Zusammen bringen sie es auf beinahe 600 Einsätze in der höchsten Schweizer Liga: Ryszard Komornicki (ehemals FC Aarau), Petar Aleksandrov (Neuchâtel Xamax, FC Aarau, FC Luzern) und Mirko Pavlicevic (FC Aarau). In der Saison 1992/93 wurden sie mit dem FC Aarau sensationell Meister.

So erfolgreich die drei als Spieler waren, ihre Karrieren als Trainer sind zuletzt ins Stocken geraten. Die neue Herausforderung heisst FC Olten. Diesem wollen die drei FC-Aarau-Legenden zu neuen Höhenflügen verhelfen. Allerdings warnt Oltens neuer Cheftrainer Komornicki sogleich: «Wir sind keine Wunderheiler, sondern Fussball-Trainer.»

Ryszard Komornicki war massgeblich an Aaraus Meistertitel von 1993 beteiligt. Hier trifft er im letzten Spiel gegen Servette.

Ryszard Komornicki war massgeblich an Aaraus Meistertitel von 1993 beteiligt. Hier trifft er im letzten Spiel gegen Servette.

Zusammengetrommelt wurde das Trio von Roger Grimm. Der 45-Jährige war bis vor zwei Jahren noch Co-Präsident des FC Wangen bei Olten. Am Freitag wurde er an der 109. Generalversammlung zum neuen Präsidenten des FC Olten gewählt.

Und damit stand auch dem neuen Trainer-Trio nichts mehr im Wege. An der GV habe es zuerst allerdings auch einige Skeptiker gegeben. «Das ist am Anfang immer so und auch normal», nimmt Grimm den leichten Gegenwind locker. «Als wir den Leuten dann aber unser Projekt präsentiert hatten, stiessen wir auf grosse Zustimmung.»

Das Image aufpolieren

Für die Pläne des Quartetts, welche von einem Investor getragen werden, der noch nicht explizit genannt werden wolle, sei der FC Olten der optimale Klub. «Mit der ersten Mannschaft in der 2. Liga inter und der zweiten in der 2. Liga besteht ein gutes Fundament», so Grimm. «Auch bei den Junioren sieht es nicht so schlecht aus.»

Was der Klub unbedingt braucht, sind bessere Strukturen. Und mehr Funktionäre, die Verantwortung übernehmen. Auf der sportlichen Ebene ist der erste grosse Schritt nun gemacht. Komornicki wird nicht «nur» Cheftrainer der ersten Mannschaft. Der 58-Jährige leitet auch die FCO-Nachwuchs-Academy und schult die Junioren-Trainer des Vereins.

Aleksandrov ist Assistenztrainer des Fanionteams sowie Sportchef, Juniorenobmann und Stürmertrainer. Der 52-jährige Mirko Pavlicevic ist in erster Linie für die zweite Mannschaft verantwortlich.

Marketing muss ausgebaut werden

Ausgebaut werden muss nun vor allem der Marketing-Bereich, gibt Grimm Auskunft. Der Verein soll finanziell breiter abgestützt sein, ein Investor alleine genügt nicht. «Um mehr Unterstützung zu bekommen, müssen wir am Image des Klubs arbeiten. Der FC Olten muss von der Öffentlichkeit wieder in einem positiveren Licht wahrgenommen werden», sagt der Präsident.

Auch die Gespräche mit der Stadt sollen intensiviert werden. Grimm verweist auf die seiner Meinung nach zu hohen Platzmieten. Petar Aleksandrov ergänzt: «Natürlich ist der Eishockeyverein sehr wichtig für Olten.

Daneben sollte aber auch der Fussballklub besser unterstützt werden.» Eine weitere Baustelle des FC Olten sind «finanzielle Altlasten», die beseitigt werden müssen.

Kader noch nicht komplett

In Bezug auf das Fanionteam erwartet Roger Grimm 2018/19 eine vom Umbruch geprägte Saison. Der Klassenerhalt in der 2. Liga inter bleibt also das Ziel. Da das Kader knapp drei Wochen vor dem Auftakt noch nicht steht, rechnet Grimm mit einer schwierigen Hinrunde. Im Winter werde dann noch einmal am Kader geschraubt, um in der Rückrunde voll anzugreifen.

Und in der nächsten Spielzeit soll dann der Grossangriff gestartet werden. Das Fernziel heisst 1. Liga. Bis jetzt konnte der FC Olten die drei Ex-Wangner Faton Hajdari, Blerim Bekteshi und Avni Halimi sowie Hanier Ospina aus dem FC-Aarau-Nachwuchs verpflichten. Bis zum ersten Ernstkampf am 11. August auswärts beim FC Wohlen II werde noch der eine oder andere Neue zum Team stossen, verspricht Grimm. Auch Spieler aus der 2. Mannschaft und eigene Junioren.

«Habe erst einen Spieler gesehen»

Was dringend nötig ist. «Ich kenne mein neues Team noch gar nicht. Alle sind in den Ferien. Verteidiger habe ich bis jetzt erst einen gesehen», kämpft Ryszard Komornicki mit den Tücken des Amateur-Fussballs. Daher gehe es in den nächsten drei Wochen darum, die Spieler mal kennen zu lernen und für den nötigen Fitness-Stand zu sorgen.

Ein Taktik-Training mache dagegen keinen Sinn bei so wenig Spielern. Der neue Cheftrainer findet auch lobende Worte: «Die Spieler, die da sind, trainieren sehr gut. Der Einsatz stimmt. Elf Spieler werden wir definitiv hinbekommen bis zum Saisonstart.» Komornicki ist trotz dieser Umstände überzeugt, dass der FCO in der Vorrunde keine Federn lassen muss.

«Potenzial ist definitiv da»

Noch ist Komornicki zum Scherzen aufgelegt. Seine Antwort auf die Frage, wieso es ihn aufs Kleinholz verschlägt: «Der FC Olten war schon immer mein Traumverein.» Dann wird er ernster, so wie er sich auch auf dem Platz zeigt. Er glaube an dieses Projekt: «Der Anreiz ist, in dieser Region etwas zu bewegen. Das Potenzial ist definitiv da. Es kann nicht sein, dass es im ganzen Kanton nur den FC Solothurn in der 1. Liga gibt.»

Komornicki will den FC Olten in den nächsten Jahren kontinuierlich wachsen sehen, weiss aber: «Es gibt wahnsinnig viel zu tun. Wir müssen den FC Olten in allen Bereichen verbessern.» Dabei soll die immense Erfahrung des Trios helfen.