Volleyball

Grenchen rüttelt an der Hierarchie und gewinnt gegen den Kantonsrivalen

Das von verletzungsbedingten Ausfällen geplagte Volley Solothurn zeigte mit vielen Ersatzspielerinnen eine gute Leistung. Trotzdem gewannen die Frauen des TV Grenchen das 1.Liga- Derby souverän mit 3:1.

Die Frauen des TV Grenchen rüttelten am Freitagabend kräftig an der Hierarchie: Das Derby gegen Volley Solothurner versprach bis zum 7:7 im ersten Satz viel Spannung, doch dann übernahmen die Grenchnerinnen ganz klar das Diktat.

Souverän gewannen sie die beiden ersten Sätze, und als sie auch im Dritten gleich wieder mit 8:4 in Führung gingen, sah alles nach einem kurzen Prozess aus. Mit wuchtigen Flatterbällen wurden die Solothurnerinnen sofort in Bedrängnis gebracht, sodass diese Mühe hatten, konstruktiv aufzubauen.

Heimvorteil genutzt

Dazu kam der Heimvorteil mit dem extrem fahlen Licht in der ganz in Beige und Braun gehaltenen Turnhalle im Schulhaus Zentrum, in der es für die Gäste erfahrungsgemäss immer schwierig ist, sich zu orientieren.

Die lange Verletztenliste der Solothurnerinnen war ein weiterer Nachteil, auch wenn Trainer Marco Chittaro seinen Ersatzspielerinnen am Ende gute Leistungen attestierte - vor allem im dritten Satz. Da steigerten sich die Solothurnerinnen eklatant.

Das Spiel zeitweise gedreht

In ihrer besten Phase, als die eigentlich verletzte Luana Jäggi nur für den Service eingewechselt wurde, rissen sie das Steuer noch einmal herum. Sie nahmen den Elan auch in den vierten Satz mit und gingen 5:2 in Führung.

Aber da spürten wohl die Grenchnerinnen, dass sie dabei waren, diesen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu geben. Ab dem 18:18 packten sie sogar nochmals ihr bestes Volleyball aus. So gewannen sie diesen Satz 25:19 und das Derby 3:1.

«Wir haben in den beiden ersten Sätzen und in den letzten fünf Minuten super gespielt», lobte Grenchens Trainer Phillip Cossi seine Frauen. Die deutlich erkennbaren Fortschritte in seinem Team erklärt er sich damit, dass sich die Spielerinnen mittlerweile zu einer Einheit zusammengefunden haben. «Jetzt ist der Abstieg kein Thema mehr und wir peilen den fünften Schlussrang an.»

Nun kann in Grenchen auch die Planung der nächsten Saison beginnen.«So wie es aussieht, wird das Team zusammenbleiben», meint Cossi, «und dann würde ich gerne Trainer bleiben. Wenn sie mich überhaupt noch wollen ...»

Zufriedener Marco Chittaro

«Ich bin mit meinem Team trotzdem zufrieden», analysierte Solothurns Trainer Chittaro das Derby. «Wegen den Absenzen können wir nicht mehr dieselbe Stabilität haben, das ist ganz normal.»

Gegen ganz vorne ist der Zug für die Solothurnerinnen sowieso abgefahren, nun sei es das Ziel, unter den ersten Fünf zu bleiben. Und wie sieht es nächste Saison aus? «Ich hoffe, das Team bleibt zusammen, aber für mich ist es nach zwölf Jahren an der Zeit, einmal eine Pause einzulegen», sagt Marco Chittaro. Wer sein Nachfolger wird, sei noch nicht bestimmt.

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