Streethockey
Grenchen-Limpachtal holt sich den Cupsieg auf dem Thuner Parkett

Der NLA-Qualifikationssieger gewinnt den umstrittenen Cupfinal in der Thuner MUR-Halle gegen Belpa mit 8:4. «Mit diesem Titel haben wir nicht gerechnet», sagte Coach Daniel Feuz nach dem Spiel. Nun gehts in den Playoffs gegen denselben Gegner weiter.

Hans Peter Schläfli
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Grenchen-Limpachtal holt sich den Cupsieg 2014
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Daniel Feuz, Coach Grenchen-Limpachtal, gibt seinem Team Anweisungen.
Captain Stefan Rindlisbacher lässt sich von Tristan Jenni, Patrick Lüthi und den Grenchen-Limpachtal-Fans feiern.
Grenchens Torhüter David Fankhauser trieb die Spieler von Belpa an den Rand der Verzweiflung.
Die Schiedsrichter Andréas Sakkas, Marco Friedli und Alexander Bütikofer studieren das Regelbüchlein.

Grenchen-Limpachtal holt sich den Cupsieg 2014

Hans Peter Schläfli

«Heimspiel» stand in grossen, blauen Buchstaben auf einem weissen Tuch geschrieben, das in der Thuner MUR-Halle hing. Und tatsächlich sorgten die Grenchner Fans für eine tolle Stimmung. Sie lärmten mit Sirenen und sogar Pauken der Deitinger Chäslochbrätscher und spornten so im Schweizer Streethockey-Cupfinal ihre Mannschaft zu einer Top-Leistung an.

Der wunderbare Parkettboden der MUR-Halle, die normalerweise für Unihockey und Rollhockey genutzt wird, sorgte für ein ausserordentlich schnelles und attraktives Spiel, wobei es für beide Seiten eine rechte Umstellung bedeutete. Vor allem kann man auf dem Parkett problemlos rutschen – was auf den normalen Asphalt- und Betonplätzen eine blutige Angelegenheit wäre. Auch der Ball wird deutlich weniger gebremst, was die Grenchner zu Beginn wohl etwas unterschätzt hatten, denn sie liessen Belpa im ersten Drittel viel zu unbedrängt schiessen und gerieten so in Rückstand.

Grenchen-Limpachtal kam wieder auf 3:3 heran, aber dann brauchte es die Zauberkünste des Goalies: David Fankhauser hielt zu Beginn des Mitteldrittels alles und brachte so unter anderem Belps Zweimetermann Daniel Fahrni zur Verzweiflung. Er scheiterte dreimal aus bester Position. «Wir wissen ja, dass er gut ist, aber was er heute gezeigt hat, das habe ich auch noch nie gesehen», lobte am Ende Coach Daniel Feuz seinen Torhüter.

Entscheidung in doppelter Überzahl

Ausgerechnet als Belp daran war, wieder in Führung zu gehen, brachten innert kürzester Zeit zwei Strafen die Wende für Grenchen – wobei vor allem die zweite etwas sehr theatralisch herausgeholt wurde. In doppelter Überzahl gelang die erstmalige Führung und gleich darauf doppelten die Grenchner nach, immer noch mit einem Mann mehr auf dem Parkett.

Belpa verkürzte zwar noch einmal auf 4:5, als aber Grenchen-Limpachtal den Zweitorevorsprung gleich wieder herstellen konnte, war es um die Berner geschehen. Goalie Fankhauser hielt einfach alles und nach dem 4:7 verlor Belpa die Hoffnung und nach dem 4:8 die Nerven. In der Folge kam es zu unzähligen Scharmützeln und kleinen Rachefeldzügen, die Strafen jagten sich. Dann legte Belpa einen Protest ein, weil eine der verhängten Sanktionen nicht regelkonform gewesen sei.

Die Schiedsrichter holten das Regelbüchlein aus der Kabine und suchten nach einer Lösung. Für die Grenchner bedeutete dies nur noch eine Verlängerung der Vorfreude. Der Cupsieg war ihnen nicht mehr zu nehmen. «Das Spiel war sehr umstritten und hätte auch anders herauskommen können», sagte Coach Daniel Feuz nach dem Spiel. «Es ist ein Titel, mit dem wir nicht gerechnet haben.»

Weiter geht es nun für Grenchen-Limpachtal ab kommenden Sonntag mit der Halbfinalserie in der Meisterschaft, und der Playoff Gegner heisst: SHC Belpa 1107.