«Die Stimmung in der Mannschaft ist überraschend gelassen», sagt Grenchen-Trainer Hanspeter Kilchenmann, «die Vorfreude überwiegt, wir sind nicht besonders nervös.»

Nach dem gelungenen Saisonstart haben es die Grenchner verdient, ihr Spiel des Jahres so richtig geniessen zu können. «Wir müssen den Gegner nicht zu stark analysieren. Es ist klar, dass Zürich auf jeder Position besser besetzt ist als Grenchen. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren. Wenn es jedem gelingt, sein Bestes abzurufen, dann schaffen wir vielleicht eine Sensation, aber erwarten darf man das natürlich nicht wirklich», meint der FCG-Trainer, der als Berner zugibt, als Kind selber ein FCZ-Fan gewesen zu sein.

Das Hoffen auf viele Zuschauer

Aber was darf man vom FCG heute erwarten? «Wir gehen sicher nicht ins Spiel, um zu verlieren», sagt Hanspeter Kilchenmann. «Eine kleine Chance gibt es im Fussball immer, und diese wollen wir nutzen. Versprechen kann ich eine Sensation nicht. Aber wir werden unseren Teil zu einem Fussballfest beitragen.»

Die Schätzungen schwanken zwischen 1500 und 4000 Zuschauern, die heute ins Stadion Brühl pilgern werden. «Ich orientiere mich eher am unteren Rand», sagt Mario Bernasconi, der sich seit 10 Tagen in Vollzeit mit der Organisation des Cupspiels beschäftigt. Der FCG-Präsident würde sich aber gerne positiv überraschen lassen. «Vor allem die Ansprüche an die Sicherheit sind extrem hoch. Wir sind vorbereitet. Weil die Fixkosten gleich hoch sind, würden 4000 Zuschauer viel mehr als nur den doppelten Gewinn für die Vereinskasse einbringen als 2000.»

Nur Aegerter wird fehlen

Bernasconi bedauert, dass Silvan Aegerter, die Festung in der Mannschaft des FC Zürich, wegen einer Verletzung nur als Zuschauer nach Hause kommen wird. Dafür wird sich vielleicht für seine Fans auf der Tribüne die Gelegenheit ergeben, ein Autogramm zu ergattern. «Das ist natürlich schade, dass Silvan nicht eingesetzt werden kann. Er ist ein hervorragender Fussballer und für viele Grenchner Junioren ein Vorbild», sagt Mario Bernasconi, der einst zusammen mit Silvan Aegerters Vater bei Fulgor Grenchen spielte. «Ich besuchte sogar gleich nach der Geburt seine Mutter, aber daran kann er sich natürlich nicht erinnern.»

Mit den beiden anderen Solothurnern darf beim FCZ gerechnet werden: Die jungen Brüder Philippe und Raphael Koch stehen regelmässig im Aufgebot. Bei Grenchen sind alle 23 Kaderspieler ausser Peralta ein-
setzbar.