1. Liga
Grenchen blamiert sich einmal mehr - 1:8 gegen Zug

Die von weitherum zusammengetrommelten jungen Männer, die im Dress des FC Grenchen gegen Zug 94 antraten, gaben sich redlich Mühe und zeigten bravourösen Einsatz. Genützt hat es wenig, am Ende setzte es eine 1:8-Klatsche ab.

Hans Peter Schläfli
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Der Zuger Skumbim Sulejmani (l.) bedrängt den Grenchner Ricardo Mezence.
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Der frühere Grenchner Edin Hasanovic (r.) hätte mit diesem Kopfball beinahe das erste Tor für Zug erzielt.
Der Grenchner Predag Risticevic geht hart in den Zweikampf...
...und holt den Zuger Nahuel Allou von den Beinen.
FC Grenchen - Zug 94
Der Grenchner Torschütze Pierre Eggmann im Kopfballduell.

Der Zuger Skumbim Sulejmani (l.) bedrängt den Grenchner Ricardo Mezence.

Hans Peter Schläfli

Die positiven Szenen vorweg: Mit dem ersten Angriff holte Grenchen einen Eckball heraus. Nach einer Stunde verweigerte der Oltner Schiedsrichter Nenad Skalonja dem FCG einen Penalty, als Peter Cisma im Strafraum gefoult wurde. Mit dem dritten gefährlich vorgetragenen Vorstoss erzielte Pierre Eggmann das schönste Tor des Tages. Wunderbar vorbereitet durch Cisma traf der grossgewachsene Mittelstürmer in der 68. Minute per Kopf.

Schade nur, dass vorher Zug bereits vier Tore geschossen hatte und es schon klar war, dass das nur als der Grenchner Ehrentreffer in die Statistik eingehen wird. Die Dominanz der Gäste war eklatant, aber gegen eine massive Grenchner Abwehr dauerte es immerhin 25 Minuten, bis das erste Tor fiel.

Zunächst traf Skumbim Sulejmani mit einer seltsamen Volleyabnahme an die Latte, doch im Nachschuss bugsierte er den Ball über die Linie. Wenig später versenkte Draguljub Salatic – Bruder von Veroljub – einen Freistoss aus 20 Metern direkt zum 0:2 und die Sache war gegessen.

Ein Verteidiger im Tor

Bitter war der Platzverweis gegen FCG-Goalie Alois Massari, der den durchgebrochenen Petar Ugljesic von den Beinen geholt hatte. Danach stand Verteidiger Predag Risticevic zwischen die Pfosten, weil kein Ersatzgoalie auf der Bank war. Den Penalty verwandelte Dusan Ilic zum 1:5. Mit einem Mann weniger musste Grenchen noch drei weitere Tore akzeptieren und hatte bei einem Pfostenschuss Glück.

Es waren zwei Welten, die da aufeinander trafen. Hier die unbedarften Grenchner, denen es am grundsätzlichen Rüstzeug fehlte, dort die Zuger, die sich den Ball hin und her spielten, um im massierten Bollwerk eine Lücke zu finden. «Der FCG hat ja nicht einmal versucht, ernsthafte Angriffe zu starten.» Der Solothurner Edin Hasanovic, Zugs Abwehrchef, schüttelte nach dem Match nur den Kopf.

«So macht es keinen Spass, selbst wenn man hoch gewinnt. Ich hatte bisher nur gegen Pierre Eggmann gespielt, keine Ahnung, wo die anderen herkommen, aber die haben sicher vorher nicht in der 1. Liga gespielt», analysierte der bald 30-jährige Verteidiger, der einst sein Handwerk beim FC Solothurn gelernt hatte und von 2010 bis 2012 beim FC Grenchen spielte.

«Schade, was mit dem Verein passiert»

Alleine ein Blick auf die Bank zeigt, wo Zug 94 hin will: der Trainer heisst Martin Andermatt und der Assistent HakanYakin. «Hier ist eine ganz andere Welt», beschreibt Hasanovic die Verhältnisse in der Innerschweiz. «Wir werden professionell betreut, so etwas habe ich noch nie erlebt.» Der Aufstieg in die Promotionsklasse ist Pflicht und die Challenge League das Ziel der Zuger.

Er habe gute Erinnerungen an Grenchen, kommentierte Hasanovic das krasse Resultat.»Es tut mir leid, wenn ich sehe, was mit dem Verein passiert ist. Schade.»

Grenchen – Zug 1:8 (0:2)

Brühl. - 150 Zuschauer. - SR Skalonia. Tore: 25. Sulejmani 0:1. 33. Salatic 0:2. 55. Sulejmani 0:3. 63. Salatic 0:4. 68. Eggmann 1:4. 75. Ilic 1:5. 82. Ugljesic 1:6. 83. Andermatt 1:7 92. Allou 1:8.

Grenchen: Massari; Banovi, Mezence, Ngan, Risticevic; Cisma, Dalipi, Fotso, Mehmeti; Mbaye (46. Güggi), Eggmann.

Zug: Marinis; Ilic, Salatic, Hasanovic, Martino; Peter (46. Ugljesic), Andermatt, Adekunie (64. Marjanovic); Palatucci, Allou; Sulejmani (76. Nikmengjaj).

Bemerkungen: 74. Rote Karte gegen Massari (Notbremsefoul).

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