Handball
Grenchner Handballer spielen zum ersten Mal ein Heimspiel in Grenchen

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielt die 4.-Liga-Mannschaft TV Grenchen s’Drü ein Heimspiel «zu Hause». Das Team empfängt am Samstag (13 Uhr) im Velodrome Suisse Emme II.

Carla Stampfli
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Voller Vorfreude: Grenchens Markus Eng (l.) und Adrian Gürber. Bieri

Voller Vorfreude: Grenchens Markus Eng (l.) und Adrian Gürber. Bieri

Marcel Bieri

Ob Solothurn, Zuchwil, Biel, Magglingen oder Büren a. A, jahrzehntelang reiste die 4.-Liga-Mannschaft TV Grenchen s’Drü für ihre Heimspiele in der Gegend herum. Weil das Spielfeld der Turnhalle in Grenchen nicht handballkonform ist, musste s’Drü die Mannschaften für den Liga-Spielbetrieb stets «auswärts» empfangen.

Einiges geändert

Doch seit der Eröffnung des Velodrome hat sich für die Grenchner einiges geändert. Nicht nur können sie jetzt auf einem normierten Spielfeld trainieren, sondern dürfen sich auch zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte mit Stolz waschechte Gastgeber nennen.

Kreisläufer Markus Binz, der seit zwei Jahren nicht mehr aktiv beim s’Drü spielt, gibt für die Premiere sogar ein Comeback: «Das Gefühl daheim zu spielen, ist sicher schön. Ob ich danach noch eine weitere Heimpartie machen werde, weiss ich noch nicht. Die Lizenz ist aber auf jeden Fall gelöst», sagt der 48-Jährige schmunzelnd.

Nur noch s’Drü übrig

Als Binz 1978 angefangen hat Handball zu spielen, gab es nebst dem TV Grenchen auch die beiden Vereine HBC sowie Pfadi Handball. Mindestens fünf Mannschaften sowie einige Juniorenteams zählte die Stadt damals, geblieben ist heute nur noch s’Drü – die Spielgemeinschaft, die vor 19 Jahren aus dem TV und dem HBC Grenchen entstanden ist.

«Wir haben überlebt, nicht weil wir sportlich gut sind, sondern weil die Kameradschaft gut ist», erklärt Binz und Teamkollege Adrian Gürber fügt hinzu: «Das Untereinander ist bei uns so speziell, dass wir immer zusammengehalten haben». So wie auch die Tatsache, dass der jüngste 14, der älteste Spieler 50 sei.

Dank dem Schulsport sind in diesem Jahr drei Juniorenathleten dazugestossen. Trotzdem setzt sich das 4.-Liga-Team mehrheitlich aus routinierten Spielern zusammen. «Handball ist generell rückläufig und hat an Popularität verloren. Auch weil es technisch komplex ist und einige Zeit braucht, bis man das Spiel beherrscht», weiss Binz.

Erste Erfolge im Training

Seitdem die Grenchner jedoch Mitte August mit den Trainings im Velodrome angefangen haben, zeichnen sich die ersten Erfolge ab: «Fehlpässe und Konzentrationsfehler sind seltener geworden.», sagt der 31-jährige Aufbauspieler und Captain Gürber.

Dass die Sportstätte auch neue Chancen mit sich bringt, ist sich auch Comeback-Spieler Binz bewusst: «Wir müssen definitiv etwas daraus machen.» Den Schulsport ausbauen oder eine Juniorenabteilung aufbauen seien Optionen, die man in Betracht ziehen könnte.

Doch zuvor gilt es für s’Drü in der heutigen Heimpartie gegen Handball Emme II ernst. «Es ist schwer einzuschätzen, wie stark die Mannschaft ist», sagt Gürber und fährt fort: «Aber zu sagen, dass man von sowieso keine Chancen hat, das gibt es bei uns nicht.»