Vom nackten Resultat her gesehen scheint das 1:1 gegen die SR Delémont für den FC Wangen kein schlechtes Resultat zu sein. Schon daher, stehen doch die Wangner am Tebellenende, während die Jurassier zu den Aufstiegsaspiranten gezählt werden. Doch in diesem Fall täuscht das Resultat, waren doch die Einheimischen den Gästen nicht nur ebenbürtige, sondern lange Zeiten sogar überlegen. Die mannschaftsinterne Aussprache nach der doch eher desolaten Vorstellung vor einer Woche in Schötz, scheint ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. In Sachen Einsatz und Wille, sich voll und ganz für die Mannschaft einsetzen zu wollen, kann man sämtlichen Spielern diesmal überhaupt keinen Vorwurf machen. Erst gegen Spielende, als die Gastgeber versuchten, den knappen Vorsprung über die Runde zu bringen, bekamen die Besucher Oberhand und erreichten das für sie eher schmeichelhafte 1:1. Dabei stand ihnen auch noch Fortuna bei, kam doch der späte Ausgleichstreffer durch ein unglückliches Wangner Eigentor zu Stande.

Es war unverkennbar, das Team von Salvatore Romano zeigte sich von einer ganz anderen Seite. Unbeeindruckt vom renommierten Gegner ergriffen sie sofort die eigene Initiative und liessen sich dabei in keiner Weise einschüchtern. Ein sehenswerter Angriff über mehrere Anspielstationen schloss Alan Nabarro mit einer Direktabnahme ab und hatte mit seinem kernigen Schuss das Pech, dass der Ball genau auf der Brust von Torhüter Lindenthal und schliesslich in Corner landete. Nur zwei Minuten später setzte sich Julio Sant Anna auf der linken Seite durch, spielte uneigennützig zur Mitte, wo der allein stehende Jordan Otomo den Ball weit über den Kasten drosch.

Die Gäste konnten bestenfalls mit ruhenden Bällen etwas Unruhe vor dem Wangner Tor herauf beschwören. Es waren zwanzig Minuten gespielt, als der nicht wieder zu erkennende Julio Sant Anna sein vorhandenes Potential ausspielte, zwei Gegenspieler aussteigen liess und mit einem platzierten Schuss in die tiefe linke Ecke die Wangner in Führung brachte.

Die Besucher versuchten sofort zu reagieren, wobei es bei den Versuchen blieb, war doch die heimische Hintermannschaft weit besser organisiert als noch in den Spielen zuvor. Torhüter Marco Häfliger brauchte kam je einzugreifen. Die Gäste konnten mit den ihnen zugesprochenen Freistösse wenig anfangen und spielerisch brachten sie auch wenig zu Stande.

Die Wangner vormochten nach der Pause dort anzuschliessen, wie sie die erste Spielhälfte beendet hatten, indem sie das Spielgeschehen selber zu bestimmen versuchten. Ein Distanzschuss von Besart Xhema krachte nur an die Querstange. Das 2:0 wäre zu diesem Zeitpunkt absolut verdient gewesen. Mit einem Doppelwechsel nach einer Stunde Spielzeit brachten die Gäste mehr Schwung in die eigenen Reihen. In der 64. Minute war denn auch die erste Parade des Wangner Torhüters zu verzeichnen. Der Druck von Delémont nahm zu und die Frage, ob die Wangner wieder gegen Spielende das Spiel aus den Händen geben würde, war berechtigt. Diesmal kam aber viel Pech dazu, dass der erste Saisonsieg wiederum nicht Tatsache wurde. Ein Freistoss von der rechten Seite aus vors Tor der Platzherren getreten, sprang beim Abwehrversuch einem Wangner so unglücklich an den Kopf, dass sich der Ball für Marco Häfliger unerreichbar in die entferntere Torecke senkte. Eine unschöne Szene ereignete sich noch kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit im Wangner Strafraum. Blerim Bekteshi wurde von einem Gegenspieler mit dem Knie brutal in den Rücken gestossen, wodurch der Captain längere Zeit benommen liegen blieb und schliesslich ausgewechselt werden musste. Die Pfeife des Schiedsrichters blieb bei dieser Aktion stumm und auch die durchaus berechtigt gewesene Karte blieb in der Hosentasche. In der Nachspielzeit vergab Julio Sant Anna allein vor Torhüter Lindenthal den Matchball mit einen zu wenig platzierten Schuss. Schade, hätte er doch die gute Leistung des FC Wangen mit dem Wonnig-Goal krönen können.