Fussball 2. Liga

Grenchen und Fulenbach jagen Iliria: Die Spitzenteams sind bereit für die Rückrunde

In der Rückrunde der 2. Liga könnte es vor allem in der hinteren Tabellenhälfte drunter und drüber gehen.

An der Spitze der 2. Liga siehts nach einem Dreikampf aus, hinten ist die Situation unübersichtlich. Im schlimmsten Fall steigen gleich vier Solothurner Teams in die 3. Liga ab. An der Tabellenspitze wird dafür kräftig aufgerüstet.

Aus zwölf wurden elf: Mit der zweiten Mannschaft des FC Olten verabschiedete sich bereits ein erstes Team vorzeitig aus der Solothurner 2. Liga. Der Stadtklub zog seine Reserve-Equipe, die im vergangenen Sommer den Sprung in die höchste Regionalliga geschafft hatte, in der Winterpause wegen Spielermangels aus dem laufenden Spielbetrieb zurück. Das «Zwöi» des FC Olten könnte in der nächsten Spielzeit in der 3. Liga wieder einsteigen.

Die rote Laterne ist somit schon vor dem Start in die zweite Saisonhälfte vergeben, der FC Olten II steht als erster Absteiger fest. Wer wird die Dreitannenstädter in die 3. Liga begleiten? Und wie viele Klubs müssen überhaupt runter? Diese Fragen beschäftigen die halbe 2. Liga.

Wie so oft in den letzten Jahren muss bei der Beantwortung dieser Fragen die 2. Liga inter miteinbezogen werden. Im Normalfall gibt es zwei Absteiger in der 2. Liga. Doch dieses Szenario ist wohl eher ausgeschlossen. Der FC Subingen holte in der Vorrunde nur einen Punkt in der Gruppe 3 der 2. Liga inter und wird den Abstieg nicht mehr verhindern können. Dies alleine hätte noch keinen Einfluss auf die 2. Liga.

In der Gruppe 5 sind mit Wangen b. Olten und Dulliken aber zwei weitere Solothurner auf einem Abstiegsplatz rangiert. Der FC Olten liegt aktuell unmittelbar davor. Muss einer der drei Klubs ebenfalls runter in die 2. Liga, würden Mitte Juni drei Zweitligisten in die 3. Liga verbannt.

Erwischt es nebst dem FC Subingen noch zwei weitere Solothurner, wären es in der 2. Liga sogar vier Absteiger. Falls dieses Szenario tatsächlich eintrifft, sind in der Rückrunde nur die Teams auf den vordersten fünf Plätzen frei von Abstiegsängsten. Nach jetzigem Tabellenstand müssten Blustavia (10.) und Mümliswil (9.) in den sauren Apfel beissen, HNK Croatia (11.) würde als Zweitletzter sowieso absteigen.

Im Maximum vier Absteiger

«Mehr als vier Absteiger wird es nicht geben», beruhigt Jan Lanz, Vizepräsident des Solothurner Fussballverbands und Präsident der Wettspielkommission. Also auch beim Worst-Case-Szenario nicht; wenn sich keiner der vier Solothurner Klubs in der 2. Liga inter halten kann.

Was nicht so abwegig ist, wenn man sich die Tabellensituation vergegenwärtigt. Es bliebe aber bei vier 2.-Liga-Absteigern, wie Lanz ausführt: «Die Liga würde in diesem Fall in der nächsten Saison auf 13 Teams aufgestockt.» Er geht aber von zwei bis drei Absteigern aus der 2. Liga inter aus.

Um wirklich auf Nummer sicher zu gehen, sollten die bedrohten Klubs ergo besser den achten Schlussrang anvisieren. Die schlechtesten Karten hat auf dem Papier der Tabellenvorletzte HNK Croatia. Wobei der Rückstand auf Platz acht nur fünf Punkte beträgt.

Die Kroaten werden die Rückrunde mehr oder weniger mit der gleichen Mannschaft bestreiten, einzig im Mittelfeld gab es zwei Neuerungen. Es ist indes schon fast zur Tradition geworden, dass Croatia in der zweiten Saisonhälfte deutlich besser agiert. Da die Vorbereitungszeit im Winter länger und normalerweise mit weniger Absenzen verknüpft ist als die im Sommer.

FC Trimbach mit Rumpfkader

Auch die beiden Klubs davor haben lediglich punktuell nachgerüstet. Der SC Blustavia holte einen zweiten Torhüter. Der FC Mümliswil, der in der Vorrunde deutlich unter den Erwartungen geblieben ist, konnte mit Patrick Schalt, der vom FC Olten aus der 2. Liga inter zurückkehrt, seine Abwehr stärken.

Mit diesem Kader sollten die Guldentaler mit dem Abstieg eigentlich nichts zu tun haben. Sorgen machen muss man sich eher um den FC Trimbach. Dessen letzter Auftritt in der Vorrunde war das inferiore 1:9 bei der FCO-Reserve. Kabil Gürkan, der jüngste Trainer der 2. Liga, ist nicht zu beneiden.

Seine Kaderliste umfasst nur zwei Torhüter und exakt elf Feldspieler. Mit Dominik Schalt und Sandro Schalt oder auch Luigi Abbagnale hat Trimbach einige Stammkräfte verloren. Gürkan hat sich mit der Situation arrangiert. Er werde sich in der Rückrunde mit Spielern von der zweiten Mannschaft und mit Senioren behelfen müssen. Keine guten Voraussetzungen also für den Verbleib in der höchsten Regionalliga.

Auch der FC Bellach und der FC Lommiswil sind, je nachdem was in der 2. Liga inter passiert, noch nicht aus dem Schneider. Wobei mit diesen Kadern nichts anbrennend dürfte. Bellach hat mit acht Zuzügen für deutlich mehr Breite im Team gesorgt. Zudem wurde der dringend benötigte Verjüngungsprozess eingeleitet.

Weil mit Alessandro Fragale und André Zimmermann zwei Routiniers pausieren, fehlt aber gerade für die Rückrunde Erfahrung. Und Offensivpower, der langjährige Goalgetter Fragale war in der Vorrunde mit sieben Toren wiederum einer der erfolgreichsten Spieler gesamten Liga.

Der FC Lommiswil verstärke sich mit einem zusätzlichen Torhüter, Tim Bracher vom FC Subingen, einem Mittelfeldspieler und im Sturm mit Batuhan Baladin, dessen Bruder Oguzalp bereits für das Team von Fabian Käch auflief. Hier stellt sich die Frage, wie geht das Team mit dem auf Ende Saison angekündigten Abgang des Trainers um?

Fulenbach am aktivsten

An der Tabellenspitze zeichnet sich ein Dreikampf zwischen Iliria, Grenchen und Fulenbach um den Titel ab. Der Leader FC Iliria, in der Vorrunde nur mit einer Niederlage und fünf Gegentoren, ist durch die Mutationen im Winter sicher nicht schlechter aufgestellt und steigt daher auch als Favorit in die zweite Saisonhälfte.

Das sieht Jan Lanz vom SOFV ähnlich: «Wenn sie keine gewichtigen Abgänge hatten, werden sie es wahrscheinlich durchziehen in der Rückrunde.» Von Ausrutschern könnten seiner Meinung nach am ehesten Fulenbach oder Grenchen profitieren. Härkingen und Biberist auf den Plätzen vier und fünf haben bereits einen zu grossen Rückstand.

Beim SC Fulenbach hat sich einiges getan im Winter. Gleich mit sechs neuen Spielern wurde das Kader verbreitert. Unter den Zuzügen sind Verteidiger Trent Wyss und Offensivspieler Yanick Boss, die beide schon für den SCF aufliefen in ihrer Vergangenheit.

Vom FC Wangen b. Olten aus der 2. Liga inter stiess Nico Ferrari neu zum Team, dazu Tekin Suna vom Ligakonkurrenten Trimbach und zwei Perspektivspieler. Mit dem praktisch identischen Kader steigt Grenchen in die Rückrunde. Die einzige Änderung betrifft Verteidiger Visar Aliu, der vom FC Solothurn zum FC Grenchen wechselte. Es ist kein Geheimnis, dass das Team von Trainer Mirko Recchiuti zeitnah den Aufstieg in die 2. Liga inter anstrebt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1