Überraschend kommt die Meldung nicht. Die Diskussionen waren schon länger im Gang, und doch ging es am Ende ging schnell. Nach intensiven Gesprächen in den beiden letzten Tagen im Vorstand, mit dem Trainer, Staffmitgliedern und dem Spielerrat, hat sich die Vereinsleitung entschlossen, Heikki Luukkonen das Vertrauen zu entziehen.

Zurück nach Finnland

Der gewählte Zeitpunkt lässt den Betrachter dennoch ratlos zurück. Mitten in der Playoff-Viertelfinalserie gegen Rychenberg Winterthur wurde Luukkonen von seinen Amt als Chefcoach beim achtfachen Meister freigestellt. Der Finne war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Luukkonen hat seine Sachen bereits gepackt und befindet sich auf dem Weg in die seine Heimat. Der 36-Jährige wird bereits am Wochenende bei seinem neuen Verein Nokian an der Bande stehen und versuchen, das Team aus der höchsten finnischen Liga vor dem Fall in die Playouts zu bewahren. Zudem wird Luukkonen diese Woche als künftiger U19-Trainer Finnlands präsentiert. Damit endet auch sein Mandat als Assistenztrainer der Schweizer Nationalmannschaft.

Seit Längerm spielerische Sinnkrise

«Die Entwicklung des Teams seit dem Neujahr hat leider nicht den Erwartungen entsprochen», spart Vereinspräsident Tom Balsiger nicht mit Kritik. Wiler-Ersigen liegt in der Playoff-Viertelfinal-Serie gegen Rychenberg Winterthur er mit 3:2-Siegen in Führung. Die Leistungen genügten aber abgesehen vom 11:2-Auftakterfolg den Ansprüchen des achtfachen Meister bei Weitem nicht.

Wiler-Ersigen befindet sich allerdings seit Längerem in einer spielerischen Sinnkrise. Aus den letzten sieben Spielen resultierten vier Niederlagen. «Das Team spielt unserer Ansicht nach klar unter seinem Potenzial,» hält Tom Balsiger fest. Kurzfristig sei es sicherlich ein Risiko, den Trainer innerhalb einer Serie frei zu stellen, «doch einerseits haben wir das Gefühl, dass Luukkonen das Team nicht mehr erreicht hat, zum anderen können wir mit dem Entscheid auch die Spieler mehr in die Verantwortung nehmen. Von ihnen erwarten wir nun eine klare Reaktion und zwar als Team.»

Von Känel und Jussila übernehmen

Für den Rest der Saison werden der bisherige Assistent von Luukkonen, Thomas von Känel und der verletzte Finne Esa Jussila, die Mannschaft betreuen. Wie die Marschrichtung der Interimstrainer aussehen wird, war nicht in Erfahrung zu bringen. Mannschaft und Staff wollten sich zu den Ereignissen nicht weiter äussern.

Thomas von Känel kennt die Situation. Der 28-Jährige trat bereits einmal als Feuerwehrmann auf. Als vor zwei Jahren der damalige Trainer Thomas Berger entlassen wurde, übernahm von Känel zusammen mit Olle Thorsell und Henrik Quist das Zepter und führte das Team schliesslich zum Meistertitel.