Handball
Klappe, die Dritte: Der HV Olten will den langersehnten Aufstieg in die NLA schaffen

Nach dem enttäuschenden Ende der Saison 2020/21 nehmen die Oltnerinnen einen neuen Anlauf für den Aufstieg in die NLA. «Es darf eigentlich keine Konkurrenz geben für uns in der Hauptrunde», sagt Co-Trainer und Sportchef Christian Müller.

Raphael Wermelinger
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Im ersten Saisonspiel rangen die Oltnerinnen den BSV Stans deutlich mit 36:28 nieder.

Im ersten Saisonspiel rangen die Oltnerinnen den BSV Stans deutlich mit 36:28 nieder.

Boris Bürgisser

Haarscharf schrammten die Oltnerinnen Ende Mai am Aufstieg in die NLA vorbei. Nachdem sie das Hinspiel der Auf-/Abstiegsrunde gegen Herzogenbuchsee zu Hause mit 21:24 verloren hatten, setzten sie sich auswärts mit 28:26 durch. Und verpassten somit den Aufstieg in die höchste Spielklasse nur um ein mickriges Tor.

Schon in der Saison davor waren die HVO-Frauen auf Kurs Richtung NLA – bis die Saison abgebrochen wurde. Jetzt nehmen die Oltnerinnen den dritten Anlauf, endlich den ersehnten Aufstieg zu schaffen. Mit einem nur unmerklich veränderten Kader. Das Team verlassen haben Simona Negroni, die neu in der NLA für Rotweiss Thun aufläuft, sowie Lina Büttiker und Jana Wyss, die ihre Karrieren beendeten.

Neu zum HVO gestossen sind Latina Negroni (von der HSG Leimental), Rebecca Wyer (Rotweiss Thun) und Lya Zeder (HV Herzogenbuchsee). «Ich bin primär happy, dass wir das Team zusammenhalten konnten. Nach dem bitteren Nicht-Aufstieg war das nicht selbstverständlich», kommentiert Sportchef und Co-Trainer Christian Müller die Mutationen im Kader.

Ein Kantersieg und eine ebenso klare Niederlage

Die ersten zwei Auswärtsspiele der neuen Saison haben die Oltnerinnen bereits absolviert. Auf den 36:28-Startsieg gegen Stans folgte am letzten Wochenende eine 25:37-Pleite gegen die Reserve des LK Zug. Mit diesem Auftakt könne er nicht wirklich zufrieden sein, sagt Müller:

«Im ersten Match ging es fast zu einfach für uns. Wir spielten alles andere als überragend. Für das erste Spiel war’s aber okay, im zweiten Spiel sind wir dann auf die Welt gekommen.»

Es seien viele kleine Dinge, die das Team noch nicht richtig mache. «Ich bin auch mit der Trainingsqualität noch nicht ganz zufrieden», fügt Christian Müller hinzu. «Und dafür haben wir gegen Zug die Quittung bekommen.»

Seit drei Jahren amtet Christian Müller (Mitte) als Co-Trainer und Sportchef der HVO-Frauen. Im Mai hat er sein Engagement um ein weiteres Jahr verlängert. Zur Freude der Co-Präsidenten Sandro Romeo (links) und Martin Hasenfratz (rechts).

Seit drei Jahren amtet Christian Müller (Mitte) als Co-Trainer und Sportchef der HVO-Frauen. Im Mai hat er sein Engagement um ein weiteres Jahr verlängert. Zur Freude der Co-Präsidenten Sandro Romeo (links) und Martin Hasenfratz (rechts).

zvg
Trainer André Bichsel (Mitte) hat das HVO-Fanionteam in der Saison 2016/17 übernommen, stieg mit dem Team in die 2. Liga ab, schaffte danach zwei Aufstiege in Serie und verlängerte im Mai seinen Vertrag.

Trainer André Bichsel (Mitte) hat das HVO-Fanionteam in der Saison 2016/17 übernommen, stieg mit dem Team in die 2. Liga ab, schaffte danach zwei Aufstiege in Serie und verlängerte im Mai seinen Vertrag.

zvg

Am Samstag dürfen die Oltnerinnen zum ersten Mal in der neuen Kampagne zu Hause ran. Gegner ist der einzige neue Klub in der NLB: die HSG Aargau Ost, ein Dachverein, welcher ein gutes Dutzend Aargauer Klubs wie etwa Endingen, Brugg, Siggenthal, Baden oder auch Wettingen vereint. Im Vorjahr belegte die HSG Aargau Ost zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs einen Mittelfeldplatz in der Gruppe 1 der 1. Liga. Und stieg am grünen Tisch in die NLB auf. Das erste Spiel in der neuen Saison verloren die Aargauerinnen vor zwei Wochen gegen den LK Zug II mit 22:39.

«Wirklich viel mehr weiss ich über sie auch nicht», blickt Christian Müller auf den ersten Heimauftritt voraus.

«Soviel ich weiss, haben sie sich nicht gross verstärkt auf die neue Saison hin. Auf dem Papier ist es eine klare Angelegenheit für uns.»

Zehn statt zwei Spiele entscheidend über den Aufstieg

Der Modus wurde auf die neue Saison hin geändert. Die Hauptrunde mit Hin- und Rückrunde umfasst insgesamt 14 Spiele. Die besten zwei Klubs qualifizieren sich für die NLA/NLB-Auf-/Abstiegsrunde. Nicht teilnahmeberechtigt sind die Reserve-Teams Zug, Brühl und Spono Eagles, welche aktuell alle mit zwei Siegen aus zwei Spielen dastehen.

In der Auf-/Abstiegsrunde messen sich die beiden besten Klubs der NLB mit den vier schlechtesten der NLA und machen die vier freien Plätze in der höchsten Liga unter sich aus. Im Mai brach den Oltnerinnen das Barrage-Duell mit dem HV Herzogenbuchsee das Genick. Der geänderte Modus erleichtere dem HVO das Vorhaben eher, meint Christian Müller.

Drei Abgänge und ebenso viele Zuzüge verzeichnete das Team auf die neue Saison.

Drei Abgänge und ebenso viele Zuzüge verzeichnete das Team auf die neue Saison.

Boris Bürgisser

«Dieser Modus ist vor allem sportlich fairer», führt er aus. «Die sechs Teams in der Auf-/Abstiegsrunde werden alle die gleichen Voraussetzungen haben. Und es entscheiden diesmal zehn Spiele über den möglichen Aufstieg. Das hat mehr Aussagekraft und es heisst nicht mehr top oder Flop in zwei Spielen wie noch im Mai.»

Alles andere als der Aufstieg in die NLA käme einer neuerlichen Enttäuschung gleich, stellt Müller, der die HVO-Frauen zusammen mit André Bichsel coacht, klar. Die Ambitionen der Konkurrenz kenne er nicht, meint aber: «So sehr wie wir will wohl kein anderer Verein rauf in die NLA.» Bei der Frage, wer den Oltnerinnen am ehesten die Suppe versalzen könnte, sucht er nach den richtigen Worten, um nicht hochnäsig oder despektierlich zu klingen:

«Es darf eigentlich keine Konkurrenz geben in der Hauptrunde. Ich stufe uns hinter den drei Reserve-Teams ein, aber als klar stärker als der Rest der Liga.»

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