Fussball 2. Liga
«Haben eine riesige Serie hingelegt»: Der FC Grenchen 15 ist Solothurner Meister

Am letzten Spieltag gewinnt der FC Grenchen 15 nicht nur die die Partie gegen Mümliswil, er sichert sich dazu auch den neunten Sieg in Folge - und ist somit Solothurner Meister 2019. Die Grenchner belohnen sich für ihre starke Leistung und dürfen sich nun auf die 2. Liga inter freuen.

Raphael Wermelinger
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Drei Jahre nach dem Abstieg wird der FC Grenchen 15 Solothurner Meister und kehrt in die 2. Liga inter zurück.

Drei Jahre nach dem Abstieg wird der FC Grenchen 15 Solothurner Meister und kehrt in die 2. Liga inter zurück.

Markus Müller

Die Ausgangslage für den FC Grenchen 15 war simpel. Ein Sieg am letzten Spieltag in Mümliswil würde sicher reichen zum Gewinn des Meistertitels, egal was der FC Iliria zeitgleich gegen den SC Blustavia fabriziert. «Wir starteten sehr gut ins Spiel und hatten in der ersten Hälfte alles im Griff», konstatierte Grenchen-Trainer Mirko Recchiuti.

«Spielerischen und taktisch war es eine starke Leistung vor der Pause. Auch die Einstellung hat auch gestimmt.» Seine Elf lag zur Halbzeit bereits mit 3:0 vorne. Noch keine zwei Minuten waren gespielt, als Grenchen das Skore eröffnete. Ausgangspunkt war ein Rush von Semir Ressil über die rechte Aussenbahn und der genaue Querpass zu Cédric Rihs, der halbhoch in die entfernte Torecke traf.

In der 16. Minute erhöhte Grenchen den Vorsprung. FC-Solothurn-Leihgabe Noel Anderegg traf nach einem Eckball mit dem Kopf. Nach dreissig Minuten hiess es 3:0 für die Gäste. Wieder war Grenchen im Kopfballduell überlegen. Diesmal war es Visar Aliu, der den Ball über die Linie drückte. Der FC Mümliswil verzeichnete in der ersten Halbzeit einen guten Kopfball von Simon Büttler (12.) und einen Vollspannschuss aus kurzer Distanz, wiederum abgegeben von Büttler.

«Wir mussten eine Viertelstunde lang leiden»

«Wenn du so klar führst, ist es normal, dass du die Tendenz hast, nachzulassen», fasste Recchiuti das Geschehen nach dem Seitenwechsel zusammen. «Wir mussten eine Viertelstunde lang leiden.» Die angesprochene Phase begann mit einem Penaltypfiff.

Anderegg holte Nicola Ackermann von den Beinen. Mathias Hammer verwandelte den Strafstoss zum 1:3. Knapp fünf Minuten später zeigte der Schiedsrichter zum Entsetzen der Grenchner erneut auf den Punkt. Doch zum Glück für die Grenchner knallte Simon Büttler den Ball an den Pfosten.

SC Blustavia steigt als Viertletzter ab

«Blusti» hat die Arschkarte gezogen, anders kann man es nicht ausdrücken. Weil diese Saison mit Dulliken, Subingen und Wangen b. Olten gleich drei Solothurner Klubs aus der 2. Liga inter absteigen, müssen vier Zweitligisten runter in die 3. Liga. Olten II, Croatia und Trimbach standen vor dem letzten Spieltag schon fest. Nun erwischte es noch den SC Blustavia. Rein rechnerisch hätte Blustavia den FC Bellach noch abfangen können, doch dieser feierte einen Forfait-Sieg gegen Trimbach. Der Grund: zu wenig Spieler. So verabschiedete sich Blustavia mit einer 2:6-Heimniederlage gegen den FC Iliria in die 3. Liga. Der FC Lommiswil setzte sich zum Abschluss der Saison gegen den FC Härkingen durch.

Stattdessen entschieden die Gäste das Spiel und die Meisterschaft in der 69. Minute mit dem vierten Tor. Der eingewechselte Omer Hausic hatte im Sechzehner Zeit, sich den Ball auf den linken Fuss zu legen und schlenzte das Leder in die entfernte Torecke.

Kantersieg gelungen

Es war nicht gerade eine Galavorstellung, was anschliessend folgte. Aber immerhin legte der FC Grenchen 15 noch zwei Tore nach und feiert am Ende einen 6:1-Kantersieg. In der 78. Minute traf Aussenverteidiger Cesar Ledesma nach einem Eckball mit einer schönen Direktabnahme, den Schlusspunkt setzte Nicolas Krüttli (87.).

«Wir haben während der ganze Saison viel investiert und gut gearbeitet. Obwohl wir eine junge Truppe sind, haben wir die nötige Konstanz hingebracht», freute sich Recchiuti über den Meistertitel. Nach der Niederlage zum Rückrundenauftakt gegen den FC Lommiswil reihte sein Team nicht weniger als neun Siege aneinander.

«Nach dieser Niederlage ging noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft und wir haben eine riesige Serie hingelegt. Über die ganze Saison gesehen sind wir sicher verdient auf dem ersten Platz.» Im Anschluss werde noch tüchtig gefeiert, dann stehen vier Wochen Pause an. Zumindest für die Spieler. Der Trainer muss die Kaderplanung für die Rückkehr in die 2. Liga inter angehen. «Ich bin überzeugt, dass wir auch in der 2. Liga inter eine schlagkräftige Truppe stellen werden.»

Niederlage im Cupfinal wettgemacht

Samuel Zayas, der beste Torschütze der Grenchner in dieser Saison, konnte es gut verkraften, für einmal nicht getroffen zu haben. «Es ist immer wieder ein geiles Gefühl, wenn man aufsteigt. Wir haben das umgesetzt, was der Trainer von uns verlangt hat.» Die Niederlage gegen Iliria im Cupfinal sei mit dem Aufstieg aber nicht gänzlich wettgemacht.

«Wir wollten das Double gewinnen, die Meisterschaft war uns aber von Anfang an wichtiger. Unser erstes Ziel lautete, endlich wieder rauszukommen aus der 2. Liga», so Zayas. «Die Niederlage im Final hat uns einen zusätzlichen Kick für die letzten Spiele gegeben. Jetzt wird die ganze Nacht gefeiert. Und dann freuen wir uns auf die 2. Liga inter.»