Im ersten Spiel der Playoff-Viertelfinals kam mit Rychenberg Winterthur einen Gegner nach Zuchwil, der zu schlagen war – und Wiler löste diese Aufgabe mit einem 11:2-Sieg souverän.

Wie schwer fällt die Absenz des finnischen Spielmachers Esa Jussila ins Gewicht? «Was wäre Barcelona ohne Messi?», beantwortete Marcel Siegenthaler, Wiler-Ersigens starker Mann im Hintergrund, diese Frage mit einer Gegenfrage. Gegen einen durchschnittlichen Gegner würde Barcelona sicher auch ohne Messi gewinnen. Aber gegen ein Real Madrid könnte eine solche Absenz den entscheidenden Unterschied machen. Übersetzt auf das Schweizer Unihockey: In einem Playoff-Final gegen Alligator Malans tut es weh, ohne den besten ausländischen Spieler der vergangenen fünf Jahre antreten zu müssen. Aber in einem Playoff-Viertelfinal gegen Rychenberg Winterthur sollte sich Wiler-Ersigen auch ohne Esa Jussila durchsetzen können.

Frühe Entscheidung

Wiler nahm die Aufgabe konzentriert in Angriff. Nach einem Pfostenschuss in der 5. Minute gelang in der 6. Minute das 1:0. Es war eine Familienproduktion Hofbauer. Auf den überraschenden Ausgleich der Gäste in der 9. Minute antworteten die Platzherren mit einem Trommelfeuer, das postwendend das 2:1 brachte. Wieder zeichneten die Brüder Hofbauer dafür verantwortlich, diesmal mit umgekehrten Vorzeichen. Mit dem 3:1 in der 13. Minute war die Partie in die richtige Bahn gelenkt, und das wurde in der 14. Minute mit dem 4:1 bestätigt. Mit raumgreifenden Passfolgen wurde Rychenberg schwindlig gespielt und das Zuchwiler Publikum hatte seine helle Freude an der Leistung seiner Mannschaft. Mit dem 5:1 durch Magic Man Roger Gerber kurz vor der ersten Pause waren die Kuh gemolken und der Mist gekarrt.

Streit pariert Penalty

Im Mitteldrittel kam dann Rychenberg zwar etwas besser ins Spiel, aber Goalie Daniel Streit wehrte in der 37. Minuten sogar einen Penalty von Mikael Lax ab. «Meine Mannschaft war vielleicht etwas zu früh zufrieden», kommentierte Wiler-Trainer Heikki Luukkonen den leichten Durchhänger seiner Mannschaft im Rahmen dieser Pase. Aber irgendwann musste Rychenberg ja die Defensive öffnen und angreifen, und Wiler wartete geduldig auf diesen Moment. Kevin Steffen eröffnete den Torreigen im letzten Drittel. Das zweite Tor der Gäste bedeutete nur noch ein Strohfeuer. Plötzlich kombinierten die Platzherren wieder grandios und die weiteren Treffer liessen nicht lange auf sich warten.

«Wir mussten in den letzten Wochen an einigen Themen hart arbeiten», analysierte Luukkonen den Kantersieg. «Ich bin zufrieden, weil ich gesehen habe, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Nächstes Wochenende folgen zwei Auswärtsspiele, und da erwarte ich mehr Widerstand.»