EHC Olten

«Habe Vertrauen nie verloren» – EHCO-Headcoach Bengt-Ake Gustafsson im Interview

Spricht mit seinen Spielern lieber auf der Bank als während eines Time-outs: Bengt-Ake Gustafsson

Spricht mit seinen Spielern lieber auf der Bank als während eines Time-outs: Bengt-Ake Gustafsson

Oltens Headcoach Bengt-Ake Gustafsson erklärt, wie sein Team aus dem aktuellen Tief finden soll. Und, weshalb er kein Freund lauter Töne ist.

Haben Sie sich in den letzten Tagen Sorgen um Ihren Job gemacht?
Bengt-Ake Gustafsson: Sorgen? Nein. Aber es ist klar, dass man sich Gedanken macht, wenn es auf dem Eis nicht läuft.

Was ist Ihnen nach der Niederlage in Visp durch den Kopf gegangen?
Es ist immer dasselbe: Wir machen in letzter Zeit grosse Fehler, die zu Gegentoren führen.

Aber hatten Sie nicht das Gefühl: «Jetzt geht gar nichts mehr»?
Nein. Ich habe das Vertrauen in meine Mannschaft nie verloren. Ich weiss, dass wir sehr talentierte Spieler haben. Wir können jeden Gegner schlagen. Aber es gibt einfach auch Phasen während einer Meisterschaft, in denen es nicht so gut läuft. Das ist Eishockey, das ist normal.

Dann ist das Ihrer Ansicht nach ein normales Tief, in welchem sich Ihre Mannschaft derzeit befindet?
Ja. Und es ist gut, dass es jetzt passiert und nicht in einem Monat, wenn die Playoffs beginnen. Man muss sehen, dass die Saison schon lange läuft. Da ist es natürlich, dass man gegen Ende der Qualifikation ein wenig des Fokus verlieren kann. Mit diesem Phänomen kämpfen auch andere Mannschaften.

Viel Zeit, wieder in Form zu kommen, bleibt trotz allem nicht.
Es ist der Plan, dass unsere Leistungskurve im richtigen Moment wieder nach oben zeigt.

Woher schöpfen Sie die Zuversicht, dass der Plan aufgeht?
Weil ich überzeugt bin, dass alle Spieler und alle Mitglieder des Staffs alles dafür tun, dass wir bereit sind.

Von aussen betrachtet hat man den Eindruck, dass Ihr Coaching etwas passiv ist. Man wünscht sich mal ein Time-out oder einen Goaliewechsel, um einen Impuls zu geben.
Ich spreche ja die ganze Zeit mit den Spielern, wenn sie auf der Bank sitzen. Dafür muss ich kein Time-out nehmen. Das spare ich mir lieber auf, wenn es am Ende eines Spiels knapp wird und wir reagieren müssen.

Es geht ja manchmal auch darum, mal ein Signal zu setzen, wenn es nicht läuft.
Ein Signal? Für wen? Die Fans? Wie gesagt: Ich rede ständig mit den Spielern.

Man könnte ja auch mal einen Wutanfall bekommen, um die Mannschaft zu wecken. Können Sie überhaupt laut sein?
Ja! (schreit ins Mikrofon und lacht). Ich kann durchaus mal lauter sprechen mit den Spielern. Aber ich war in meinem Trainerleben nie jemand, der in der Gegend rumgebrüllt hat und seine Spieler beschimpft. Ich habe in meiner Karriere fast alles gewonnen und musste nie zu solchen Mitteln greifen. Es bringt viel mehr, wenn man den Spielern Vertrauen schenkt. Sie müssen den Plan auf dem Spielfeld umsetzen.

Ihre Spieler haben nach dem miserablen Auftritt in Visp eine Reaktion gezeigt und sind gegen Langenthal anders aufgetreten. Wieso?
Wir haben vor allem über unsere Arbeitseinstellung gesprochen. Alle wussten, dass sie viel mehr leisten müssen. Leider haben wir trotzdem verloren.

Was muss jetzt passieren, dass die Mannschaft rechtzeitig zu den Playoffs wieder bereit ist?
Es muss sich einfach jeder Spieler bewusst sein, dass er in jedem Einsatz immer alles gibt. Die Stürmer müssen auch in der Defensive mitarbeiten. Wir haben in dieser Saison ja schon gezeigt, dass wir es können. Ich hoffe, dass wir seit dem letzten Sonntag wieder wissen, wie wir auftreten müssen.

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