Balsthal
Guerdat, Sprunger und Co. verleihen den Pferdesporttagen Glamour

In Balsthal herrschte am Mittwoch der sportliche Ausnahmezustand. Der Grund: Die Aushängeschilder der Schweizer Springszene, angeführt von Olympiasieger Steve Guerdat, standen fast lückenlos am Start.

Daniel Weissenbrunner
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Pferdesporttage Balsthal
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Bestens gelaunt: Pius Schwizer
Vater und Sohn: Willi Melliger gibt Tipps an Sohn Kevin weiter.
Janika Sprunger und Cooper: Eine der Attraktionen in Balsthal.
Ebenfalls dabei: Niklaus Schurtenberger.
Jungstars unter sich: Martin Fuchs und Janika Sprunger.

Pferdesporttage Balsthal

Daniel Weissenbrunner

Pius Schwizer sitzt mit Bekannten auf der Festbank und trinkt einen Kaffee. Olympiasieger Steve Guerdat wird von den Schaulustigen umringt und erfüllt geduldig Autogrammwünsche. Und Janika Sprunger, die am Wochenende am CSIO in Aachen mit dem zweiten Platz ihr wertvollstes Karriereergebnis erzielte, nimmt in den Pausen stoisch Glückwünsche entgegen. Die beschauliche Anlage Moos war am Mittwoch der Brennpunkt des Schweizer Springreitens.

Die nationale Elite erschien geschlossen in Balsthal. OK-Präsident Robert Meier konnte sein Glück kaum fassen. Er, der sich seit Jahrzehnten im Kavallierie und Reitverein Balsthal-Thal engagiert, wertete den Aufmarsch des Who-is-Who im Schweizer Springsport als Vollendung seines Lebenswerks. «Wir wollten etwas Besonderes auf die Beine stellen und das ist uns gelungen.» Möglich gemacht hat dies der Hauptsponsor mit der Sicherstellung einer attraktiven Preissumme, sowie Pius Schwizer.

Der Oensinger aktivierte sein Beziehungsnetz und lotste Steve Guerdat und Janika Sprunger in der Kanton Solothurn. Für Olympiasieger Guerdat war es nicht nur ein Freundschaftsdienst, sondern auch eine willkommene Gelegenheit, seinen Nachwuchspferden wettkampfmässigen Auslauf zu gewähren. «Der Termin in der Wochenmitte passte perfekt in meine Planung», so der Goldmedaillengewinner von London. Am Wochenende steht für den in Zürich lebhaften Jurassier in Österreich bereits der nächste am Start auf dem Programm.

Etwas ruhiger nimmt die kommenden Tagen Janika Sprunger. Gestern hatte sich allerdings Doppeleinsätze zu absolvieren. Eine Crew des Schweizer Fernsehens drehte mit ihr für das «Sportpanorama» am Sonntag einen Beitrag. Für alle jene, welche die 26-Jährige gestern nicht bestaunen konnten, bietet sich am Freitag eine weitere Möglichkeit. Sprunger steht morgen in Balsthal nochmals am Start.

Ein wenig Tempo nimmt auch Pius Schweizer aus seinem Terminplan heraus.

Nach dem Verkauf seiner Spitzenpferde Verdi und Powerplay dosiert er sich in den kommenden Wochen seine Wettkämpfe. Um dann im Hinblick Richtung Europameisterschaften Ende August neuen Schwung zu holen. Mit welchen Pferden er in Dänemark an den Start gehen wird, will die ehemalige Weltnummer 1 nicht verraten. «Ich bin Pferdehändler, vielleicht gibt es ja noch ein Überraschung.» In Balsthal standen bei Schwizer für einmal weniger die Ergebnisse im Mittelpunkt, als vielmehr seine Funktion als Gastgeber. Ein Rolle, die ihm durchaus behagte.