Rad
Grenchen feiert sein Velodrome – nur Andy Rihs fehlt

Welt- und Europameister, Zuschauer und geladene Gäste: Alle waren sie gekommen, um im neuen Velodrome Suisse in Grenchen das erste internationale Rennen zu verfolgen. Nur einer fehlte: Initiator und Stiftungsrats-Präsident Andy Rihs.

Andreas Fretz
Drucken
Teilen

«Das war eine gewaltige Idee von Andy Rihs», sagte Radlegende Urs Freuler, als er am Mittwochabend mit leichter Verspätung das Velodrome in Grenchen betrat. Der 10-fache Bahnweltmeister hätte gerne selbst einige Runden gedreht, wurde jedoch an einer Sitzung der Sixday-Nights Zürich aufgehalten. «Irgendwann werde ich das nachholen, denn diese Bahn ist weltmeisterlich», sagte der 54-Jährige, der noch immer 4000 km pro Jahr auf dem Rad absolviert.

Alle waren sie gekommen, um dem ersten internationalen Rennen auf der neuen Bahn beizuwohnen. 900 Tickets wurden verkauft, 60 geladene Gäste waren anwesend. Welt-, Europameister und Nachwuchshoffnungen drehten ihre Runden.

Nur einer fehlte. Andy Rihs. Der Initiator und Stiftungsrats-Präsident des 16,7-Millionen-Franken-Projekts weilte in den Ferien. «Er erkundigt sich telefonisch sehr intensiv, wie es hier läuft. Wir spüren Andy Rihs’ Engagement», versicherte Michèle Tanner, die stellvertretende Betriebsleiterin und Kommunikationsverantwortliche.

«Für den Schweizer Bahnradsport ist das eine grossartige Anlage», sagte der 34-jährige Franco Marvulli und lobte das Publikum für seinen Enthusiasmus. Der Silbermedaillengewinner der Olympischen Spiele 2004 trat selbst in die Pedale und fuhr im Madison mit Tristan Marguet auf den fünften Platz. Einziges Manko laut Marvulli: «Für mich kommt diese Bahn zehn Jahre zu spät.»

Stars zum Anfassen: Franco Marvulli verteilt Autogramme.

Stars zum Anfassen: Franco Marvulli verteilt Autogramme.

Andreas Fretz

Sichtlich zufrieden mit dem ersten internationalen Anlass war auch Michèle Tanner. Nach der einjährigen Bauzeit und der offiziellen Eröffnung am 23. Juni war das der erste grosse Test. Funktioniert die Logistik, funktioniert die Zeitmessung, fühlen sich die Fahrer wohl, kommt Stimmung auf? Alles Fragen, die sie im Vorfeld beschäftigten. Und Tanner konnte sie mit «Ja» beantworten. Ab dem 10. Oktober geht es mit den Donnerstag-Abend-Rennen weiter.

Aktuelle Nachrichten