Nach der rekordverdächtigen Niederlagenserie in den Vorbereitungsspielen, dem Rücktritt des Präsidenten und dem geldbedingten Aderlass von sechs Stammspielern erlebten die «FCG-Aktien» in diesem Frühjahr einen regelrechten Kurssturz. Den Kredit, den man dem Team von Edvaldo Della Casa nach dieser turbulenten Winterpause gab, sank auf ein Minimum.

«Wir haben heute nicht nur gekämpft, sondern auch guten Fussball gezeigt und waren bis zum Platzverweis sogar dominant», blickte FCG-Trainer Della Casa zurück. Nach einer schwierigen Vorbereitung sei dieses Auftaktspiel für ihn eine Bestätigung gewesen, dass man auf dem richtigen Weg sei. «Die Teambildung ist noch nicht abgeschlossen. Da arbeiten wir noch dran. Was wir jetzt brauchen, ist wieder mehr Unterstützung der Grenchner.»

Rote Karte

Es war unübersehbar, dass beiden Teams im ersten Ernstkampf in diesem Jahr noch auf Formsuche sind. Während Gastgeber Wangen das Spiel mit langen Bällen auf den Ex-FCG Stürmer Andonov ausgerichtet hatte, waren es die Grenchner, welche mit einem ersten Abschluss von Mulaj und später durch Januzaj die ersten Möglichkeiten hatten. Die auf einigen Positionen umgekrempelte Grenchner-Elf musste zudem auf den gesperrten Waylon Grosjean verzichten.

Nach einer halben Stunde sah Captain Stauffer die rote Karte. Was war geschehen? Bei einem der vielen langen Bälle auf Andonov lieferten sich der Bulgare und Stauffer ein Duell um den Ball. «Dabei sprang mir der Ball an die Hand, wohl auch, weil ich geschubst wurde. Dies taxierte das unsichere Schiedsrichtertrio als Notbremse» so der völlig konsternierte FCG-Captain.

Torszenen waren Mangelware

Mit einem gefährlichen Aufsetzer von Januzaj begann die zweite Halbzeit. Für die Gastgeber, welche nun in Überzahl das Spiel bestimmen sollten, kam das keinesfalls erstligawürdige Terrain oft in die Quere. Die Bälle versprangen auf dem holprigen Spielfeld immer wieder. Es gelang Wangen einfach nicht, das Spiel an sich zu reissen.

Grenchen zeigte sich allen Widerwärtigkeiten zum Trotz, widerspenstig und war mehr in Ballbesitz. Torszenen waren hüben wie drüben Mangelware. In der 73. Minute konnte Wangen-Keeper Zivanovic einen Schuss von FCG-Neuling Ibraimi (von Concordia Basel) mit den Fingerspitzen zur Ecke lenken. Auf der Gegenseite landete ein Freistoss von Todorovic in den sicheren Händen von Grosjean. Gegen Spielende kam es zu einem offenen Schlagabtausch, wobei Wangen durch Cuinjinca mittels Sololauf und einem guten Abschluss zur besten Chance kam.

Zufriedener Trainer

«Das Remis geht in Ordnung» so Wangens Trainer Hodel. «Wir waren rund eine Stunde mit einem Mann mehr auf dem Platz. Grenchen war extrem fleissig und hat sich den Punkt nicht nehmen lassen. Uns ist es nicht gelungen richtige Chancen zu generieren. Ich sehe es trotzdem positiv. Wir haben gegen Grenchen einen Punkt mehr herausgeholt als im Hinspiel. Für uns geht es so in Ordnung.»