Unihockey
Grosse Enttäuschung nach dem Halbfinalaus bei Meister Wiler-Ersigen

Der Meister verliert die entscheidende siebte Partie gegen Rychenberg. Das 2:3 und das damit verbundene Ausscheiden traf den Meister unvermittelt und tief ins Herz.

Daniel Weissenbrunner
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Wiler Thomas Bieber, Fabian Eggs, Matthias Glooor, Kaspar Schmocker, Thomas von Kaenelund Adrian Zimmermann
Fabian Eggs, Simon Bichsel, Lukas Meister, Samuel Nussbaecher (v.L.) enttaeuscht nach dem verlorenen Playoff Spiel der Swiss Mobiliar League NLA, zwischen dem SV Wiler-Ersigen und Rychenberg Winterthur, am Samstag 23. Februar 2013 in Zuchwil. © Marcel Bieri
Wiler Michael Garnier, Lukas Meister Matthias und Christoph Hofbauer jubeln waehrend dem Playoff Spiel der Swiss Mobiliar League NLA, zwischen dem SV Wiler-Ersigen und Rychenberg Winterthur, am Samstag 23. Februar 2013 in Zuchwil. © Marcel Bieri
Wiler Matthias (L) und Christoph Hofbauer jubeln.
Wiler Daniel Streit (L) und Thomas Bieber im Kampf um den Ball gegen Rychenberg Lukas Grunder (R)

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Marcel Bieri

Daniel Streit verliess das Spielfeld als Erster, wortlos. Samuel Nussbächer hielt mit den Tränen nicht zurück. Im Kabinengang des Sportzentrums, ansonsten eine Kommunikationszone, herrschte Totenstille.Um 21.40 Uhr begann gestern eine neue Unihockey-Zeitrechnung an. Erstmals scheiterte Wiler-Ersigen in den Viertelfinals, erstmals seit 2001 steht die Mannschaft nicht Playoff-Final. Es ist das Ende einer langen Dominanz mit dem Gewinn von acht Titeln in den letzten neun Jahren.

Thomas von Känel war fassungslos. Der Trainer rang ebenfalls nach Worten. Er konnte nicht verstehen, was sich soeben ereignet hatte. «Wir hatten Chancen für mehrere Spiele, aber im entscheidenden Moment haben wir uns wohl verkrampft», so seine erste Analyse.

Ohne Fankhauser und Fortune

Wie in den letzten fünf Begegnungen der Serie, entwickelte sich auch gestern ein Abnützungskampf. Wiler führte wie gewohnt die technisch feinere Klinge, spielte variabel und würfelte seine Linien munter durcheinander. Die Winterthurer blieben ihrer einfachen Spielweise auch in der entscheidenden Partie treu. Sie machten die Räume eng und agierten im Angriff mit dem finnischen Highlander Mikko Hautaniemi als Winkelried. Der 24-Jährige schuf mit seiner körperlichen Präsenz immer wieder Platz für seine Mitspieler.

Grosser Abwesender bei Wiler war Philipp Fankhauser. Der Stürmer erlitt am Samstag im Zweikampf gegen Sacha Dolski eine tiefe Fleischwunde am Knie samt Knochenabsplitterung. Fankhauser wurde am Sonntag in Bern operiert. Für den Nationalstürmer ist die Saison beendet.

Das Aus von Fankhauser passte ins Gesamtbild der letzten Wochen. Neben der Grippenwelle hemmten Verletzungen den Rhythmus und die Automatismen beim Meister.

Wiler hatte sich im zweiten Spiel unter dem neuen Trainerduo von Känel/Jussila indes wenig vorzuwerfen. Engagement und Leidenschaft stimmten. Grösstes Manko – und das war in der ganzen Serie der Knackpunkt – war die Chancenverwertung. Zimmermann, Matthias Hofbauer und Roger Gerber boten sich mehrmals erstklassige Gelegenheiten, die Vorentscheidung herbeizuführen. So war das 2:0 bei Spielmitte ein dünnes Polster. Die Winterthurer nutzten ihrerseits die Gunst der Stunde und drehten das Momentum auf ihre Seite. Die beiden Treffer im Schlussabschnitt brachen den Wilern das Genick.

Am Samstag der Cupfinal

Während Rychenberg im Halbfinal mit Malans auf einen weiteren Favoriten trifft, bleibt Wiler-Ersigen als Trostpflaster der Cupfinal vom kommenden Samstag gegen den UHC Grünenmatt. Die Kunst von Thomas von Känel wird darin bestehen, seine Spieler wieder aufzubauen. «Das wird mir gelingen», ist er überzeugt. Zuerst mussten gestern Abend aber noch jede Menge Tränen getrocknet werden.

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