«Wenn man in Münsingen zehn Minuten vor Schluss mit 0:1 in Rückstand gerät, verliert man normalerweise. Eine solche Führung geben die nie mehr ab», sagte Grenchen-Trainer Kilchenmann, nachdem Hasanovic für sein Team in der 89. Minute noch den Ausgleich geschossen hat. Die Münsinger Druckphase zu Beginn dauerte nur fünf Minuten, war aber heftig.

Vor allem der neue FCG-Keeper Grosjean konnte sich nicht über Arbeit beklagen. Er hatte in der achten Minute Glück, als er bei einem Corner am Ball vorbeigriff und Mumenthalers Kopfball knapp am Tor vorbeiflog. Danach glich sich das Spiel aus, ja die Gäste waren gar mehr in Ballbesitz. Dennoch wurde in der 20. Minute ein abgefälschter Abschluss von Mumenthaler dem am Boden liegenden Grosjean fast zu Verhängnis.

Topparaden auch von Müller

Der FCG spielte in dieser Phase zu wenig nach vorne. Zu oft wurde die Aktion abgebrochen und hintenherum gespielt. Ohne Edward, Franjic und dem noch nicht qualifizierten Peralta fehlte den Gästen etwas die Kreativität. «Es war natürlich schon unsere Taktik, dass wir hier nicht ins offene Messer rennen wollten. Zugegeben hatte ich aufgrund der abwesenden Spieler auch nicht grosse Alternativen», begründete Kilchenmann diese Spielweise.

Kurz vor Ablauf der ersten halben Stunde rette Grosjean an der Strafraumgrenze gegen den in der Mitte vergessenen Battista mit einer Glanzintervention. Aber auch sein Gegenüber Müller im Tor der Platzherren konnte sich auszeichnen. Mit einer Topparade verhinderte er die Grenchner Führung durch eine Direktabnahme von Walther. Kurz vor dem Pausenpfiff lag der Ball nach einem Freistoss der Aaretaler im Grenchner Tor, welches allerdings aus einer Offside-Position erzielt wurde. So blieb es bis zur Pause beim torlosen Remis.

Lattenschuss stellvertretend für Druck der Berner

Münsingen wirkte in der zweiten Hälfte zielstrebiger, während das Kilchenmann-Team nicht mehr zu Abschluss kam. Ein Lattenschuss des eingewechselten Herren in der 77. Minute untermalte die gefährlicheren Aktionen der Berner. Eine weite Flanke brachte dann den vergessenen Mumenthaler in Abschlussposition. Dieser erwischte Grosjean mit einer feinen Direktabnahme zum 1:0.

Ausgleich in extremis

In der Folge drückten die Grenchner vehement auf den Ausgleich. Tatsächlich gelang dem eingewechselten Hasanovic bei einem Corner kurz vor Spielende per Kopf das verdiente 1:1 (89.). Man habe bereits in der ersten Hälfte von Moser sehr gute Eckbälle gesehen, sagte Kilchenmann. «Doch wir haben davon nicht profitieren können. Deshalb schickte ich den kopfballstarken Hasanovic aufs Feld», sagte Kilchenmann abschliessend.