Eishockey
Gut, aber noch nicht gut genug

Der EHC Olten verliert den letzten Test gegen die SCL Tigers knapp mit 2:3. Die Oltner hatten einmal mehr Mühe, auf Augenhöhe mit dem Gegner zu agieren und mussten hart um Möglichkeiten kämpfen.

Michael Forster
Drucken
Teilen
Cédric Schneuwly lieferte mit seinen Linienpartnern Diego Schwarzenbach und Ueli Huber ein paar gelungene Aktionen.

Cédric Schneuwly lieferte mit seinen Linienpartnern Diego Schwarzenbach und Ueli Huber ein paar gelungene Aktionen.

Hansruedi Aeschbacher

Das Duell zwischen den letztjährigen Playoff-Finalisten war zuweilen – etwas überspitzt formuliert – eine Zweiklassengesellschaft. Nicht, was die reine Spielstärke betraf oder das Resultat, jedoch, wie die beiden Mannschaften auftraten. Während die Langnauer oft spielerisch und mit scheinbar geringem Aufwand zu ihren Möglichkeiten kamen, mussten sich die Oltner vieles hart erarbeiten.

Zum Beispiel, gegen die aufsässigen Emmentaler zu einem vernünftigen Aufbau zu kommen. Nicht selten mussten die Oltner gegen den physisch sehr präsenten Gegner einen zweiten oder dritten Anlauf nehmen, ehe der zweite Gang eingelegt werden konnte.

Arbeit auf beiden Seiten

«Unser Spiel machte vielleicht auch deshalb den etwas aufwendigeren Eindruck, weil wir versuchten, kompakt zu bleiben», umschrieb Trainer Heikki Leime die «Mehrarbeit» seines Teams. Die Langnauer hingegen, die von Beginn an offensiver agierten und oft einen Mann in der Nähe der gegnerischen blauen Linie postiert hatten, suchten immer wieder den langen Pass und lösten sich so auf einen Schlag aus der eigenen Zone. «Doch», so Leime, «auch sie mussten viel arbeiten.»

Dabei hatten die Unterklassigen, wie immer in den letzten Spielen, Mühe, den Rhythmus des Gegners anzunehmen. Allerdings dauerte dies gestern weniger lang als etwa gegen Langenthal, als noch vor Spielmitte längst alles entschieden war.

Gegen den grossen SCL entsprach der Spielverlauf in den ersten Minuten eher jenem gegen Augsburg. Die Tigers blieben zwar auch nach einer ersten Druckphase die Mannschaft mit mehr Möglichkeiten, doch der EHCO, welcher im Brünnli in Hasle-Rüegsau vor gut 600 Zuschauern als Gastgeber auftrat, kam näher an den Gegner ran.

Doppeltorschütze Hirt

Zum einen resultatmässig, konnte man doch den frühen Rückstand, eingefangen im Powerplay nach nur zwei Minuten, zur Drittelsmitte durch Remo Hirt ausgleichen. Er stand genau richtig, als Schnyder von der blauen Linie abzog, und fälschte unhaltbar ab.

Dass der Berner auch in seiner 10. Saison für den EHCO noch ganz wichtig werden könnte, bewies er auch in der 37. Minute. Sieben Sekunden hatten die Oltner in ihrem ersten Überzahlspiel erst absolviert, da lag der Puck bereits im Tor. Wiebe hatte geschossen, Hirt den Abpraller hinter Langnau-Schlussmann Punnenovs versenkt.

Und doch sollte es nichts werden mit einem Erfolgserlebnis gegen einen starken Gegner. Bucher sorgte nach 52 Minuten für die dritte Langnauer Führung und damit die Entscheidung. Leime schöpfte zwar mit einem Timeout und einem sechsten Feldspieler seine Möglichkeiten aus, doch es blieb letztlich bei der fünften Niederlage im siebten und letzten Testspiel.

«Es war noch nicht sehr gut, aber ich habe viele gute Ansätze gesehen», zeigte sich der Finne durchaus zufrieden. «Allerdings haben wir die 50:50-Situationen meistens verloren. Da müssen wir besser werden.»

Aktuelle Nachrichten