Fussball 1. Liga
Grenchens Qual mit einzelnen Lichtblicken

Der FC Grenchen verliert im Abstiegsduell gegen Concordia mit 0:1 und verliert weiter an Boden.

Daniel Weissenbrunner
Drucken
Teilen
Grenchen - Concordia
6 Bilder
Grenchens Igor Sostaric (rechts) gewinnt das Kopfballduell gegen Serhat Kurt.
Grenchen-Trainer Patrick Bösch konnte in diesem Jahr erst selten auf Rasen trainieren.
Grenchens Aleksandar Rmus (rechts) ist vor Concordias Serhat Kurt am Ball.
Pierre Eggmann (rechts) behauptet sich gegen Slobodan Duric.
Igor Sostaric (links) verliert im Zweikampf gegen Besart Xhema kurz das Gleichgewicht.

Grenchen - Concordia

Marcel Bieri

Fussball kann qualvoll sein. Qualvoll dann, wenn zwei Mannschaften, die mit dem Rücken zur Wand stehen, aufeinandertreffen. In Grenchen fand dieses seltsame Ereignis gestern statt. Zwei Vereine mit langer Tradition, zwei Vereine aber mit grossen Sorgen. Grenchen und Concordia Basel gehören zu den Schlusslichtern in der 1. Liga Gruppe 2. Entsprechend gross war die Bedeutung beim Duell auf dem holprigen Rasen im altehrwürdigen Stadion Brühl.

Die Partie entwickelte sich so, wie man es annehmen, respektive befürchten musste. Zusammenhängende Aktionen waren Fehlanzeige. Die spielerischen Mittel bei beiden Teams ein Spiegel der Tabellensituation. Von qualvoll wollte Grenchen-Trainer Patrick Bösch indes nichts wissen. Er sah die Leistung als weiteren Schritt in der Entwicklung seines Teams. Böschs Ansicht war beim Publikum nicht mehrheitsfähig.

Die Zuschauer ärgerten Mal für Mal über die vielen einfachen Fehler. Das Ergebnis ähnelte aus Grenchner Sicht jenem vor Wochenfrist gegen die Black Stars. Die Defensive statt relativ kompakt, nach vorne kamen erneut keine Impulse. Ein Schuss von Peter Csima und Freistoss von Igor Sostaric an die Lattenoberkante waren die einzigen erwähnenswerten Offensivaktionen.

Keine Woche ohne Probleme

Die Gäste hatten in der Summe zwar nicht mehr zu bieten. Ihnen unterliefen ebenfalls viele Ungenauigkeiten. Mit Neuzuzug Miroslav Savanovic hatten sie aber den entscheidenden Akteur in ihren Reihen. Der Serbe, der aus höchsten Liga in Bangladesch zu Concordia stiess, verwertete kurz vor Pause einen Freistoss aus 20 Metern. Die neuen Gesichter beim FC Grenchen vermochten demgegenüber nicht überzeugen. Allen voran Pierre Eggmann. Der Stürmer vom FC Baden stellte sich bei den wenigen brauchbaren Bällen, die er erhielt, zu umständlich an.

Und ohne Störungen verlief die Woche bei den Grenchnern auch diese Woche nicht. Die Gebrüder Ibraimi wurden vom Trainer auf die Tribüne verbannt, nachdem der eine sich geweigert hatte zu spielen, weil sein Bruder nicht in der Startelf stand. «Wir werden den Fall intern noch genau anschauen», so Patrick Bösch. Er mochte sich die Laune über den Auftritt seiner Spieler nicht verderben lassen. Der für die einen eine Qual war, für die anderen ein Lichtblick.