Handball Schweizer Cup
«Es ist eine Riesenenttäuschung»: Nächster Rückschlag für den HV Olten

Schwacher Saisonstart, Verletzungssorgen und jetzt noch eine Forfait-Niederlage im Cup. Schwierige Lage beim HV Olten spitzt sich zu.

Nicolas Blust
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Hanspeter Arnold und der HV Olten müssen vor dem Cup-Sechzehntelfinal gegen den RTV Basel Forfait geben.

Hanspeter Arnold und der HV Olten müssen vor dem Cup-Sechzehntelfinal gegen den RTV Basel Forfait geben.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Es ist bislang eine Saison zum Vergessen für die 1- Liga-Mannschaft des HV Olten. Von zehn Spielen konnten nur deren drei gewonnen werden. Ganze fünf Mal musste das Team von Trainer Hanspeter Arnold als Verlierer vom Platz gehen. Der verpatzte Saisonstart bedeutet Platz sechs in der Tabelle, der Zug für die Aufstiegsrunde ist mittlerweile bereits abgefahren. Und als ob das alles nicht schon schlimm genug wäre, müssen die Oltner nun auch für den heutigen Cup-Sechzehntelfinal gegen den RTV Basel Forfait geben.

Der Grund dafür ist simpel und brutal zu gleich. Der HV Olten hat einfach zu wenig fitte Spieler im Kader. Zu viele Spieler fallen in den vergangenen Wochen verletzt aus oder sind stark angeschlagen. «Für ein solches Spiel reichen sieben fitte Spieler einfach nicht aus. Zudem hätten wir am Wochenende auch keinen Goalie zur Verfügung», sagt HV Olten Trainer Hanspeter Arnold konsterniert.

Riesige Enttäuschung über Absage auf beiden Seiten

Die Enttäuschung über die Absage des Cup-Knüllers gegen den NLA-Vertreter vom Rheinknie ist Arnold deutlich in der Stimme anzuhören. Der Cup wäre eine willkommene Abwechslung zum grauen Liga-Alltag gewesen.

«Es ist für mich wie auch für die Spieler eine Riesenenttäuschung, dass wir dieses Wochenende nicht antreten können.»

Die Absage stösst beim Gegner aus Basel aber auf Verständnis. Arnold war es wichtig, dass er die Absage dem RTV-Trainer Ike Cotrina persönlich erklären konnte: «Ich habe lange mit dem RTV-Trainer geredet und er hat Verständnis für unsere Situation gezeigt. Wir sind im Guten verblieben.» Zwar ist man auch auf Basler Seite enttäuscht, aufgrund des sowieso dicht gedrängten Spielplans in der NLA dürfte sich die Frustration jedoch in Grenzen halten. Umso mehr, da man sich nun die Reise nach Bern, wo das Spiel hätte stattfinden sollen, ersparen kann.

Doch woran liegt es, dass der HV Olten momentan solche Verletzungssorgen hat? Auch für Trainer Arnold ist diese Frage schwer zu beantworten. «Es hat auf jeden Fall nichts zu tun mit der Kadergrösse, vielmehr sind wir momentan einfach vom Pech verfolgt», sagt Arnold.

Momentan fallen gleich vier Spieler für eine längere Periode aus, dazu kommen noch mehrere angeschlagene Spieler. Hier zeige sich die grosse Belastung, die in der ersten Liga aufgrund der vielen Spiele herrscht: «Wir haben 28 Spiele in der Meisterschaft plus den Cup. Meine Spieler arbeiten oder studieren daneben noch alle, da ist diese Anzahl Spiele schon eine enorme Belastung», gibt Arnold zu Bedenken.

Schwacher Saisonstart auch wegen Verletzungsproblemen

Dass der HV Olten mittlerweile seit Wochen mit Verletzungen zu kämpfen hat, widerspiegelt sich auch in den Ergebnissen in der Meisterschaft:

«Es ist schon so, dass uns momentan sehr wichtige Spieler fehlen. Zusätzlich müssen wir seit fünf Wochen ohne unseren Stammgoalie auskommen.»

Zwar sei er zufrieden, wie die Reservespieler in die Bresche springen, auf Dauer können solch gewichtige Ausfälle, wie sie der HVO momentan erlebt, aber einfach nicht kompensiert werden.

Das sei jedoch nicht der einzige Grund für den verpatzten Saisonstart: «Wir haben am Anfang den Tritt nicht gefunden. Danach kamen dann die Verletzten dazu. Seither ist es natürlich schwierig», sagt Arnold.

Der Blick auf die Tabelle ist jedoch trügerisch: «Wir waren in den meisten Spielen nah dran und es hat nicht viel zum Sieg gefehlt. Das Engagement der Mannschaft ist super», so Arnold. Nun gilt es, nach vorne zu blicken:

«Klar ist der Zug für die Aufstiegsrunde abgefahren, ich bin aber überzeugt, dass der Erfolg wieder zurückkommt.»

Spätestens im Januar sollte der HV Olten wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Und dann gilt es, in der Rückrunde voll anzugreifen. Denn so schlecht, wie es derzeit aussieht, ist das Team bei Weitem nicht.

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