Im Abschlusstraining am Tag vor dem Saisonstart gegen den SC Langenthal (Samstag, 19.45 Uhr, Kleinholz) stehen mit Cédric Schneuwly und Alban Rexha nur zwei EHCO-Spieler auf dem Eis, die ein rotes Trikot tragen – also angeschlagen oder verletzt trainieren.

Sind somit nahezu alle Spieler wieder fit? Der Schein trügt: Erst gerade im Donnerstagstraining hat es nämlich den nächsten Spieler erwischt: Stürmer Silvan Wyss hat einen Schuss an die Hand bekommen und sich dabei den Zeigefinger gebrochen.

«Ich biss zuerst auf die Zähne, habe trotz Schmerzen weitertrainiert. Am Nachmittag ging ich dann zum Arzt, der mir mitgeteilt hat, dass ein Bruch vorliegt», erklärt Wyss. Immerhin hat er ganz offensichtlich den Humor nicht verloren, indem er anfügt, dass der Täter im Team identifiziert worden sei. «Nein, nein – Spass beiseite: Das kann immer wieder mal passieren», meint Wyss und lacht mit dick einbandagierter Hand. Der Reisser und Kämpfer des Teams wird nach ersten Erkenntnissen der Ärzte rund drei bis vier Wochen pausieren müssen.

Immerhin mit von der Partie werden die zuvor angeschlagenen Marco Truttmann oder Stan Horansky sein. Letzterer hatte wegen einer Bauchmuskel-Zerrung nur das letzte der acht Testspiele absolvieren können.

Silvan Wyss hat sich den Finger gebrochen.

Silvan Wyss hat sich den Finger gebrochen.

Transfer wegen Zanatta-Ausfall?

Die grössten Verletzungssorgen plagen den EHC Olten in der Verteidigung. Konkret geht es um Luca Zanatta, der wegen einer langwierigen Verletzung im Hüftbereich bereits die komplette Saisonvorbereitung verpasst hatte. Nervenaufreibend ist vor allem die Tatsache, dass trotz drei MRI-Untersuchungen sowie etlichen Arztbesuchen noch immer keine Diagnose vorliegt.

«Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Aber es ist schon frustrierend und vor allem mental schwierig, nicht zu wissen, wo man steht. Es ist hart, hier neben dem Eis zu stehen, während meine Kollegen trainieren und Spass haben», sagt Luca Zanatta enttäuscht.

Ein Auge auf die Gesundheit Zanattas werfen in diesen Tagen nicht nur die Ärzte und Physiotherapeuten, sondern auch die EHCO-Verantwortlichen. Denn der Fall könnte personelle Entscheide zur Folge haben: Sollte Zanatta noch weitere Wochen ausfallen, muss der EHCO die Verpflichtung eines Verteidigers in Erwägung ziehen, der mit einer B-Lizenz ausgestattet werden soll.

Profiteur Heughebaert

Klar ist: Des einen Leid, ist des andern Freud. Nutzniesser dieser Situation rund um Zanatta ist derzeit Stéphane Heughebaert. Der gelernte Stürmer wird fortan, wie bereits in der Vorbereitung, auch in der Meisterschaft als Verteidiger eingesetzt.

Heughebaert, der bereits in der letzten Saison das eine oder andere Training in der Defensive absolviert hatte, hat in der Verteidigung ohnehin die deutlich höheren Chancen, zu Spielpraxis zu kommen, als auf seiner angewandten Stürmerposition.

«Ich fühle mich wohl als Verteidiger und komme von Training zu Training immer besser damit zurecht. Die Trainer schenken mir enorm viel Vertrauen. Und auch die anderen Verteidigerkollegen geben mir jeden Tag wertvolle Tipps», sagt Heughebaert, der im Derby erstmals ernsthaft getestet werden dürfte.