2. Liga
Goalie foulte, doch der gegnerische Stürmer flog vom Platz

Wenn Fairplay auf jemanden zutrifft, dann auf Wacker-Grenchen-Goalie Nico Allemann. Er foulte im Spiel gegen Welschenrohr einen gegnerischen Stürmer. Zum Penalty-Pfiff kam es aber nicht. Stattdessen stellte der Schiedsrichter den Stürmer vom Platz.

jonas burch
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Fair: Nico Allemann.

Fair: Nico Allemann.

Hans Peter Schläfli

Es war eine turbulente zweite Hälfte zwischen Wacker Grenchen und Welschenrohr. Nach einer souveränen ersten Halbzeit, verlor der Schiedsrichter komplett den Faden und pfiff eine Fehlentscheidung an der anderen. So wie bei Nico Allemann. Der 24-Jährige foulte den Welschenrohr Stürmer im Strafraum – der Penalty-Pfiff blieb aus.

Statt Allemann musste der gegnerische Stürmer wegen einer vermeintlichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz. Welschenrohr protestiert, auch Allemann gibt das Foul zu. Ohne Erfolg. Am Ende verloren die Grenchner dennoch mit 0:1.

Nico Allemann, wie haben Sie die vermeintliche Penalty-Szene erlebt?

Nico Allemann: Ich wusste sofort, dass ich zu spät am Ball war und das ein klarer Elfmeter sein wird. Doch der Pfiff blieb aus und der Schiedsrichter stellte stattdessen den Stürmer vom Platz. Danach ging alles drunter und drüber. Welschenrohr war ausser sich. Als sich die Gemüter beruhigten, ging ich zum Schiedsrichter und habe ihm die Wahrheit gesagt.

Vor dem Spiel war Ihre Mannschaft auf Tuchfühlung mit der Tabellenspitze. Aus sportlicher Sicht war Ihre Intervention mehr als gewagt.

In dieser Situation habe ich nicht über die sportliche Sicht der Dinge nachgedacht. Mir ging es nach den unzähligen Fehlentscheidungen des Schiedsrichters nur darum, ein Zeichen zu setzen. In einem anderen Spiel hätte ich womöglich anders reagiert und wäre nicht so offen zum Referee gegangen.

Wie haben die Mitspieler auf Ihre Aktion reagiert?

Auf dem Platz hat das keiner meiner Mitspieler mitbekommen. Aber es gab schon Zuschauer, die von der Tribüne riefen: ‹Geh wieder zurück ins Tor›. In der Kabine habe ich dann meine Mitspieler darüber informiert. Weil wir ohnehin verloren haben, wurde dies aber schnell zur Nebensache.

Mit der Niederlage ist der Aufstieg wieder in weite Ferne gerückt.

Diese Heimniederlage war wirklich bitter. Aber von uns als Aufsteiger darf man nicht gleich den erneuten Aufstieg erwarten. Im nächsten Spiel gegen Leader Olten wollen wir nochmals voll angreifen. Auch wenn die Chancen nur noch theoretisch bestehen – definitiv abgeschrieben haben wir den Aufstieg noch nicht.

War der Aufstieg vor der Saison ein Thema?

Nein. Dafür haben wir ein zu schmales Kader. Wir müssen uns für die nächste Saison zusätzlich verstärken, wenn wir ganz oben mitspielen wollen. In Grenchen ist man aber mehr als zufrieden, wie die Meisterschaft bisher verlaufen ist, auch wenn immer viel geredet wird. Am Ende werden sicher die positiven Aspekte überwiegen.

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