Als «eine der grössten Überraschungen im nationalen Interclub» bezeichnet die NZZ den sonntäglichen Titelgewinn des TC Trimbach auf der Tennisanlage in Winterthur. Selbst Peter Gubler (64), der im Hintergrund, zusammen mit Peter Troxler, die Fäden zog für die Trimbacher, ringt einen Tag nach dem unerwarteten Erfolg nach Worten.

Peter Gubler zieht beim TC Froburg die Fäden im Hintergrund

Peter Gubler zieht beim TC Froburg die Fäden im Hintergrund

Am Morgen danach habe er praktisch ununterbrochen telefoniert, Gratulationen entgegengenommen. Nein, erholen habe er sich noch nicht können, meint er mit einem Schmunzeln im Gesicht. Auf seinem Handy lässt er den entscheidenden Matchball und den anschliessenden Jubel noch einmal Revue passieren. Er wischt sich eine kleine Träne aus den Augen: «Wenn ich diese Bilder sehe, kommen die Emotionen wieder in mir hoch.»

Nicht nur in diesem Moment ist die Leidenschaft Gublers für den Tennissport zu spüren. Die Tradition für diesen Sport reicht in der Familie lange zurück. Bereits sein Vater Max amtete während zwölf Jahren als Verbandspräsident, er selber hatte während vierzehn Jahren das Präsidium der Zentralschweiz inne und ebenso lange Einsitz im Zentralkomitee.

Als Junior einmal die Nummer sechs der Schweiz, stagnierte er und musste die sportlichen Lorbeeren Schwester Silvia überlassen, welche als Nummer zwei der Schweiz zu diversen Fed-Cup-Einsätzen kam. Er selber hat den grossen sportlichen Durchbruch jetzt also mit Trimbach geschafft. «Man muss schon ein wenig verrückt sein, das mitzumachen», gesteht er.

Siegprämie reicht für Kostendeckung des Finalwochenendes

Und sicher muss man auch über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, einen solchen Erfolg möglich zu machen. «Nun, über Beträge wird in der Szene nicht gross gesprochen» sagt er und verweist auf die Siegerprämie von 22'000 Franken, welche Swiss Tennis ausbezahlt hat. «Das reicht in etwa, um die Kosten des Finalwochenendes zu decken.» Als Grössenordnung nennt Gubler die Summe von 10'000 Franken für einen einzelnen Interclub-Tag. Viel teurer als noch in der NLB komme der Interclub-Betrieb aber nicht zu stehen.

Anders als eine Liga tiefer konzentriert sich die ganze Saison auf zwei Wochen. In der NLB hingegen wurden sämtliche Runden an den Wochenenden gespielt, womit Spesen den Ligaunterschied kostenmässig wettmachten. «Natürlich gibt es Stimmen, welche von einer zusammengekauften Mannschaft sprechen», räumt Gubler, der sich als «Mädchen für alles», vor allem aber auch als eine Art «Defizitgarant» betrachtet, ein, «doch auf diesem Niveau geht es gar nicht mehr anders. Auch die anderen Spitzenmannschaften funktionieren nach genau demselben Prinzip.»

Gefühlswelt auf Achterbahnfahrt

Es ist nicht nur ein Einsatz, der sich für den Oltner Treuhänder ausbezahlt hat, sondern auch einer, der von Herzen kommt – und die Spieler danken es ihm. «Tu sais, Peter, c’est toi, la victoire», habe ihm Yann Marti nach dem Sieg über Genf gesagt. Er, Peter Gubler, sei für den Sieg verantwortlich: «Das war ein wenig übertrieben, aber schön», nimmt er solche Reaktionen mit Genugtuung zur Kenntnis.

Ohne entsprechende Perspektiven respektive die Tennisschule in Trimbach wäre sein Engagement aber nie zustande gekommen, stellt er klar. «Unsere Junioren haben die Möglichkeit, an solchen Einsätzen zu wachsen.» Er nennt das Beispiel Nico Borter, welcher am Finalwochenende über sich hinausgewachsen ist und, an der Seite von Martin Vacek, beide Doppel gegen nominell deutlich stärkere Paarungen gewonnen hat.

Nicht ohne Stolz hebt Gubler deswegen den Teamgeist hervor, der schliesslich den Unterschied zugunsten des TC Froburg ausgemacht habe. «Wie sich die Mannschaft nach den beiden 2:4-Rückständen zurückgekämpft hat und sämtliche sechs Doppel gegen die zwei Top-Teams der Schweiz gewonnen hat, das war wirklich sensationell!», sagt er, und gesteht: Innerlich habe er GC nach den Einzeln bereits zum Finaleinzug gratuliert. Stattdessen schickte er sich nach 20 Uhr an, in Winterthur Hotelzimmer zu suchen für seine Spieler – übrigens, ebenfalls mit Erfolg...