Tobias Hirschi, der beim 2:3 nicht glücklich ausgesehen hatte, in der hektischen Schlussphase noch ein paar Glanzparaden zeigen. Der Anschlusstreffer zum 7:6 fiel zu spät für die Gäste.

Leaderposition weiterhin halten

Mit dem knappen Sieg bleibt Grenchen zusammen mit dem Meister Oberwil an der NLA-Spitze. «Es hat sich heute ausgezahlt, dass wir das Überzahlspiel trainiert haben», analysierte Trainer Simon Kunz das Derby. «Im Mitteldrittel waren wir zu passiv und liessen sie gewähren.

Das 3:5 war die logische Folge und verdient für Aegerten. Zum Glück konnten wir gleich zu Beginn des Schlussdrittels den Match herumreissen.» Nun ist Kunz zuversichtlich für die entscheidende Meisterschaftsphase: «Es war sehr wichtig für uns, nach der langen Pause mit einem Sieg zu starten. Wir hatten nicht unbedingt damit gerechnet, Leader zu sein. Aber jetzt wollen wir unsere Position mit allen Mitteln halten.»