Handball
Der TV Solothurn ist «so gut aufgestellt wie nie»

«Wir wollen die drei Heimspiele gewinnen, auswärts wird es schwierig», sagt Assistenztrainer Alain Blaser vor der Aufstiegsrunde der NLB.

Raphael Wermelinger
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Kreisläufer Roland Szabo, mit 36 Toren Solothurns viertbester Skorer in der Qualifikation, wird die ersten beiden Spiele der Finalrunde verpassen.

Kreisläufer Roland Szabo, mit 36 Toren Solothurns viertbester Skorer in der Qualifikation, wird die ersten beiden Spiele der Finalrunde verpassen.

Cornelia König-Zeltner

Was für eine Steigerung: In der vergangenen Saison war der TV Solothurn zum Zeitpunkt des Abbruchs Zehnter in der NLB. Ein Jahr davor hatten die Solothurner den achten Schlussrang belegt. Jetzt stehen sie auf Platz vier. Den Schritt vorwärts begründet Assistenztrainer Alain Blaser mit «dem breiten und ­guten Kader. Wir sind so gut aufgestellt wie noch nie». Was die Bilanz in der Qualifikation der laufenden Saison beweist: acht Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen.

«Mit dem Verlauf der Quali können wir grundsätzlich zufrieden sein», bilanziert Blaser und spricht von «vielen Schwierigkeiten aufgrund der ungewohnten Situation». Die Coronapandemie bescherte der NLB etliche Spielverschiebungen. «Wir waren eigentlich am meisten davon betroffen und mussten auch zehn Tage in Quarantäne – es war bis jetzt keine einfache Saison», erläutert Blaser. Sportlich hat das Team mit dem vierten Platz die Erwartungen übertroffen. Platz sechs war das erklärte Ziel. Blaser hat «schnell gesehen, dass wir vorne dabei sind». Hätte der TVS nicht zwei-, dreimal unglücklich Punkte abgegeben, wäre auch eine bessere Klassierung möglich gewesen, sagt er. Das Erfolgsrezept? «Wir haben diese Saison wirklich ein super Kader. Ein guter Mix aus Talenten von Aarau, Bern und Solothurn und erfahrenen Spielern wie die drei Ausländer.»

Die Statistik verrät: Der TV Solothurn hat von allen Teams am wenigsten Gegentreffer kassiert. Das liege am zweiten Verteidigungssystem, das Cheftrainer Martin Prachar und er mit den Spielern einstudiert haben. «So können wir die Gegner vor neue Aufgaben stellen», erklärt Blaser den tiefen Gegentrefferschnitt.

«Wir verteidigen mit viel Einsatz, Kampf und Willen und können uns auch auf unsere Goalies verlassen.»

Den Erfolg allein mit der starken Abwehr zu begründen, wäre indes etwas gar einfach. Blaser bestätigt: «Wir haben auch im Angriff ein gutes Konzept, verfügen über Spieler mit unterschiedlichen Qualitäten und Erfahrung – diese Mischung zeichnet uns im Spiel nach vorne aus.»

5 Spiele innert 15 Tagen und dann noch gegen Genf?

In den kommenden zwei Wochen messen sich in der Aufstiegsrunde der NLB die besten sechs Klubs der Qualifikation. Am Ende spielen die besten beiden Klubs um den Aufstieg in die NLA. Blaser freut sich zuerst mal über den Spielplan. Der TV Solothurn darf dreimal daheim ran. Die langen Auswärtsfahrten nach Gossau, Genf und Kreuzlingen bleiben dem Team erspart. «Das Ziel ist klar, wir wollen diese drei Heimspiele gewinnen», sagt er. «Auswärts gegen Wädenswil und Stäfa wird es sicher schwierig, aber wir rechnen uns auch da Chancen aus.»

Favoriten kann er keine ausmachen. Schliesslich trennten die sechs Teams am Ende der Quali nur drei Punkte. Gossau, Genf und Kreuzlingen sind laut Blaser die Klubs, die unbedingt in die NLA aufsteigen wollen. Wädenswil und Stäfa operierten dagegen mit jüngeren, unerfahrenen Teams und investierten weniger in Ausländer. «Es sind eher Ausbildungsvereine – so wie wir», stuft Blaser die Konkurrenten ein. «Die anderen drei Klubs haben deutlich höhere Budgets und mehr ausländische Spieler und Profis.» Blasers ganz persönliches, mit den Spielern nicht abgesprochenes Ziel ist der Einzug in den Final. Und wenn es nach ihm geht, würde dort Genf als Gegner warten.

«Wir haben uns mit unseren Leistungen in der Qualifikation den Respekt der Gegner erarbeitet», will sich der TV Solothurn nicht mit der Rolle des Aussenseiters begnügen. Etwas getrübt werden Blasers Aussichten, weil die Kadersituation «besser aussehen könnte». Die sechs an Corona Erkrankten leiden teilweise an Nachwehen, sind kurzatmig und müde. Im letzten Spiel am Montag verletzte sich zudem Kreisläufer Roland Szabo. «Eine muskuläre Sache. Was genau ist, wissen wir noch nicht genau», bangt Blaser. Ein Ausfall wäre kaum zu kompensieren. «Er ist einer der besten Kreisläufer der Liga», sagt er über Szabo.

Das Heimspiel heute gegen Kreuzlingen und das Gastspiel in Stäfa am Montag wird Szabo definitiv verpassen. In einer ­Woche kommt Gossau ins CIS. «Bis dahin müssen wir probieren, die Kräfte vor allem im Angriff gut zu verteilen», sagt Alain Blaser. «Wir sind noch nicht bereit für 60 Minuten. Aber auf die Verteidigung hat das weniger Einfluss. Wir müssen einfach hinten wieder alles geben.»

NLB

Aufstiegsrunde

Rangliste (alle 13 Spiele): 1. Wädenswil/Horgen 21. 2. Chênois 20. 3. Stäfa 19. 4. Solothurn 18. 5. Kreuzlingen 18. 6. Gossau 18.

1. Spieltag. Heute: Solothurn - Kreuzlingen (17.00). Fortitudo Gossau - Stäfa (17.30). Wädenswil/Horgen - Chênois (18.30).

2. Spieltag. Montag: Stäfa - Solothurn (13.00). Wädenswil/Horgen - Kreuzlingen (16.30). Chênois - Fortitudo Gossau (17.00).

3. Spieltag. Samstag, 29. Mai: Solothurn - Fortitudo Gossau (14.00). Stäfa - Wädenswil/Horgen (16.30). Chênois - Kreuzlingen (19.00).

4. Spieltag. Mittwoch, 2. Juni: Kreuzlingen - Stäfa (20.00). Solothurn - Chênois (20.15). - Donnerstag, 3. Juni: Fortitudo Gossau - Wädenswil/Horgen (20.00).

5. Spieltag. Samstag, 5. Juni: Stäfa - Chênois. Wädenswil/Horgen - Solothurn. Kreuzlingen - Fortitudo Gossau (alle 19.00).